Telekommunikation

High-Speed-Surfen über den Wolken

Auch 12.000 Meter über der Erde immer im Netz

Auch 12.000 Meter über der Erde immer im Netz

25. Februar 2005 Mit der Freiheit über den Wolken ist es für Vieltelefonierer und Internetnutzer nicht besonders weit her. Außer mit teuren Satellitentelefonen sind der Kommunikation im Flugzeug enge Grenzen gesetzt. Das wird sich bald ändern. Seit dem Start des amerikanischen Connexion-Systems für den Internetzugang im Flugzeug schließen immer mehr Airlines die Kommunikationslücke zwischen Himmel und Erde.

„Wir rüsten bis 2006 unsere gesamte Langstreckenflotte damit aus“, kündigte die Lufthansa vor rund zwei Jahren an und ist seitdem Marktführer. „Rund 40 Prozent unserer Langstrecken-Sitze sind schon versorgt“, sagt Lufthansa-Projektleiter Bernhardt. Singapore Airlines, SAS, All Nippon Airways und weitere Gesellschaften bauen die Geräte ebenfalls ein.

Internetzugriff kostet 30 Dollar pro Flug

Wartung an der Satellitenantenne

Wartung an der Satellitenantenne

Obwohl der Zugriff für den Kunden einfach ist, steckt hochkomplizierte Technik hinter der Breitband-Verbindung zwischen Himmel und Erde. In der Kabine ist ein WLAN-Hotspot installiert. Von dort gehen die Daten zu einer Antenne im Flugzeugrumpf. Diese ist auf einen Satelliten gerichtet, von dort geht es wieder zur Erde und in die Datennetze. Rund 30 Dollar kostet der Zugriff pro Flug. Inzwischen haben auch zahlreiche Firmen und Mobilfunkanbieter Kooperationsverträge mit Connexion geschlossen.

„Das Angebot wird künftig ein kaufentscheidender Faktor“, ist glaubt Seiter. Gerade Geschäftsreisende wollen die Zeit im Flugzeug nutzen, um E-Mails zu bearbeiten oder das Internet zu nutzen. Technisch sind auch Fernsehübertragungen und Telefonate möglich. „Bei Filmen und Fernsehserien müssen aber komplizierte Rechtsfragen geklärt werden“, sagt Seiter. Dennoch sei absehbar, daß der Breitband-Zugriff die Welt des klassischen Inflight-Entertainments mit Filmen, Spielen und Shopping deutlich verändern werde.

Telefonieren im Tunnel - bald kein Problem?

Aber auch bei der Bahn soll die Kommunikation verbessert werden. Tunnelfahrten enden bisher meist mit Gesprächsabbrüchen. „Die Versorgung ist Sache der Mobilfunkbetreiber, wir arbeiten da aber eng zusammen“, sagt Bahnsprecherin Diana Scharl. Auf der Cebit in Hannover will das Unternehmen zudem eine Lösung für den verbesserten Internet-Zugriff vorstellen. Die Ausrüstung der Tunnelstrecken sei aber technisch sehr kompliziert.

Beim Thema Kommunikationskultur hat die Bahn der Luftfahrt den Weg aber schon vorgezeichnet: In den ICE-Waggons sind seit langem Rede- und Schweigezonen eingerichtet. Etwas Ähnliches, wird gefordert, müßten sich die Fluggesellschaften auch einfallen lassen: Passagiere, die ständig am Telefonieren sind, lassen sich kaum mit gediegenem First- oder Businessclass-Ambiente verbinden. „Das müssen wir ganz klar austesten, wie sowas geregelt wird“, sagt Lufthansa- Manager Seiter.

Text: FAZ.NET mit Material von dpa
Bildmaterial: AP, picture-alliance / dpa/dpaweb

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