Internet

AOL will Nummer 3 in Deutschland werden

Von Holger Schmidt

Charles Fränkl

Charles Fränkl

19. September 2006 Nach dem Verkauf des Internetzugangsgeschäfts an Telecom Italia will AOL nun die Reichweite unter den deutschen Internetnutzern deutlich ausbauen. „Die Reichweite von AOL wird steigen, da die Hansenet-Kunden nun dazukommen. Wir haben die Absicht, im kommenden Jahr die drittgrößte Reichweite im deutschen Internetmarkt zu erreichen. Wir schaffen das aber nicht alleine mit Hansenet. Wir vermarkten auch andere Seiten wie Eurosport und nehmen zusätzliche AOL-Internetangebote wie Winamp in unser Netzwerk auf“, sagte Charles Fränkl, der Deutschland-Chef von AOL, dieser Zeitung. Bisher ist AOL in der Rangliste der Online-Vermarkter mit 6,74 Millionen erreichten Nutzern lediglich auf Rang 8, hat die Arbeitsgemeinschaft Online Forschung (Agof) ermittelt.

Fränkl von Verkauf überrascht

Im Geschäft mit den Inhalten im Internet, das über die drei Stammärkte Deutschland, England und Frankreich in Europa ausgedehnt werden soll, werden Videos von Time Warner gratis angeboten. „Diese Videos werden mit Werbung finanziert“, sagte Fränkl. Die zweite Richtung seien Multimedia-Suche, also Suche auch in Musik und Videos. „Die dritte Säule sind die Inhalte, die von den Nutzern generiert werden, also Web 2.0. AOL wird zu einer Plattform, auf der vor allem die Web 2.0 Elemente im Vordergrund stehen werden“, sagte Fränkl, der erst zu Jahresanfang zu AOL gekommen ist und vom schnellen Verkauf des Zugangsgeschäftes selber überrascht worden ist. „Ich wußte, daß so etwas kommen würde, aber ich habe das erst Ende 2007 erwartet“, sagte Fränkl.

Fränkls Zukunft bei AOL noch offen

Er wird sich künftig um die Integration des Zugangsgeschäftes in Hansenet kümmern, während Torsten Ahlers das Portalgeschäft leiten wird. Fränkl sieht seine Zukunft bei AOL offen: „Ich werde mich dem Zugangsgeschäft widmen. Meine Aufgabe ist, aus der heutigen Struktur von AOL-Deutschland das Portal heraus zu lösen und natürlich auch nachher die Integration des Zugangsgeschäfts in Hansenet zu begleiten. Ich bleibe Geschäftsführer, bis der Vertrag endgültig besiegelt und von den Kartellbehörden genehmigt ist. Das bleibe ich auch so lange, bis der neue Eigentümer entscheidet, ob ich Geschäftsführer bleibe oder nicht. Ich sehe meine Aufgabe primär darin, daß wir das Zugangsgeschäft erfolgreich mit Hansenet verschmelzen. Ich bin mit Telecom Italia aber im Dialog und ich kann mir auch vorstellen, daß es weitergeht. Aber noch ist es zu früh, über diese Details zu reden“, sagte Fränkl.

Text: F.A.Z.
Bildmaterial: Reto Klar

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12.11.2009 | 23:59
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