Software

Microsoft und die Standards

Der größte Softwarekonzern der Welt hat viele Feinde. Denn zur Verteidigung der Marktposition hat Microsoft zu Mitteln gegriffen, die nichts mit fairem Wettbewerb zu tun hatten. Wahr ist allerdings auch, dass die Dominanz von „Windows“ und „Office“ vielen Anwendern Vorteile gebracht hat. Jüngst sorgte das Dateiformat mit dem Namen „Office Open XML“ für Aufregung. Von Carsten Knop

Lesermeinungen zum Beitrag

11. April 2008 12:09

Microsoft will keine offenen Standards

Andreas Frick (Hephaistos)

Microsoft will keine klaren, kompakten und einfach zu implementierende offene Standards für Dokumente. Dann wäre das (fast) Monopol schnell dahin. Dann könnte man ein damit erstelltes Dokument mit vielen Programmen bearbeiten, und es wäre vor allem kein großes Problem mehr, ein solches Programm zu schreiben. Es gäbe keinen Grund mehr, Microsoft Produkte zu verwenden und man wäre, wenn dies auch für Kommunikationsprotokolle gelten würde, in der Wahl des Betriebssystems frei. Microsoft mußte zwar auf EU Druck vieles offenlegen, aber es gibt in patentrechtlicher Hinsicht noch sehr viele Unwägbarkeiten. Ich bezweifele auch, daß das Monopol die Entwicklung in der Informationsverarbeitung gefördert hat. Das WWW, MP3, JPEG etc. haben eine stürmische Entwicklung erfahren, gerade weil sie offene Standards sind, genauso wie pdf. Daß proprietäre Formate Monopolrediten ermöglichen, sieht man auch sehr schön am Beispiel Adobe: Seit der Übernahme von Flash wurde die Unterstützung des offenen Formates SVG eingestellt, und pdf wurde, nachdem es ein Monopol errungen hat, um geheime Erweiterungen ergänzt. Wer z. B. ausgefüllte Formulare sichern will, muß bei Adobe einkaufen.

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