
seit wochen immer die gleich nachricht..
"Böse Nokia hat 2000 Arbeitsplätze plattgemacht"
was gibt es hier nichts zu verstehen, Politikerversagen versucht man mit Maß-news-marketing gut zu machen...

Was Deutschland braucht sind nationale Champions von globalen Format. Waere Nokia deutsch, so waere jetzt moeglicherweise ein Werk in Finland geschlossen worden. Taet das jemand stoeren?
Nationale Champions gehen mit Jobstreichungen im eigenen Land immer etwas zurueckhaltender um. Die franzoesische Politik hat das lange schon verstanden und richtet ihre gesamte Industriepolitik drauf aus Champions zu bilden. In Deutschland ist das leider nicht so. Hier heisst es immer der Markt regelt es. Wenn der Standort interessant ist, kommen auch die Firmen.
So einfach ist dies scheinbar doch nicht, da der Wettstreit mit anderen Laendern immer haerter wird. Champions halten vor allem die Entscheidungsebene, dass Management und das Know How im eigenen Land. Mit Nokia geht das Wissen der Entwicklung von Handys entgueltig aus Deutschland. Dabei war Deutschland eins die Wiege des GMS Standards. Viele kleine Firmen reichen nicht. Sie werden irgendwann von den global Playern uebernommen und wenn sie nicht mehr ins Konzept passen geschlossen.

Es ist nicht schön, daß wohl fast 2.000 Nokia-Mitarbeiter in Bochum die Arbeit dort verlieren. Keine Frage. Aber die Politiker, die sich hier als Retter und Rächer zu profilieren suchen, haben die Schuld daran, daß das überhaupt ein Problem ist. Ihre Staatsbürokratien, Gängelungen und zwangsschulische sowie mediale Mentalitätsbeeinflussung sind Ursache und Zukunftsproblem in einem. Stünde es da besser, würde Nokia vielleicht gar nicht gehen, jedenfalls aber wäre der Weggang kein Problem. Ich habe schon mehrmals berufliche Zukunftsperspektiven von einem Tag auf den anderen verloren, das letzte Mal ist nur wenige Wochen her. Das ist nicht schön, vor allem, weil der Zugang zu neuen Möglichkeiten so beschränkt ist. Auch hier mauert die bundesrepublikanische Vollkaskomentalität. Dasselbe Problem haben nun die Nokia-Mitarbeiter. Auch das müßte nicht sein. Mangelnde Perspektiven haben Gründe. Die Boykottaufrufe aber sind wirklich die Krönung unchristlichen und unsozialen Nationalismus'. Ist es etwa nicht "sozial gerecht", wenn nun die reichlich ärmeren Klausenburger und Rumänen ihre Chance bekommen? Mein Vater wurde als Deutscher unweit davon im Buchenland geboren, eine auch schon zur k.uk.-Zeit arme Gegend. Es freut mich für sie.

Wenn man dabei war wie ich, und die Augen nur halbwegs offen hatte, weiß man das Nokia sehr streng hierarchisch ist. Entscheidungen werden von einzelnen Personen weit oben getroffen und dann runtergebrochen.
Netter Versuch der Gehirnwäsche durch den Artikel:
1) "... Jormas Bande hat Nokia zu dem gemacht was es ist ..." Achso, also werden doch dort oben die Entscheidungen getroffen?
2) "...vertsteht als multinationales Netz..." Zu deutsch: Keine Ahnung der Führungsspitze was da so läuft. Deshalb dauerte auch die Reaktion so lange.
3) "... müssen auch harte Entscheidungen getroffen werden..." Och wie traurig. Wenn der Text auch direkt aus dem Managerhandbuch kopiert wurde. Och wie traurig, ein paar tausend "Familienmitglieder" gekeult - ja, auch die liebten diese Firma. Aber für die Firma tut man alles. Wer ist die Firma?
4) ... usw...
Waren wohl doch Berater, die den wenigen (übermenschlichen ;-)) Entscheidungsträgern den Umzug schmackhaft gerechnet haben.
Schade für die Leute. Ich hatte wirklich sehr kompetente Kollegen, die sicher woanders etwas finden wenn es Sie auch erwischt. Zum Glück bin ich bei dem Laden schon vor 3 Jahren ausgestiegen. Schade drum.

Wer soviel Jahresüberschuss macht und es sich nicht leisten kann, dass auf einem der wichtigsten Märkte die paar Leutchen "zu teuer" produzieren, bringt weder Anerkennung für den Markt, noch für die Mitarbeiter mit. Nur von den dt. Entwicklern zu profitieren ist lächerlich - denn nichts ist besser, als wenn die Produktion um die Ecke liegt - und der Installationsaufwand in Rumänien steht in keinem Verhältnis zur bestehenden Realität.
Indem man nun plant nach Rumänien in die Provinz zu ziehen, für angebliche 5% Anteil am Erzeugniswert, stellt klar, was einem die produzierenden Menschen dort erst wert sind - dann sollte uns Wert sein, auf diese Produkte zu verzichten - auch wenn das viele nicht hören wollen. Das ist die einzige Sprache, die diese Grossko(t)(n)zerne deutlich verstehen.

in der realen Welt jedenfalls stellen die Nokia-Handys in den meisten Bereichen die Referenz dar (was selbst ich als ehemaliger Fan von Sony Ericsson zugeben muss). Insbesondere das N95 8GB zeigt, was derzeit technisch möglich ist. Sony hat mittlerweile einen relativ großen technischen Rückstand - bis vielleicht auf ihren gelungenen Musikplayer.
Betrachten wir das Chip-Ranking(Xonio): Bei normalen Handys befinden sich unter den ersten zehn des Rankings neun! Nokia-Handys. Bei den Smartphones sind es immerhin 6 der Top 10. Vor zwei Jahren zeigte sich hier noch ein ganz anderes Bild.. die Konkurrenten haben deutlich an Boden verloren.
Ein ähnliches Bild zeigt sich in anderen Rankings (siehe CNET..ebenfalls eine der bekanntesten Seiten in diesem Bereich. Weiteres populäres Beispiel: Das Ranking von Computer-Bild).
Zu Nokias Politik möchte ich mich hier nicht äußern - es wurde bereits alles hinreichend diskutiert.

Die Kritik an den Produkten hat fast nichts mit dem Verhalten des Konzerns und den Bochumer Mitarbeitern zu tun, die ohnehin keinen Einfluß auf die Produktpalette haben. Aber die Kritik an den Produkten hat etwas mit der Großkotzigkeit des Nokia Konzerns zu tun, indem sie sich als Weltmeister gebärdet, der willkürlich mit den Menschen umspringt, die Nokias Reichtum erarbeitet haben.
Die jetzige Nacht-und Nebel Aktion stellt nicht nur das Verantwortungsgefühl gegenüber den Arbeitnehmern in Frage, sondern wird auch die potentiellen Kunden zu einem kritischen Verhalten beim Kauf eines der Produkte anhalten. "Ich habe ein Nokia" wird möglicherweise bald nicht mehr automatisch den Besitzer eines solchen Handys glänzen - sondern sogar ins Gegenteil umschlagen lassen.

rechtfertigen nicht den Verkaufserfolg bzw. Marktanteil weltweit.
Die Geräte der letzten 2-3 Jahre haben an Qualität insgesamt deutlich verloren. Das Flagschiff N95 (nur zum Beispiel!), das nach erster Vorstellung erst ca. 9 Monate später zu kaufen war, enttäuscht maßlos. Man muß nur die einschlägigen Foren, die sich ausschließlich mit Handys sämtlicher Marken befassen die Beurteilungen und Klagen lesen UND man muß ein paar neue Nokia's selbst ausprobiert und mit anderen Herstellern verglichen haben, dann versteht man die Überbewertung der Marke nicht mehr.
NOKIA lebt noch von den Zeiten z.B. des legendären 6310i, das wohl der größte Wurf vor vielen Jahren war. Seitdem ist alles nur schlechter geworden. BenQ-Siemens war in den folgenden Zeiten Nokia technisch haushoch überlegen und jetzt haben wir Sony-Ericsson, daß TECHNISCH den Nokias den Rang abläuft. Motorola hat sich ja fast verabschiedet und kam garnicht mehr in die Socken, da es zu lange sein V8 mit unzeitgemäßem Speicher in den Markt drücken wollte. Das IPhone ist ein nettes Spielzeug, das mit seiner Telekom-Abzocke aber in der Breite chancenlos bleiben wird.
Die kommenden Marktführer sind noch ungewiss, Nokia wird nicht mehr dabei sein.

die Deutschen verstehen nicht.
Würden sie verstehen, gäbe es ein wirtschaftsfreundliches Klima, keine Subventionen - für nichts und niemand - niedrige Steuern, unkomplizierte Ansiedlungs- und Ausübungsregeln für jede Art unternehmerischer Tätigkeit, Bürokratieabbau statt -aufbau und vieles mehr.
Würde sodann Nokia aus gut verständlichen Gründen nach Rumänien gehen, störte sich niemand daran, denn die Lücke würde sofort aus der langen Schlange der anstehenden Unternehmen, die herein wollen, geschlossen.
Vermutlich ist es doch die Bildung und Ausbildung, die fehlt, die in sozialistischem Mief kaum gedeihen kann.