Telekommunikation

Neue Tarife sollen Umsatzrückgang bei T-Mobile stoppen

Telekom-Chef Ricke steht unter Druck

Telekom-Chef Ricke steht unter Druck

28. August 2006 Mit einer neuen Preisstrategie will die Deutsche Telekom aus der Defensive kommen. Die Telekom-Tochter T-Mobile kündigte am Montag eine Pauschale für Vertragskunden sowie ein Kontingent an, bei dem die Handyminute bestenfalls nur 6 Cent kostet. Dieser Preis liegt nur geringfügig über dem Niveau für Telefonate im Festnetz.

Das Unternehmen verspricht sich davon eine Steigerung der Handynutzung. Ziel der neuen Angebote sei es, dem „Teuerimage“ des Mobilfunks entgegenzuwirken, hieß es weiter. Derzeit liegt der durchschnittliche Minutenpreis in Deutschland bei 22 Cent.

T-Mobile will Umsatz pro Kunde steigern

Statt zum Festnetztelefon sollen die Kunden künftig mehr zum Mobiltelefon greifen. Der durchschnittliche Umsatz pro Kunde liege in Deutschland noch deutlich unter dem europäischen Niveau, sagte der Chef von T- Mobile Deutschland, Philipp Humm. Mit den neuen Tarifen, die ab Freitag gelten sollen, will T-Mobile dem Umsatzrückgang im inländischen Mobilfunkgeschäft entgegenwirken. Erstmals sei im zweiten Quartal 2006 der deutsche Mobilfunkmarkt geschrumpft, und zwar um 0,2 Prozent, sagte Humm weiter.

Bei dem Pauschaltarif „Relax 1000“ können die Nutzer für 59 Euro im Monat 1000 Minuten in alle Netze telefonieren. Die Minute koste damit knapp sechs Cent. Mit dem Tarif „Max“ bietet T-Mobile eine Flatrate für das deutsche Festnetz und das Netz von T-Mobile an. Dafür fällt ein Monatspreis von 35 Euro an. Diese Tarifoption wird ab 4. Oktober angeboten, ebenso wie ein neuer Prepaid-Tarif Xtra Smart.

Für eine monatliche Aufladung der Karte von mindestens 30 Euro sinkt der Minutenpreis ins deutsche Festnetz und im T-Mobile-Netz auf neun Cent pro Minute. Gespräche in andere Mobilfunknetze kosten 29 Cent pro Minute. Ziel sei es, den Verbrauchern die „Preisschere im Kopf zu nehmen“, sagte Humm.

Vertragsverlängerung von Konzernchef Ricke auf der Kippe

T-Mobile will außerdem den Service ausbauen und dazu bis Ende 2007 zusätzlich 450 Stellen in der Kundenbetreuung einrichten. Auch die Zahl der „T-Punkt“-Shops soll deutlich steigen. Neue Angebote für Festnetz, DSL und Internet will Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke am Donnerstag bei der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin bekanntgeben.

Nachdem die Telekom im ersten Halbjahr eine halbe Million Festnetzkunden verloren hatte, mußte Ricke Mitte August seine Gewinnprognose nach unten korrigieren. Daraufhin geriet Ricke persönlich unter starken Druck. Die im Herbst anstehende Verlängerung seines Vertrages ist offenbar gefährdet, nachdem aus dem Kreis der Aktionäre Kritik laut wurde.

Text: FAZ.NET mit Material von Dow Jones, dpa
Bildmaterial: dpa

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