
Die gute Christiane erinnern mit an Herrn Clement: Ein begnadeter Amateur in jedem Metier; und rechtzeitig "jobhopping" betreiben, dass man die Konsequenzen der eigenen Entscheidungen nicht mehr tragen muss. Solche selbst überschätzten Leichtmatrosen taugen nur für das operativ-taktische Geschäft, Strategien sind nicht ihr Ding – obwohl sie das natürlich ganz anders sehen. Dafür braucht man Erfahrung und Durchhaltevermögen, was solchen Dampfplauderern offensichtlich abgeht. Als Betroffener von solchen Vorgesetzen kann man nur hoffen, dass die bald weggelobt oder wegengagiert werden und die Substanz des Unternehmens noch nicht ganz unrettbar unterhöhlt ist.

Die Vita von Frau Salm hinterläßt einen zwiespältigen Eindruck: Da ist die erfolgsorientierte Karrierefrau, aber auch die Frau, der die Karriere offenbar über alles geht. Sie hatte keine Skrupel, an der Entwicklung des Abzock-Senders 9live mitzuwirken. Mit dem Prinzen zu Salm-Salm hat sie sich offenbar auch nicht verstanden, aber den adligen Namen hat sie gern behalten und wollte ihn auch nicht gegen "Kofler" tauschen. "zu Salm" klingt halt besser als Hansen. Hoffentlich hat sich Herr Burda nicht von der eiskalten "Prinzessin" blenden lassen. So ganz überzeugend wirkt sie als Mensch in dem Interview nicht.

Antworten richten sich nach Fragen. Die an Frau zu Salm gerichteten Fragen sind oberflächlich. Es sind dieselben Fragen, die landauf landab auf Medienveranstaltungen als Motto eingesetzt werden, aber nie zu einem Ergebnis führen. Warum soll Frau zu Salm mit mehr Tiefgang antworten? Kritisieren kann man alles, was nicht "reiner (Qualitäts-)Journalismus" ist, leicht. Schon das Wort "Bratpfanne" scheint hier die Gemüter zu erregen, dabei geht es in den allermeisten Printmedien insbesondere darum, Bratpfannen (oder Parfums, Autos, Versicherungen, etc.) zu verkaufen, da sonst kein (Qualitäts-)Journalistengehalt mehr gezahlt werden könnte. Kritik ohne Verbesserungsvorschlag ist nicht hilfreich, aber leider an der Tagesordnung. Jeder, der Frau zu Salm kritisiert, möge sich in ihre Rolle hineinversetzen. In einer Runde älterer Männer, die das Mediengeschäft (nachweislich) beherrschen, soll sie für einen Austausch zwischen den Medien, den Kanälen, sorgen. Das scheint vergleichbar mit der Aufgabe, George Bush und Dick Cheney von der Sinnlosigkeit des Irak-Kriegs zu überzeugen. Frau zu Salm soll offenbar nichts anderes machen, als (anzufangen,)einen Mediengiganten komplett umzukrempeln. Eine Herkules-Aufgabe. Viel Glück dabei!

zitat "Ich habe nie etwas gekonnt, bevor ich es gemacht habe." "MTV" und "9Live" ins feld zu führen ist wohl der beste beweis dafuer dass sie es auch nicht kann/lernt wenn sie es tut. kritischer journalismus ist in den printmedien selten geworden. dass ich im internet nicht fuer inhalte zahle ist sicherlich richtig. dass ich am zeitungskiosk fuer keine inhalte zahle ist mittlerweile auch traurige realitaet. ich lese meine tageszeitung inzwischen lieber im cafe um die ecke.

Schön, daß dies mal so klar formuliert zwischen den Zeilen gesagt wird: Alles wird gut werden, wenn man auf die Trennung redaktioneller Inhalte von der Werbung verzichtet. Ein jeder möge sich ausmalen, welches Bild des Journalismus' Frau Salm hat.

welche Personen mit welchen Mitteln die Totengräber des investigativen Journalismus sind. Sie kann alles, nur nichts richtig, erschöpft sich als Dampfplauderin in Worthülsen und wechselt ihre Jobs so schnell, dass man gar nicht mehr folgen kann. Damit ist eine Paradebeispiel für moderne Turbokarrieren. Ich möchte nicht wissen, wie viel verbrannte Erde sie inzwischen hinterlassen hat...

Die von Herrn Hund ins Feld geführten Hungerlöhne erscheinen inzwischen oft angemessen, weil die Journalisten in einem rasant steigendem Maße einfach nur noch die Meldungen der PR-Abteilungen übernehmen, oft 1:1. Vielleicht ist die Kausalität "Hungerlöhne/kaum recherchierte Artikel" genau umgekehrt, wahrscheinlich beides. Was Frau zu Salm anbelangt: Es beunruhigt mich schon, wenn (Online-)Zeitungen ausschließlich über Werbeeinnahmen finanziert werden sollen. Auf welche Weise könnten solche Zeitungen ihre Werbeeinnahmen nach oben treiben ? Sicher in der Regel nicht durch Objektivität.

Der grösste Teil der produzierten Inhalte baut auf einem riesigen Reservoir von Text, Ton, und Bild auf, für das grossenteils nichts oder Trinkgelder bezahlt werden. Es gäbe weder einen Buchmarkt noch seriöse Zeitschriften, wenn die Produzenten angemessen bezahlt würden. Das system funktioniert nur, weil die erfolgreichsten Inhalte dann am Ende doch gut und wenige sehr gut bezahlt werden. (Welche das sind, das stellt sich aber erst nachträglich heraus.) Das Verlagswesen und der Journalismus halten dieses System mit grossem Aufwand in Betrieb. Für die meisten Produzenten von Inhalten ist es jedoch gleich, ob ihre Produkte verkauft oder umsonst vertrieben werden. In der Tat ist es sowohl im Interesse der Leser wie der Schreiber, dass neue Geschäftsmodelle (und Zahlungssysteme und Systeme für Schutz und Verwertung von Rechten) auftauchen.

Dame im Mediengeschäft - und auch sonst. Endlich mal jemand - und dazu noch ein derart gutaussehendes sehr weibliches Wesen - , der auf sich selbst, das Geschäft und mögliche weitere Betätigungsfelder vorbehaltslos neugierig zu sein scheint. Da kann man ins Träumen kommen - auch privat.

Ich will keine Bratpfannen, ich will lieber Information! Denn was soll mit Bratpfannen, eine solche hab´ ich schon! Der Irrsinn der Gesellschaft treibt immer neue Blüten. Im Journalismus geht es nicht um Inhalte, in der Politik auch nicht. Für die Rechtsprechung gilt abgesehen von wenigen Vorzeigeverfahren das selbe. Sodom und Gomorrha waren Paradiese der Vernunft gegen diese Bundesrepublik. Wirklich relevante Inhalte lassen sich nur noch im Internet und fast ausschließlich nur noch auf ausländischen Servern unterbringen. Doch die Dame redet von Bratpfannen.

Ist es nicht immer wieder erhellend, vom Lebensweg eines Zeitgenossens wie Frau zu Salm zu erfahren? Laut eigenen Angaben konnte sie nichts, bevor sie es nicht gemacht hat. Darunter so beeindruckende Karrierestationen wie die Geschäftsführung von MTV oder Neun Live. Oder auch das Management eines Private-Equity Fonds - leider erfährt man im Artikel nicht, ob die Anleger mit dieser Geldanlage glücklich wurden. Nun ist sie also im Hause Burda gelandet. Aufgabenstellung: Übertragung des Prinzips „Kaffeefahrt“ in die moderne Onlinemedienwelt. Und ich bin mir sicher: Das kann sie auch. Bleibt zu hoffen, dass sich die FAZ von soviel „Medien“-Optimismus nicht anstecken lässt.