23. August 2007 Die Spielebranche klopft sich zufrieden auf die Schulter. Der Markt für Computer- und Videospiele ist im ersten Halbjahr um 17 Prozent gewachsen, die Messe Games Convention eilt von Rekord zu Rekord, und bis 2010 soll jeder zweite Deutsche zum Spiel am Bildschirm gebracht werden. Doch ganz so rosig ist die Situation nicht.
Das Wachstum entfällt fast ausschließlich auf mobile Konsolen und hier zum allergrößten Teil auf Nintendo. Das Geschäft mit Computerspielen und Videospielen für die Fernsehkonsolen stagniert. Die traditionelle Klientel der jungen, männlichen Spieler kauft die neuen Hochleistungskonsolen von Microsoft und Sony bisher nicht wie gewünscht.
Neue Zielgruppen
Als Folge bleiben auch die Spielehersteller, die viele Millionen in die Entwicklung der Spiele für die neue Konsolengeneration investiert haben, auf ihren Produkten sitzen. Sie produzieren nun unter Hochdruck Familienspiele, um die neue Zielgruppe der Familien, Frauen und älteren Spieler zu bedienen. Das zeigt sich auf der Messe ganz offensichtlich: Vor den Bildschirmen wird jetzt getanzt und gesungen, Tischtennis gespielt oder Aerobic gemacht.
Direkt daneben sitzen noch die kleinen und großen Jungs mit ihren Kopfhörern, ganz in ihre World of Warcraft versunken. Noch sind die Hardcorespieler auf der Games Convention in der Überzahl, aber die Branche öffnet sich. Sicher nicht zu ihrem Schaden.
Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AP, ddp, dpa, F.A.Z., REUTERS, ZB