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Skype-Debakel beschert Ebay Verlust

Milliardenabschreibung: Für Skype hat Ebay wohl zu viel geboten

Milliardenabschreibung: Für Skype hat Ebay wohl zu viel geboten

18. Oktober 2007 Eine Milliardenabschreibung auf den Internettelefonie-Dienst Skype hat das weltgrößte Online-Auktionshaus Ebay tief in die roten Zahlen gedrückt. Ebay verbuchte im dritten Quartal einen Verlust von 935,6 Millionen Dollar (659 Millionen Euro), wie das amerikanische Unternehmen nach Börsenschluss am Mittwoch mitteilte. Die Skype-Sonderabschreibungen schlugen wie bereits zuvor angekündigt mit 1,4 Milliarden Dollar zu Buche. Im laufenden Geschäft gab es hingegen kräftige Steigerungen.

Der Ebay-Quartalsumsatz wuchs im Jahresvergleich um 30 Prozent auf 1,9 Milliarden Dollar. Unter Ausklammerung von Sonderfaktoren steigerte Ebay den operativen Gewinn um 28 Prozent auf 593 Millionen Dollar. Unterm Strich hatte Ebay im Vorjahresquartal 280,9 Millionen Dollar Gewinn gemacht.

2,6 Milliarden für Skype gezahlt

Ebay hatte 2005 rund 2,6 Milliarden Dollar für Skype gezahlt, doch blieben die Geschäftsergebnisse bisher hinter den Erwartungen zurück. Ebay war nach dem Skype-Kauf in die Kritik geraten, da viele Fachleute den Kaufpreis für überhöht hielten. Tatsächlich steigt die Zahl der Skype-Nutzer zwar immer weiter - doch die Umsätze wachsen nur zögerlich. Mit der Milliarden-Abschreibung wollte Ebay nun für klare Verhältnisse sorgen.

Die Skype-Abschreibung war bereits Anfang des Monats angekündigt worden. Dazu gehört eine Zahlung von 375 Millionen Euro an die Skype- Gründer. Bei dem Kauf waren ergebnisabhängige Zahlungen von bis zu 1,2 Milliarden Euro an die Altaktionäre ausgehandelt worden. Dass der Betrag nun deutlich geringer ausfiel, liegt daran, dass Skype die Umsatzziele verfehlte. Zugleich gab Mitbegründer Niklas Zennström den Chefposten bei Skype ab.

Gesamtwert der verkauften Produkte erhöhte sich

Im Hauptgeschäft mit Internet-Auktionen erhöhte sich der Gesamtwert der über Ebay verkauften Produkte um 14 Prozent auf 14,4 Milliarden Dollar. Die Zahl der gelisteten Waren ging allerdings um fünf Prozent auf 556 Millionen Stück zurück. Ebay versucht, die Kunden in aller Welt mit neuen Suchfunktionen und anderen Verbesserungen zur verstärkten Nutzung seiner Auktions-Seiten zu bewegen. Ebay hatte zum Quartalsende 83,0 Millionen aktive Nutzer oder vier Prozent mehr als vor einem Jahr.

Ebay-Konzernchefin Meg Whitman verwies auf die besser als erwartet verlaufene Entwicklung des Auslandsgeschäfts sowie auf das gute Abschneiden des PayPal-Zahlungssystems, der Online-Werbung und anderer Geschäftsbereiche. PayPal ist einer der wichtigsten Wachstumsträger von Ebay und steigerte den Umsatz in der Berichtszeit um 35 Prozent auf 470 Millionen Dollar.

Skype legte in Europa, Nordamerika und Asien stark zu und steigerte den Umsatz um 96 Prozent auf 98 Millionen Dollar. Der Telefonie- und Messaging-Dienst hatte am Quartalsende 246 Millionen registrierte Nutzer oder 81 Prozent mehr als vor einem Jahr.
Ebay mit Sitz in San Jose (Kalifornien) erwartet für das vierte Quartal einen Umsatz von 2,1 bis 2,15 Milliarden Dollar und unter Ausklammerung von Sonderfaktoren einen Gewinn von 39 bis 41 Cent je Aktie. Das Unternehmen will im Gesamtjahr 7,6 bis 7,65 Milliarden Dollar umsetzen und einen Gewinn von 1,47 bis 1,49 Dollar je Aktie erzielen.
In den ersten neun Monaten dieses Jahres setzte Ebay 5,5 (Vorjahr: 4,2) Milliarden Dollar um. Es gab einen Verlust von 182,6 Millionen Dollar oder 13 Cent je Aktie gegenüber einem Gewinn von 779,2 Millionen Dollar oder 54 Cent je Aktie im Januar-September-Abschnitt 2006. Im dritten Quartal lag der Verlust je Aktie bei 69 Cent nach 20 Cent Gewinn ein Jahr zuvor.

Text: dpa
Bildmaterial: AP

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