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Nemo trennt sich von Mickey Mouse

Erfolgsfilm aus dem Hause Pixar

Erfolgsfilm aus dem Hause Pixar

30. Januar 2004 Das erfolgreichste amerikanische Zeichentrickfilm-Studio Pixar Animation Studios hat seine zwölfjährige Partnerschaft mit der Walt Disney Company überraschend beendet. Pixar-Chef Steve Jobs - er ist auch Apple-Computer-Chef - gab das Scheitern der nach zehn Monaten geplatzten Verhandlungen über ein neues Vertriebs- und Kooperationsabkommen am Donnerstag nach Börsenschluß bekannt. Es war ein echter Hollywood-Schock, da die Experten doch noch mit einem neuen Abkommen gerechnet hatten.

Die fünf Pixar-Filme „Toy Story“ (1995), „Das große Krabbeln“ (1998), „Toy Story 2“ (1999), „Monsters, Inc.“ (2001) und „Findet Nemo“ (2003) haben nach Pixar-Angaben weltweit bisher mehr als 2,5 Milliarden Dollar (zwei Milliarden Euro) in den Kinos eingespielt. Zusätzlich wurden mehr als 150 Millionen DVDs und Videos verkauft.

Jobs mit markigen Worten

„Wir hatten gemeinsam einen der erfolgreichsten Läufe in der Hollywood-Geschichte. Es ist schade, daß Disney nicht an den zukünftigen Erfolgen teilnehmen wird“, erklärte Jobs. Nach Beendigung der letzten zwei Filme im Rahmen des existierenden Abkommens, „The Incredibles“ in 2004 und „Cars“ in 2005, wolle Pixar seine zukünftigen Produktionen im alleinigen Besitz behalten, erklärte das in Emeryville (Kalifornien) ansässige Animationsfilm-Studio.

Disney-Chef Michael Eisner sagte, daß man eine „Fortsetzung unserer erfolgreichen Zusammenarbeit unter beiderseitig akzeptablen Bedingungen vorgezogen hätte“. Man habe das Schlußangebot von Pixar nicht annehmen können, „da es Disney Hunderte von Millionen Dollar gekostet hätte, die dem Unternehmen im Rahmen der existierenden Vereinbarungen zugestanden hätten“, begründete Disney-Finanzchef Tom Staggs die geplatzten Verhandlungen.

Rechte für Fortsetzungen bei Disney

Pixar und Disney hatten ihre ersten Entwicklungs- und Vertriebsvereinbarungen 1991 getroffen. Disney hat von 1995 an, beginnend mit „Toy Story“, die Pixar-Hits mitfinanziert und vertrieben. Die beiden Unternehmen teilten die Gewinne nach Abzug der an Disney gezahlten Vertriebsgebühren.

Im Rahmen der derzeitigen Vereinbarungen behält Disney das Recht, die ersten sieben Pixar-Filme zu vertreiben. Pixar bekommt weiterhin seinen Gewinnanteil. Disney hat aber auch das Recht, die Fortsetzungsfilme der sieben Pixar-Filme allein zu finanzieren und zu produzieren, falls Pixar nicht teilnimmt.

Disney selbst fehlen große Erfolge in jüngerer Zeit

Disney hatte mit seinen eigenen Zeichentrickfilmen in letzter Zeit keine großen Erfolge, während Pixar mit seinem legendären kreativen Team unter John Lasseter einen Hit nach dem anderen landete und serienweise Oscars abstaubte. Das gespannte Verhältnis zwischen Jobs und Eisner soll nach Hollywood-Spekulationen eine Rolle gespielt haben. Die harten Eisner-Kritiker Roy E. Disney und Stanley P. Gold, die kürzlich aus dem Disney-Verwaltungsrat ausgeschieden waren, zeigten sich über den Verlust der Disney-Pixar-Verbindung „außerordentlich bestürzt“ und lasteten Eisner die Schuld an.

Die Pixar-Entscheidung bietet anderen Filmstudios jetzt eine Chance. Sie dürften Pixar jetzt umwerben, um ein neues lukratives Filmvertriebsabkommen mit dem Erfolgsstudio zu treffen. Dazu zählen Time Warner mit seinen Warner Bros., die News Corp. mit Twentieth Century Fox, Viacom mit Paramount Pictures, Sony mit Sony Pictures Entertainment sowie Metro-Goldwyn Mayer, berichtete das „Wall Street Journal“ am Freitag in seiner Onlineausgabe.

Text: dpa

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