18. Oktober 2007 Europas größter Softwarehersteller SAP hat im dritten Quartal die Erwartungen nur teilweise übertroffen. Entgegen den Hoffnungen vieler Analysten hielt SAP allerdings am Jahresausblick fest. Für 2007 stellen die Walldorfer weiterhin ein Wachstum des Produktumsatzes zwischen 12 und 14 Prozent in Aussicht. Damit würde SAP dieses Jahr im hart umkämpften Software-Markt schneller wachsen als 2006. Der Umsatz stieg von 2,214 auf 2,42 Milliarden Euro, wie das im Dax notierte Walldorfer Unternehmen am Donnerstag mitteilte.
Das vierte Quartal ist traditionell das umsatz- und ertragsstärkste in der Softwarebranche. Im dritten Quartal legte der Verkauf von Software-Lizenzen um elf Prozent auf 715 Millionen Euro zu. Damit traf das Unternehmen aus Walldorf bei Heidelberg die Erwartungen der Finanzanalysten punktgenau. Der starke Euro bremste die Geschäfte, da SAP viele Geschäfte in Nordamerika tätigt. Ohne Berücksichtigung der Wechselkurseffekte wären die Software-Erlöse um 15 Prozent gestiegen.
Analysten hatten höheren Gewinnanstieg erwartet
Der Überschuss kletterte in den Monaten Juli bis September um zehn Prozent auf 408 Millionen Euro. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit einem stärkeren Zuwachs beim Überschuss auf 411 Millionen Euro gerechnet. Die operative Marge sei im Jahresvergleich stabil bei 24,8 Prozent geblieben, da in das Mittelstandsgeschäft zusätzlich 35 Millionen Euro investiert wurden.
Im scharfen Wettbewerb mit dem amerikanischen Softwarekonzern Oracle sieht sich SAP weiterhin gut aufgestellt. Der eigene Anteil an dem auf knapp 36 Milliarden Dollar geschätzten Weltmarkt für Unternehmenssoftware sei binnen Jahresfrist zum Ende des jüngsten Vierteljahres um 3,5 Prozentpunkte auf 27 Prozent geklettert. Das dritte Quartal ist ein weiteres starkes Quartal, in dem der Umsatz von SAP mit Software und softwarebezogenen Diensten in allen Regionen zweistellig gewachsen ist, sagte Vorstandschef Henning Kagermann.
20,4 Millionen Aktien zurückgekauft
In den ersten neun Monaten 2007 kaufte SAP nach eigenen Angaben 20,4 Millionen Aktien für einen Gesamtbetrag von 756 Millionen Euro zurück. SAP hatte im Juli bei der Vorlage der Zweitquartalszahlen angekündigt, dass die Aufwendungen für Aktienrückkäufe 2007 in etwa auf dem Niveau des Vorjahres liegen sollen. Damals hatte SAP rund 1,1 Milliarden Euro ausgegeben.
In Folge der Übernahme von Business Objects hatte SAP-Finanzvorstand Werner Brandt allerdings gesagt, dass die Milliardenübernahme auch Einfluß auf das laufende Aktienrückkaufprogramm von SAP in den kommenden zwei Jahren haben werde. Die Business-Objects-Übernahme hat ein Gesamtvolumen von mehr als 4,8 Milliarden Euro.
Text: FAZ.NET
Bildmaterial: dpa, FAZ.NET
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