28. Mai 2007 Die großen Internetunternehmen T-Online, Yahoo, MSN und AOL haben im vergangenen Jahr an Reichweite im Internet verloren, vor allem gegen Web-2.0-Anbieter wie Wikipedia, Myvideo oder StudiVZ. Nach der jüngsten Erhebung der Arbeitsgemeinschaft Online-Forschung (Agof) sank die Reichweite von T-Online zwischen Ende 2005 und Ende 2006 um 500.000 Nutzer, während Yahoo und MSN rund eine Million Nutzer und AOL sogar 1,4 Millionen Nutzer einbüßten. Unter den großen Anbietern konnten nur Web.de und Freenet leicht zulegen. Gewinner des Jahres ist Pro Sieben Sat.1, dessen Senderseiten ebenso kräftig zulegten wie die zugehörige Video-Gemeinschaft Myvideo, deren Internetseite Ende 2006 bereits von 4,6 Millionen Menschen aufgesucht wurde.
Der Aufschwung der Web-2.0-Seiten lässt sich inzwischen gut messen. 54 Prozent der deutschen Internetnutzer besuchten im Februar 2007 Web-2.0-Seiten, hat das Marktforschungsinstitut NielsenNetratings ermittelt. Damit sind diese Seiten fast so beliebt wie Finanzangebote (57 Prozent Reichweite) und die Reiseseiten (53 Prozent). Die Zahl der Nutzer auf diesen Seiten kletterte zwischen Februar 2006 und Februar 2007 um 32 Prozent auf 19,7 Millionen.
Wikipedia beliebteste Web-2.0-Seite der Deutschen
Die Seitenaufrufe legten sogar um 77 Prozent auf 2,1 Milliarden zu, und die Zeit, die auf diesen Seiten verbracht wurde, stieg um 48 Prozent auf durchschnittlich 45 Minuten je Monat. Die beliebteste Web-2.0-Seite der Deutschen ist Wikipedia, die von 33 Prozent aller Nutzer aufgesucht wird, hat Nielsen-Netratings gemessen. Wikipedia, Youtube und Myspace hatten von Januar auf Februar 2007 die loyalsten Nutzer. Zwei Drittel der Besucher im Januar kehrten im Februar auf diese Seiten zurück. Auch andere Online-Gemeinschaften und Videoseiten hatten mit Loyalitätswerten von mehr als 50 Prozent treue Fangemeinden.
Unter den Vermarktern der Online-Werbung gab es auch einige Verschiebungen. Seven One Interactive, der Vermarkter von Pro Sieben Sat.1, baute sein Portfolio aus und kletterte in der Rangliste vom siebten auf den dritten Platz. Der T-Online-Vermarkter Interactive Media legte zwar leicht zu, verlor im Jahresvergleich aber die Spitzenposition an United Internet Media.
Text: ht./F.A.Z., 29.05.2007, Nr. 122 / Seite 21
Bildmaterial: F.A.Z.
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