27. April 2008 ht. FRANKFURT, 27. April. Im Übernahmekampf um das Internet-Unternehmen Freenet hat United Internet nun einen Preis von 16 Euro je Aktie in Aussicht gestellt, 2 Euro mehr als bisher. In einem Brief an den Freenet-Vorstand weist United Internet darauf hin, dass acht institutionelle Freenet-Aktionäre, die zusammen 32,6 Prozent der Aktien halten, ihre Anteile an United Internet verkaufen wollen. Zusammen mit den von United Internet und Drillisch gehaltenen 25,05 Prozent seien Anteilseigner mit 58 Prozent des Grundkapitals für einen Verkauf des Unternehmens an United Internet, heißt es in dem Schreiben, das dieser Zeitung vorliegt. Freenet selbst treibt den Kauf des Mobilfunkunternehmens Debitel voran, um der Übernahme durch United Internet und Drillisch zu entgehen.
Da die Debitel-Übernahme kurz vor dem Abschluss steht, macht United Internet Tempo: Sollte Freenet die geforderten detaillierten Informationen zum DSL-Geschäft vorlegen, würde United Internet innerhalb von fünf Arbeitstagen ein Übernahmeangebot präsentieren, schreibt der United-Internet-Vorstandsvorsitzende Ralph Dommermuth. Damit verabschiedet sich Dommermuth von seiner bisherigen Strategie, ein Übernahmeangebot erst im Juni vorzulegen. Dann wäre United Internet nicht mehr an die Börsenregel gebunden gewesen, den außenstehenden Freenet-Aktionären so viel Geld je Aktie zu bieten, wie das Unternehmen selbst für seine Freenet-Aktien gezahlt hat, nämlich gut 16 Euro.
Bisher hatte United Internet stets versucht, billiger an die Freenet-Aktien zu kommen, da der Aktienkurs seit dem Jahresanfang kräftig auf etwa 12 Euro gefallen ist. Doch mit den bisherigen Angeboten von zunächst 12,80 Euro und dann 14 Euro je Aktie hatte United Internet aber offenbar nicht genügend Freenet-Aktionäre auf seine Seite ziehen können. Mit der Erhöhung des Angebotes auf 16 Euro je Aktie würde United Internet erheblich mehr für die Freenet-Übernahme zahlen als geplant. Offenbar sieht der United-Internet-Vorstand darin aber die letzte Möglichkeit, den Debitel-Kauf noch zu verhindern. "Die Abgabe eines Übernahmeangebotes würde selbstverständlich voraussetzen, dass die Debitel Transaktion nicht durchgeführt wird", schreibt Dommermuth.
Text: F.A.Z.
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| S&P 500 Zert. | 10,69 | -5,15 |
| Euro/Dollar | 1,35 | +0,04 |
| Bund Future | 117,04 | +0,05 |
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