Computer

Dell überrascht mit höherem Gewinn

Unter Druck: Dell-Chef Kevin Rollins

Unter Druck: Dell-Chef Kevin Rollins

22. November 2006 Der unter erheblichem Wettbewerbsdruck des Hauptkonkurrenten Hewlett-Packard und anderer PC-Hersteller stehende amerikanische Computeranbieter Dell hat die Wall Street mit einem deutlich höher als erwarteten Gewinn überrascht. Die Dell-Aktien schossen am Dienstag nachbörslich stark um 8,22 Prozent auf 26,86 Dollar in die Höhe.

Dell verdiente im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2005/2006 auf vorläufiger Basis 677 Millionen Dollar (529 Millionen Euro) oder 30 Cent je Aktie. Dies gab Dell am Dienstag nach Börsenschluß in den Vereinigten Staaten bekannt. Der Quartalsumsatz betrug 14,4 Milliarden Dollar. Die Wall Street hatte nur mit 24 Cent Gewinn je Aktie für den am 3. November beendeten Dreimonatsabschnitt gerechnet.

Keine Vergleichszahlen für das Vorjahresquartal

Dell hatte die Vorlage der Geschäftsergebnisse für das dritte Quartal des laufenden Geschäftsjahres um mehrere Tage verzögert. Die amerikanische Wertpapier- und Börsenbehörde SEC und die New Yorker Staatsanwaltschaft untersuchen Dell im Zusammenhang mit der Bilanz- und Finanzberichtserstattung. Dell nannte in seiner Mitteilung auch keine Vergleichszahlen für das dritte Quartal des vorangegangenen Geschäftsjahres. Die vorgelegten Zahlen könnten sich noch ändern, hieß es.

Dell hatte nach seinem im November 2005 vorgelegten Bericht für das dritte Quartal des vorangegangenen Geschäftsjahres 606 Millionen Dollar oder 25 Cent je Aktie verdient und 13,9 Milliarden Dollar umgesetzt.

Dell kämpft an verschiedenen Fronten

Neben den behördliche Untersuchungen hatte Dell auch kürzlich die Führung im globalen PC-Markt an Hewlett-Packard (HP) verloren. HP hatte vor wenigen Tagen eine Vervierfachung seines Quartalsgewinns bekannt gegeben. Dell mußte im Sommer mehrere Millionen Sony- Batterien in seinen Laptop-Rechnern zurückrufen. Hinzu kamen Kundendienst-Beschwerden im heimischen Markt. Ihnen begegnete Dell mit erheblich mehr Service-Personal und höheren Kundendienstausgaben, was sich in viel kürzeren Wartezeiten bei Kundenanrufen niederschlug. Dell verwies in seiner Mitteilung zudem auf eine verbesserte weltweite Produktpalette und das beschleunigte Auslandswachstum.

Der Umsatz in Nord- und Südamerika betrug 9,2 Milliarden Dollar, und es gab einen Absatzrückgang von vier Prozent. Dell setzte in der Region Europa/Naher Osten/Afrika 3,3 Milliarden Dollar um und steigerte den Absatz um neun Prozent. Die Gesellschaft hatte kürzlich eine zweite europäische Produktionsstätte in Lodz (Polen) angekündigt, um die Kunden in Mittel- und Osteuropa besser zu versorgen. Im asiatisch-pazifischen Raum, einschließlich Japans, setzte Dell 1,9 Milliarden Dollar um und erhöhte den Absatz um 23 Prozent.

Der Desktop-Umsatz betrug 4,7 Milliarden Dollar und es gab einen Absatzrückgang von fünf Prozent. Bei Laptops steigerte Dell den Absatz um 17 Prozent und hatte einen Umsatz von 3,9 Milliarden Dollar. Software und andere Produkte steuerten 2,3 Milliarden Dollar Umsatz bei, Dienstleistungen 1,4 Milliarden Dollar und Server 1,5 Milliarden Dollar. Bei Servern erhöhte sich der Absatz um zwölf Prozent.

Text: dpa
Bildmaterial: REUTERS

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13.11.2009 | 23:59
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