Internet

Google schmiedet eine Mobilfunk-Allianz

Von Holger Schmidt

05. November 2007 Die Internet-Suchmaschine Google hat eine Entwicklungsplattform für Mobiltelefone auf den Markt gebracht und dafür eine Allianz mit 33 Handy-Netzbetreibern, Geräteherstellern und Chipproduzenten geschlossen. Der „Open Handset Alliance“ gehören neben den Netzbetreibern Deutsche Telekom, NTT Docomo (Japan), China Mobile, Telecom Italia, Telefónica und Sprint Nextel auch die Gerätehersteller Motorola, Samsung und LG an. Auch die Chiphersteller Intel und Qualcomm sowie der Grafikkartenhersteller Nvidia und der Internet-Marktplatz Ebay gehören zu den Partnern.

Die Allianz soll ein Software-Paket mit Namen Android entwickeln, das ein Betriebssystem, eine Oberfläche für die Handys und Anwendungen enthält. Die Programme basieren auf der frei verfügbaren Linux-Software und sollen - wie im Internet - auch externen Entwicklern erlauben, Programme für die Smartphones zu schreiben. „Die heutige Ankündigung ist weitaus ambitionierter als jedes „Google Phone“, über das die Medien in den vergangenen Wochen spekuliert haben. Unsere Vision ist vielmehr die, dass die heute bekannt gegebene Plattform Tausende verschiedener Handy-Modelle hervorbringen wird“, sagte der Google-CEO Eric Schmidt.

Ohne Nokia, Microsoft, Apple und RIM

Nokia als weltgrößter Handyhersteller und quasi auch dominanter Betriebssystemanbieter gehört der Allianz nicht an und wird sicher der Hauptkonkurrent der „Open Handset Alliance“ seien. Auch die anderen Betriebssystem-Hersteller Microsoft, Apple und Research in Motion machen nicht mit. „Die Plattform ist offen; alle können mitmachen“, sagte Andy Rubin, der bei Google das Projekt verantwortet.

Die Plattform soll die Produktion mobiler Anwendungen deutlich günstiger als bisher und die Google-Programme auch im mobilen Internet populär machen. Dazu gehört nicht nur die Suchmaschine, sondern auch der E-Mail-Dienst Gmail oder der Landkartendienst Maps, der den Nutzern automatisch den richtigen Weg zeigen soll. Google hat auch die Übertragung des Erfolgs der sozialen Netzwerke wie MySpace oder Facebook im Sinn. Das Unternehmen verfolgt das Ziel, seine dominante Position in der Werbung im stationären Internet auf das mobile Internet zu übertragen.

T-Mobile bringt erste Geräte 2008

Auch die Partner haben etwas davon. „Die Android Plattform stellt eine aufregende Möglichkeit dafür dar, um ein zuverlässiges mobiles Internet genauso wie Web 2.0 Services für die Kunden von T-Mobile in den Vereingten Staaten und in Europa in 2008 auf den Markt zu bringen“, sagte der Telekom-Vorstandsvorsitzende René Obermann. Eine Änderung der Geschäftsmodelle der Netzbetreiber erwartet Obermann nicht. Nach Ansicht von Qualcomm-Chef Peter Jacobs wird Android vor allem die Entwicklung der sozialen Netzwerke im Mobilfunk beschleunigen.

Die neue Plattform ist vor allem für den Einsatz in multimediafähigen Handys (Smartphones) gedacht. Diese Geräte machen in diesem Jahr nur etwa ein Zehntel aller verkauften Handys aus, werden ihren Anteil nach Schätzung des Marktforschungsunternehmens IDC aber in den kommenden vier Jahren auf mehr als 20 Prozent ausbauen. Den Markt für die Betriebssysteme dieser Smartphones dominiert das britische Unternehmen Symbian, das wiederum vom finnischen Weltmarktführer Nokia beherrscht wird. Allerdings erwarten die IDC-Forscher, dass die Betriebssysteme von Microsoft (Windows Mobile) und Research in Motion (Blackberry OS) ebenso wie das MAC OS, das Herzstück des Apple iPhones, ihre Marktanteile in diesem lukrativen Marktsegment in den kommenden Jahren kräftig ausbauen können.



Text: F.A.Z.
Bildmaterial: AP

Kursabfrage 
NamePunkteProzent
Dax 4.544,31 -7,01
TecDax 516,75 -4,81
DowJones 8.451,19 -1,49
Nasdaq 1.649,51 +0,27
STOXX 50 2.421,87 -7,86
Nikkei 225 8.276,43 -9,62
S&P 500 Zert. 8,83 -10,45
Euro/Dollar 1,35 -0,65
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Gold 867,28 +2,35
Öl 76,65 -7,49
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