09. August 2007 Der Medienunternehmer Rupert Murdoch hat erstmals Einblick in seine mit Spannung erwarteten Pläne für das Wall Street Journal gewährt. Nur wenige Tage nach der Einigung auf die 5,6 Milliarden Dollar schwere Übernahme des Medienkonzerns Dow Jones kündigte der 76 Jahre alte Unternehmer an, die renommierte Finanzzeitung möglicherweise bald umsonst im Internet anzubieten. Das wäre eine radikale Umkehr der bisherigen Strategie, denn bislang gehört die für Abonnenten reservierte Seite www.wsj.com zu den erfolgreichsten gebührenpflichtigen Inhalten des gesamten Internets.
Kurzfristig wäre es eine teure Angelegenheit, sagte der gebürtige Australier bei der Vorlage der Geschäftsbilanz seines weltumspannenden Konzerns News Corp am Mittwochabend. Langfristig könne dies jedoch die richtige Strategie sein, weil ein rasanter Anstieg der Leser die Werbeeinnahmen ankurbeln werde.
Enorme Gewinne mit News Corp
Zudem dürfte Murdoch ein kurzfristiger Einnahme-Rückgang beim Wall Street Journal nicht allzu sehr schmerzen: News Corp fuhr allein im Frühjahr unterm Strich dank hoher Werbeeinnahmen einen Quartalsgewinn von 890 Millionen Dollar ein, knapp fünf Prozent mehr als vor einem Jahr. Der Umsatz stieg um 9 Prozent auf 7,37 Milliarden Dollar (5,4 Milliarden Euro).
Nach einer monatelangen Zitterpartie stimmte Murdoch vergangene Woche die Eigentümerfamilie Bancroft von Dow Jones um. Sie hatte die Übernahme durch Murdoch lange abgelehnt, da sie eine Einmischung in die redaktionelle Arbeit und einen Image-Verlust für das Wall Street Journal befürchtete.
Kostensenker und Gewerkschaftsgegner
Murdoch eilt der Ruf voraus, im Namen hoher Auflagen keinen Wert auf Qualitätsjournalismus zu legen. Als Kostensenker und unerbittlicher Gewerkschaftsgegner ist er ohnehin bekannt.
Auch bei Dow Jones will er nun den Rotstift ansetzen und kündigte Einsparungen von deutlich mehr als 50 Millionen Dollar an. Murdoch sprach hierbei selbst von einer harten Ankündigung, obwohl er keine Entlassungen plane. Gleichzeitig will Murdoch das Dow-Jones-Geschäft in Europa und Asien
ausbauen - dies könnte etwa neue Konkurrenz für die Financial Times des britischen Pearson-Verlags bedeuten. Die lokalen Blätter in den Vereinigten Staaten aus dem Hause Dow Jones will Murdoch womöglich verkaufen, aber alle anderen Konzernteile behalten.
Murdochs Filmstudios schwächeln
Bei News Corp entwickelte sich im Frühjahr das Geschäft im Kabelfernsehen und im Bereich Satelliten-TV stark, wo News Corp jeweils deutlich mehr verdiente als vor Jahresfrist. Dagegen schwächelten die Filmstudios, wo der Gewinn um fast 50 Prozent einbrach.
News Corp machte dafür unter anderem hohe Kosten für die Veröffentlichung des Films Die Fantastischen Vier 2 verantwortlich. Zum News Corp-Imperium zählen bereits vor der Übernahme von Dow Jones etwa die Fernsehsender Fox und Sky, das Internetunternehmen MySpace, aber auch Zeitungen wie die britische Times und
die Sun.
Text: Reuters
Bildmaterial: AP
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| Name | Punkte | Prozent |
|---|---|---|
| Dax | 5.326,63 | -1,12 |
| TecDax | 573,04 | -5,15 |
| DowJones | 9.447,11 | -5,11 |
| Nasdaq | 1.754,88 | -5,80 |
| STOXX 50 | 2.878,82 | +0,22 |
| Nikkei 225 | 10.155,90 | -3,03 |
| S&P 500 Zert. | 10,50 | -1,78 |
| Euro/Dollar | 1,36 | +0,08 |
| Bund Future | 117,28 | +0,26 |
| Gold | 883,47 | -0,57 |
| Öl | 85,76 | -1,06 |