Mediennutzung

Digitaler Generationenwechsel

Von Holger Schmidt

22. Oktober 2007 Das Internet ändert die Mediennutzung. Ganz langsam zwar, aber inzwischen unübersehbar: Für 24 Prozent der Deutschen gehört das Internet inzwischen zu den wichtigsten Informationsquellen über das aktuelle Geschehen. Das sind 9 Prozentpunkte mehr als noch 2004, hat die Allensbacher Computer- und Technikanalyse (Acta) 2007 ergeben. Das hinterlässt Spuren bei den anderen Medien: Der Anteil der Deutschen, für die das Fernsehen zu den wichtigsten Quellen gehört, ist von 81 auf 78 Prozent in diesem Zeitraum gefallen. „Das Fernsehen hat zwar noch eine hohe Bedeutung als Nachrichtenquelle, verliert aber Anteile“, sagte Allensbach-Forscher Johannes Schneller. Die Zeitungen haben 5,6 Prozentpunkte auf 53 Prozent eingebüßt.

Das Internet wird anders genutzt als Fernsehen oder Zeitungen. „Das Internet ist als Informationsquelle immer verfügbar. Die Informationen werden daher erst dann abgerufen, wenn sie gebraucht werden. Vor allem jungen Menschen genügt oft das Wissen, wo eine Information steht“, sagte Schneller.

Die Altersstruktur der Printmedien ändert sich

Die unspektakulär erscheinenden Veränderungen in der Gesamtbevölkerung erhalten Dynamik, wenn lediglich das Medienverhalten der jungen Menschen betrachtet wird. In der Altersgruppe zwischen 20 bis 29 Jahren lesen inzwischen etwa 30 Prozent keine Zeitung mehr, hat die Allensbach-Umfrage unter 10.000 Menschen ergeben. Vor drei Jahren lag dieser Anteil erst bei rund 22 Prozent. Entsprechend verändert sich die Altersstruktur der Printmedien: Noch Mitte der neunziger Jahren hatten die Magazine „Focus“, „Stern“ und „Spiegel“ mehr als 40 Prozent ihrer Leserschaft in der Altersgruppe zwischen 18 und 39 Jahren. Inzwischen ist dieser Anteil in allen drei Publikationen auf rund 30 Prozent gefallen, haben die Allensbacher Forscher herausgefunden. Die Ursache liegt im Internet: Rund 37 Prozent dieser Altersgruppe nennen jetzt das Internet als wichtigste Informationsquelle.

Das muss nicht schlimm für die Printmedien sein, wenn sie ihre Leser auch im Internet an sich binden. Das gelingt nicht allen: Zum Beispiel ist die Zahl der Menschen, die mit einem gedruckten „Stern“ in Kontakt kommen, nach Allensbach-Angaben in den vergangenen fünf Jahren von 7,35 Millionen auf 6,18 Millionen gefallen. Gleichzeitig sind die Kontakte mit der Internetseite des "Stern" nur von 660 000 auf 1,31 Millionen gestiegen.

Wirtschaftstitel stark im Internet

Die Wirtschaftstitel „Handelsblatt“ und „Financial Times Deutschland“ generieren nach Allensbach-Angaben inzwischen mehr als 60 Prozent ihrer Markenkontakte im Internet, rund ein Drittel im Print. Diese Zahl ist für die täglich erscheinenden Titel allerdings etwas zu Lasten des Print verzerrt, weil die Printleser je Ausgabe den kumulierten Online-Nutzern je Woche gegenübergestellt werden.



Text: ht./F.A.Z., 22.10.2007, Nr. 245 / Seite 23
Bildmaterial: F.A.Z.

 
Kursabfrage 
NamePunkteProzent
Dax 4.544,31 -7,01
TecDax 516,75 -4,81
DowJones 8.451,19 -1,49
Nasdaq 1.649,51 +0,27
STOXX 50 2.421,87 -7,86
Nikkei 225 8.276,43 -9,62
S&P 500 Zert. 8,83 -10,45
Euro/Dollar 1,34 +0,00
Bund Future 114,67 -1,44
Gold 847,40 +0,00
Öl 76,65 -7,49
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