Internet

Google greift Ebay mit neuem Bezahlsystem an

Larry Page: Google steigt ins Video-on-Demand-Geschäft ein

Larry Page: Google steigt ins Video-on-Demand-Geschäft ein

07. Januar 2006 Die Internet-Suchmaschine Google wird künftig Videos über das Internet verkaufen. Nach Informationen aus Unternehmenskreisen hat Google dafür ein eigenes Online-Bezahlsystem entwickelt, das schon bald auch für die Abrechnung anderer kostenpflichtiger digitaler Dienste eingesetzt werden soll.

Mit dem Bezahlsystem weitet Google sein Geschäftsmodell aus: Bisher hat das Unternehmen seinen Umsatz fast ausschließlich aus dem Verkauf inhaltlich passender Werbeflächen auf den Trefferlisten seiner Suchmaschine erzielt. Das Bezahlsystem ermöglicht Google den Einstieg in viele neue Geschäftsfelder, zum Beispiel die Verbindung zwischen Internettelefonie und klassischem Festnetz sowie das Anzeigengeschäft im Netz. Google entwickelt sich damit zu einem direkten Konkurrenten für den Internet-Marktplatz Ebay, dessen Bezahlsystem Paypal bisher den Markt dominiert hat.

Videospieler zum Herunterladen

Larry Page, Mitgründer der Internet-Suchmaschine, kündigte am späten Freitag abend auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas zudem Kooperationen mit Inhalteanbietern an, deren Programme über den "Google Video Store" verkauft werden sollen. Dazu gehören Filme des Fernsehsenders CBS, Spiele der amerikanischen Basketballiga NBA, Musikvideos von Sony BMG und Inhalte des Nachrichtenkanals ITN. Google Video ist offenbar als offener Marktplatz angelegt. Die Preise für die Inhalte werden daher nicht von Google, sondern von den Rechteinhabern festgelegt.

Google bietet auch einen Videospieler zum Herunterladen an, um die Filme auf dem Computer ansehen zu können. Mit diesem Videoplayer macht Google abermals dem Softwarekonzern Microsoft Konkurrenz, dessen Mediaplayer bisher den Markt beherrscht. Google verknüpft die Videofunktion mit einer neuartigen Suchkategorie: Die Filme werden um Schlagworte ergänzt, damit die Nutzer das gewünschte Programm schneller finden können. Google scannt schon seit einigen Monaten ganze Nachrichtenprogramme in den Vereinigten Staaten. Die Nutzer können die Nachrichten nach Schlagworten durchsuchen und sich anschließend die entsprechende Videosequenz im Netz anschauen. In Deutschland gibt es dieses Angebot wegen des Urheberrechtes nicht. Mit deutschen Inhalteanbietern sollen bisher noch keine Verhandlungen geführt worden sein.

Auch im Mobilfunk aktiv

Google vergibt seine Suchtechnik auch an andere Unternehmen. Der amerikanische Chiphersteller Intel will auf seiner neuen Unterhaltungsplattform "Viiv" die Technik für die Suche nach Video-Material im Internet einsetzen. Die Unternehmen gaben eine entsprechende Kooperation bekannt. Nutzer der "Viiv"-Produkte von Intel sollen die Möglichkeit erhalten, Videos zu suchen, zu verwalten und auf ihren Fernsehern oder tragbaren Geräten anzuschauen.

Google weitet sein Tätigkeitsfeld zunehmend auf den Mobilfunk aus. Page kündigte in Las Vegas eine Kooperation mit dem kanadischen Unternehmen Research in Motion (RIM) an, dem Herstellen des Blackberry. Auf den mobilen Geräten, deren Spezialität die E-Mail-Funktion ist, werden künftig Google-Dienste voreingestellt sein. Eine ähnliche Zusammenarbeit hat das Unternehmen mit dem amerikanischen Handyhersteller Motorola angekündigt. Auf den Geräten der Amerikaner soll künftig die Google-Suchmaschine voreingestellt sein. Mobile Funktionen wie das Anzeigen von Landkarten auf dem Handy, die es in Asien bereits gibt, sollen bald auch in Europa auf den Markt kommen.

Als weiteres Ärgernis für Microsoft hat Google ein Softwarebündel geschnürt. Darin enthalten sind neben einigen Google-Programmen die neuesten Versionen des Adobe Reader, Mozilla Firefox, Norton Antivirus und der Real Player. Die Software kann künftig kostenlos vom Google-Rechner heruntergeladen werden. Allerdings werden Microsoft-Programme damit nicht überflüssig. Google hat das Bürosoftwarepaket Open Office, das der Kooperationspartner Sun anbietet, nicht mit in das Paket integriert. Damit sind die Nutzer weiterhin auf Microsoftprogramme wie Word (Textverarbeitung) oder Excel (Tabellenkalkulation) angewiesen.

Text: ht.; F.A.Z., 07.01.2006, Nr. 6 / Seite 17
Bildmaterial: dpa/dpaweb

© Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH 2009.
Alle Rechte vorbehalten.
Vervielfältigungs- und Nutzungsrechte erwerben
Verlagsinformation

Bleiben Sie pausenlos informiert. Mit den RSS-Services von FAZ.NET behalten Sie alle Nachrichten stets im Blick. Alle Informationen unter www.faz.net/rss-service

09.11.2009 | 12:19
Name Kurs in %
DAX 5.588,47 +1,83%
TecDAX 759,68 +1,32%
MDAX 7.218,88 +1,89%
SDAX 3.491,97 +0,77%
REX 372,98 +0,08%
Eurostoxx 50 2.843,14 +1,75%
Dow Jones 10.023,40 +0,17%
Nasdaq 100 1.730,76 +0,56%
S&P500 1.069,30 +0,25%
Nikkei225 9.808,99 +0,20%
EUR/USD 1,4993 +0,81%
Rohöl Brent Crude 77,09 $ +0,81%
Gold 1.096,75 $ +0,71%
Bund Future 120,94 € +0,07%
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche