Yahoos Sündenfälle

19. April 2006 Die Organisation „Reporter ohne Grenzen“ wirft dem Internetdienst Yahoo vor, in einem weiteren Fall einen chinesischen Dissidenten an das Regime verraten zu haben. Der Aktivist Jiang Lijun sei im November 2003 wegen seiner Artikel, in denen er im Internet für die Demokratie eintrat, zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Yahoo, teilt „Reporter ohne Grenzen“ mit, habe der chinesischen Polizei geholfen, Jiang Lijun ausfindig zu machen. Dies sei der dritte Fall, in dem Yahoo den chinesischen Behörden willfährig sei. Mit den Inhaftierungen der Dissidenten Shi Tao und Li Zhi (F.A.Z. vom 19. April) hatte „Reporter ohne Grenzen“ die Mitarbeiter von Yahoo letzte Woche am Stammsitz des Unternehmens in Kalifornien konfrontiert. Von Yahoo war zu den Fällen keine Stellungnahme zu erhalten. „Wir tragen Stück für Stück die Beweise dafür zusammen, was wir seit langem befürchtet haben“, teilt die Journalistenorganisation mit, „daß Yahoo in die meisten Inhaftierungen von Menschen, die wir verteidigen, verwickelt ist.“



Text: miha./F.A.Z., 20.04.2006, Nr. 92 / Seite 40

 
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