Telekommunikation

Mobilfunk treibt Ergebnis der Telekom

Erwartungen an den Mobilfunk steigen

Erwartungen an den Mobilfunk steigen

11. Mai 2006 Die Deutsche Telekom hat im ersten Quartal vor allem dank der guten Entwicklung des Mobilfunkgeschäfts Umsatz und operativen Gewinn gesteigert. Der Konzern hob die Umsatzplanung für die Mobilfunksparte an, senkte sie aber zugleich für den Bereich Breitband/Festnetz.

Wie die Telekom am Donnerstag in Bonn mitteilte, stieg das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,7 Prozent auf fünf Milliarden Euro. Von Reuters befragte Analysten hatten im Durchschnitt für das erste Quartal mit einem Ebitda von 4,98 Milliarden Euro gerechnet. Der Umsatz stieg im Auftaktquartal um 3,9 Prozent auf 14,8 Milliarden Euro. Analysten hatten hier im Durchschnitt mit rund 15 Milliarden Euro gerechnet. Unter dem Strich verbuchte die Telekom einen Gewinn von rund 1,1 Milliarden Euro, ein Plus von 9,7 Prozent.

T-Mobile Deutschland hält nicht mit

„Das Geschäftsfeld Mobilfunk ist nach wie vor der Wachstumstreiber“, sagte Vorstandschef Kai-Uwe Ricke. Die Sparte machte im ersten Quartal fast 50 Prozent des Konzernsumsatzes aus. Das Umsatzplus von T-Mobile International von 12,3 Prozent ging aber auf die Entwicklung in den Vereinigten Staaten und in Großbritannien zurück, während die deutsche Tochter wegen des anhaltenden Preisdrucks und einer Reduzierung der Terminierungsentgelte ein Umsatzminus von 3,4 Prozent auf zwei Milliarden Euro verzeichnete.

Auch die Kundengewinnung von T-Mobile verlief in Deutschland nicht so gut wie von Experten erwartet. Im Heimatmarkt kamen im ersten Quartal 284.000 Kunden hinzu, Analysten hatten 309.000 erwartet. Die KPN-Tochter E-Plus gewann im ersten Quartal 694.000 Kunden. Insgesamt gewann T-Mobile im ersten Quartal 1,1 Millionen Kunden, davon allein in den USA 1,035 Millionen, deutlich mehr als von Analysten erwartet. Das bereinigte Ebitda legte im Mobilfunk um acht Prozent auf 2,3 Milliarden Euro zu. Allerdings verzeichnete auch hier T-Mobile Deutschland einen Rückgang.

Das Geschäft im Festnetz schwindet immer schneller. Der Gesamtumsatz der Sparte T-Com ging im ersten Quartal um fast 6 Prozent zurück. Im gesamten vergangenen Jahr hatte der Rückgang noch bei 3,5 Prozent gelegen. Dem Festnetz mache vor allem der Verlust von Hausanschlüssen und die zunehmende Verlagerung von Gesprächen zum Mobilfunk zu schaffen.

Wachstum bei DSL-Kunden

Bei den DSL-Anschlüssen setzte sich das Wachstum fort. In den ersten drei Monaten stieg die Zahl um insgesamt 735.000 auf 9,2 Millionen. In Deutschland waren Ende März rund 8,6 Millionen Breitbandanschlüsse in Betrieb, ein Zuwachs von 643.000. Allerdings wurden davon 560.000 von Wettbewerbern der Telekom vermarktet (Resale). Selbst gewann das Unternehmen per saldo rund 80.000 Kunden hinzu.

Die seit mehr als einem Jahr zu den Schlußlichtern im Dax zählenden T-Aktien konnten auch am Donnerstag nicht von ihrem Zwischenbericht profitieren, sondern gaben bis zu zwei Prozent nach. „Die Zahlen lagen am unteren Rand der Erwartungen“, sagte ein Händler. Die HVB senkte ihre Anlageempfehlung auf „Neutral“ von“Outperform“.

Text: FAZ.NET mit Material von Reuters, dpa, Dow Jones
Bildmaterial: AP, F.A.Z.

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