Rechenzentrum

Platz für sicheren Datenfluss

Von Jochen Remmert

Das Geschäft mit der Datenverarbeitung wächst rasant

Das Geschäft mit der Datenverarbeitung wächst rasant

23. November 2007 Nichts in der Wirtschaft geht mehr ohne schnelle Datentechnik. Das Geschäft wächst rasant, und mit ihm wachsen die Anforderungen an die technischen Voraussetzungen dafür. Interxion Deutschland, Tochter eines niederländischen Konzerns, verdient damit Geld, diese Grundlagen zu schaffen. Das an der Hanauer Landstraße in Frankfurt ansässige Unternehmen stellt Rechenzentren zur Verfügung, die so gebaut sind, dass keine Temperaturschwankung, kein Staubkorn, kein Netzstromausfall und schon gar kein Eindringen unbefugter Personen den Datenverkehr der Kunden stören könnte, wie Interxion verspricht. Das Unternehmen bezeichnet sich selbst als den größten Datenumschlagplatz Deutschlands. Nun soll ein weiteres Zentrum in Frankfurt entstehen.

Die Rechner selbst kommen vom Kunden, die ihre Anlagen nur in die Obhut der Zentrumsbetreiber geben. Die Liste reicht von Coca-Cola über Siemens bis zur Industrie- und Handelskammer Frankfurt. Viele der Kunden wollen aus Sicherheitsgründen nicht genannt werden.

Auch der örtliche Strompreis spielt eine Rolle

Vier der sogenannten Hochsicherheitsrechenzentren mit zusammen rund 7200 Quadratmetern betreibt das Unternehmen zurzeit in Frankfurt. Das neue soll am Standort Hanauer Landstraße weitere 2500 Quadratmeter Stellfläche für die Rechner der Kunden bieten. Im dritten Quartal nächsten Jahres wird das Zentrum den Planungen zufolge in Betrieb gehen, wie Interxion-Geschäftsführer Peter Knapp zum feierlichen Beginn der Ausbauphase sagte. Der Interxion-Chef wies darauf hin, dass es auch in seiner Branche längst einen harten internationalen Wettbewerb der Rechenzentrumsstandorte gebe, bei dem auch der örtliche Strompreis eine Rolle spiele. Für manches Unternehmen rechne es sich angesichts hoher Preise in Deutschland dann unter Umständen auch, die Firmenrechner in Paris aufzustellen, weil die dort deutlich günstigeren Strompreise die ansonsten nicht eben geringen Kosten in der Weltstadt mehr als ausglichen.

Neben den logistischen Vorteilen der Flughafen-Stadt Frankfurt und der Kooperationsbereitschaft der städtischen Stellen ist für Knapp die Verfügbarkeit engagierter und gut ausgebildeter Mitarbeiter einer der entscheidenden Standortvorteile Frankfurts – auch gegenüber Indien. Genehmigungsverfahren müssten allerdings schneller funktionieren.

Der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) verwies in seinem Grußwort auf die Bedeutung der Datenverarbeitungsbranche in Hessen, wo mit rund 90.000 Männern und Frauen mehr beschäftigt seien als beispielsweise in der Automobilindustrie. Es sei gut und wichtig, dass Frankfurt nicht nur für die Luftfahrt und den Straßenverkehr ein bedeutendes Drehkreuz sei, sondern auch für den Datenverkehr. Die Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) wies darauf hin, dass Frankfurt schon frühzeitig die Bedeutung einer schnellen und effizienten Datenverarbeitung erkannt habe.

Text: F.A.Z.
Bildmaterial: dpa

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