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Brauchen sie noch Bauteile für ihren F-14 Kampfjet?

Teile davon sind bei Ebay zu haben: eine F-14D Tomcat

Teile davon sind bei Ebay zu haben: eine F-14D Tomcat

11. April 2008 Amerikanische Behörden haben auf führenden Internet-Verkaufsplattformen illegal angebotene Militärausrüstung entdeckt, darunter Teile von Kampfjets, ABC-Schutzanzüge, Gasmasken und Nachtsichtbrillen. Verdeckte Ermittler hatten zwischen Januar und März im Auftrag des amerikanischen Kongresses nach Rüstungsmaterial gesucht, das aus Beständen des amerikanischen Militärs gestohlen worden war.

Die Ermittler kauften dabei rund ein dutzend Gegenstände bei dem Internetauktionshaus Ebay sowie bei Craigslist, der größten Web-Site der Vereinigten Staaten für Kleinanzeigen. Mitarbeiter der Government Accountability Office (GAO) hätten auf Ebay um F-14-Teile mitgeboten. Die Beamten haben die Ware nach offiziellen Angaben ohne Probleme erhalten.

Der inzwischen fast 40 Jahre alte Kampfjet der amerikanischen Marine, der durch den Kinofilm „Top Gun“ berühmt wurde, wurde seinerzeit nur an den Iran exportiert. Die Bauteile seien daher im Iran gefragt, aber auch in Bulgarien, Russland und Hongkong.

Im amerikanischen Rüstungsverzeichnis registriert

Dem Verteidigungsministerium zufolge ist die gestohlene Ausrüstung zum Großteil im amerikanischen Rüstungsverzeichnis registriert. Dort verzeichnete Gegenstände unterliegen Beschränkungen, was die Möglichkeit zum Verkauf ins Ausland angeht, wie der Rechnungshof des amerikanischen Kongresses mitteilte.

„Viele der sensiblen Gegenstände, die wir kauften, hätten direkt gegen unsere Truppen und unsere Verbündete eingesetzt werden können“, gaben die Ermittler in ihrem Ergebnisbericht an. Unter den Einkäufen waren zwei Teile von F14-Kampfflugzeugen. Dem Bericht zufolge könnten die Komponenten leicht nach Iran weiterverkauft werden. Der Iran sei an Teilen dieser vom amerikanischen Militär ausgemusterten Jets interessiert. Die Ermittler fanden nicht heraus, woher die Verkäufer die F14-Teile bezogen hatten.

Ermittlungsergebnisse seien „Herausforderung“

Eine Militärsprecherin nannte es angesichts der Ermittlungsergebnisse eine „Herausforderung“, die Buchhaltung zu verbessern. Um dem Problem der fehlenden Ausrüstungsgegenstände zu begegnen, hatte die US-Army im Jahr 2006 damit begonnen, alle ihre Gegenstände zu inventarisieren. Dabei seien bislang über 20.000 Gegenstände im Wert von über 135 Millionen Dollar registriert worden.

Der demokratische Abgeordnete John Tierney, Vorsitzender des Nationalen Sicherheitsrats, sagte, er sei „verwundert angesichts der Tatsache, dass die Army sechs Jahre brauchte, um das neue Buchhaltungssystem zu installieren, das man wahrscheinlich eher schon 2001 benötigt hätte“.

Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AP

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