23. Februar 2007 Im Konflikt um den geplanten Konzernumbau will die Deutsche Telekom die Gewerkschaft Verdi mit einer Beschäftigungsgarantie umstimmen.
Für die von einer Versetzung in in neue Konzerngesellschaften betroffenen Service-Mitarbeiter wolle das Management auch über eine klare Beschäftigungsgarantie über den 31. Dezember 2008 hinaus verhandeln, teilte die Telekom mit.
Der Bonner Konzern will drei Tochtergesellschaften gründen, in denen neue Arbeitsbedingungen gelten. Dort sollen jeweils Callcenter, technischer Kundendienst und technische Infrastruktur organisatorisch zusammengefasst werden.
Die Telekom strebt bei der geplanten Gründung von Service-Gesellschaften im Konzern (T-Service) unter anderem eine längere Arbeitszeit, eine stärkere persönliche Leistungsorientierung und neue Einstiegsgehälter für Nachwuchskräfte an.
Verdi fürchtet Gehaltseinbußen
Die Anpassung der Konditionen würde es der Telekom ermöglichen, Arbeitsplätze im Konzern über Ende 2008 hinaus zu sichern und den Kunden einen besseren Service zu bieten.
Der Vorstand will sich seine Pläne am 28. Februar vom Aufsichtsrat absegnen lassen. Damit will die Konzernführung grünes Licht für die Verhandlungen mit den Sozialpartnern erhalten. Die Arbeitnehmerseite stellt die Hälfte der 20 Mitglieder in dem Kontrollgremium. Bei Stimmengleichheit hat Aufsichtsratschef Klaus Zumwinkel die ausschlaggebende Stimme.
Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di hat für den Tag der Aufsichtsratssitzung eine große Protestaktion mit mehr als 10.000 Teilnehmern vor der Bonner Telekom-Zentrale geplant. Nach Befürchtungen der Gewerkschaft drohen durch die geplanten Auslagerungen in einen neuen Service-Bereich des Bonner Konzerns für mehr als 60.000 der 160.000 Telekom-Mitarbeiter Gehaltseinbußen und Mehrarbeit.
Verkauf an Dritte nicht geplant
Der Konzern hatte diese Zahl zurückgewiesen. Zuvor hatte Telekom-Chef René Obermann angedeutet, dass mehr als 45.000 Mitarbeiter von der geplanten Ausgliederung betroffen sein könnten.
Wir wollen die Beschäftigung im Konzern halten und die Arbeit mit eigenen Mitarbeitern erledigen, sagte T-Com Personalvorstand Dietmar Welslau. Ein Verkauf der T-Service-Einheiten an Dritte sei ebenso wenig geplant wie drastische Veränderungen der Beschäftigungsbedingungen, bekräftigte Welslau.
Bildmaterial: dpa
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