Studie

Handykosten in Deutschland weit über Durchschnitt

Günstiger soll das werden

Günstiger soll das werden

21. Juni 2005 Die Handy-Kosten liegen in Deutschland weit über dem internationalen Durchschnitt. Dies geht aus einer Studie im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums hervor, die am Dienstag in Berlin veröffentlicht wurde.

Demnach kommen Vieltelefonierer mit 150 ausgehenden Anrufen und 42 versendeten SMS inklusive Grundgebühr pro Monat auf Kosten von 69,42 Euro. Zum Vergleich: In Italien fallen bei gleicher Nutzung 59,81 Euro an, in Großbritannien sogar nur 51,77 Euro. Auch bei Handy-Besitzern, die wenig telefonieren, fallen die Unterschiede erheblich ins Gewicht. Die Bundesregierung geht jedoch davon aus, daß das mobile Telefonieren auch in Deutschland billiger wird.

Der Parlamentarische Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, Bernd Pfaffenbach, verwies darauf, daß inzwischen nahezu 90 Prozent der Bevölkerung mit einem Handy ausgestattet sind. Angesichts der hohen „Marktsättigung“ werde die Branche deshalb ihre Strategie ändern und die Geräte nicht mehr so stark subventionieren wie bisher. Im Gegenzug könnten dann die eigentlichen Telefon-Kosten sinken. „Das kommt dem Verbraucher zu Gute“, sagte Pfaffenbach. Anzeichen gibt es dafür bereits.

Billigmarke von Mobilcom

Als erstes deutsches Mobilfunk- Unternehmen hat E-plus kürzlich eine Billigmarke gestartet (siehe: Der erste deutsche Mobilfunk-Discounter). An diesem Dienstag hat der Mobilfunkprovider Mobilcom mit einem Billigangebot auf den Start der Zweitmarke Simyo von E-Plus reagiert. Wie das Unternehmen Dienstag in Kiel mitteilte, umfaßt das neue Bündelpaket 200 Minuten für monatlich 19,80 Euro ohne Grundgebühr. Der Minutenpreis liegt damit bei 9,9 Cent und ist halb so hoch wie bei Simyo. Von der 201. Minute kostet die Minute 39 Cent. „Der 9,9-Cent-Tarif ist unsere Kampfansage an alle Discounter im deutschen Markt“, sagte Marketingleiter Christoph Preuß. E-Plus hatte Ende Mai seine Billigmarke Simyo gestartet und damit die deutsche Mobilfunkbranche in Aufruhr versetzt. Die Nutzer des mobilcom-Billigtarifs erhalten kein Mobiltelefon bei Vertragsabschluss. Zudem verfallen die nicht genutzten Minuten zum Monatsende. Insgesamt gibt es in Deutschland derzeit mehr als 71 Millionen Mobilfunk-Geräte. Vor fünf Jahren waren es erst 48 Millionen.

Nach der Studie, die vom Münchner Institut TNS Infratest erstellt wurde, müssen Wenig-Telefonierer (25 Anrufe, 30 SMS, Prepaid-Karte) in Deutschland gegenwärtig pro Monat 19,13 Euro zahlen. In Schweden sind es 14,72 Euro, in Italien nur 11,61 Euro. Demgegenüber schneidet Deutschland bei den Preisen fürs Telefonieren im internationalen Vergleich viel besser ab. Mit einem durchschnittlichen Preis von 1,69 Euro für ein einminütiges Gespräch in der Hauptzeit sind die Kosten deutlich niedriger als in Schweden (2,83 Euro), Frankreich (4,00 Euro) oder den USA (5,29 Euro). Auch in diesem Bereich wird das Telefonieren nach Expertenmeinung aber billiger. Die Autoren der Studie gehen davon aus, daß das klassische Telefonnetz bis ins Jahr 2020 völlig von der Internet-Telefonie ersetzt wird.

Bildmaterial: dpa, F.A.Z., FAZ.NET-Helfert

© Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH 2009.
Alle Rechte vorbehalten.
Vervielfältigungs- und Nutzungsrechte erwerben
Verlagsinformation

Sportverletzung? Sorgen Sie vor - mehr Leistung für weniger Geld. Vergleichen Sie jetzt online die Leistungen verschiedener privater Krankenversicherungen!

22.12.2009 | 06:41
Name Kurs in %
DAX 5.930,53 +1,70%
TecDAX 817,81 +0,30%
MDAX 7.454,26 +0,82%
SDAX 3.547,67 −0,22%
REX 378,50 −0,06%
Eurostoxx 50 2.926,05 +1,91%
Dow Jones 10.414,10 +0,83%
Nasdaq 100 1.828,79 +1,19%
S&P500 1.114,05 +1,05%
Nikkei225 10.350,60 +1,64%
EUR/USD 1,4292 +0,11%
Rohöl Brent Crude 72,78 $ −0,29%
Gold 1.105,50 $ +0,09%
Bund Future 122,90 € −0,43%
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche