Googles neues Konkurrenzprodukt

Der Chrome-Browser hat Risiken

Browsen mit Google: Zur Zeit noch zu gefährlich, glauben einige Fachleute

Browsen mit Google: Zur Zeit noch zu gefährlich, glauben einige Fachleute

04. September 2008 Es ist nur eine Beta-Version, ein Produkt mit Macken und Fehlern. Dennoch hat die Veröffentlichung von Googles Browser Chrome hohe Wellen geschlagen. Schon wenige Stunden nach Veröffentlichung am Dienstagabend hatten mehrere Millionen Nutzer das Programm heruntergeladen.

Experimentierfreudige Nutzer sollten mit Chrome jedoch vorsichtig sein. Die vorläufige Version sei „ein Risiko für die Sicherheit“, warnt Daniel Bachfeld, Computer-Fachmann vom Heise-Verlag. Bereits nach wenigen Stunden sei eine potentiell gefährliche Sicherheitslücke entdeckt worden, über die Schädlinge auf den Computer eingeschleust werden könnten. „Wenn so einfache Dinge innerhalb von zwölf Stunden gefunden werden, frage ich mich, was für Fehler noch enthalten sind“, sagte der Fachmann. „Normale Anwender sollten Chrome nicht zum täglichen Surfen im Internet einsetzen“, lautet Bachfelds Fazit.

„Aus Datenschutzsicht kann man Chrome zur Zeit nicht empfehlen“, sagte zudem Christian Krause vom Unabhängigen Landesdatenschutzzentrum Schleswig-Holstein der Nachrichtenagentur DPA. Seine Kritik entzündet sich an einer Identifikationsnummer, die das Programm bei der Installation automatisch erstellt. Sie wird zwar laut Unternehmen nur für Aktualisierungen der Software eingesetzt. „Schon beim Start des Computers wird nach Updates gesucht und damit auch die Nummer übermittelt“, moniert Krause jedoch. Damit seien Nutzer für Google theoretisch eindeutig identifizierbar.

Einige Fachleute glauben: Chrome könnte Bedeutung des Internets verändern

Diese sehen das bunte Logo von Chrome schon vielfach als Garanten für praktische Dienste, die das Leben im Internet leichter machen. Einige Fachleute halten den Browser icht nur für eines der Experimente, die der Konzern reihenweise startet. Sie glauben, Chrome könnte die Bedeutung des Internets langfristig verändern.

Den strategischen Gehalt des neuen Produktes beschreibt Google-Gründer Sergej Brin: „Unser Geschäft läuft gut, wenn die Leute das Internet viel nutzen.“ Denn der Konzern bietet neben seiner Suchmaschine auch zahlreiche Online-Anwendungen, die Nutzer direkt aus dem Browser bedienen - etwa Programme für Mails, einen Kalender und eine Textverarbeitung (siehe dazu auch unseren Testbericht: Googles neuer Browser: Wird Mono-Chrome zum Monopol?). Diese sind aber aufwendig und laufen unter den derzeit genutzten Browsern oft holprig.

„Wenn als Resultat von Chrome der Internet Explorer 9 deutlich schneller wäre, würden wir das als Erfolg ansehen“, sagte Brin in Anspielung auf eine Programmversion von Microsoft, die es noch gar nicht gibt. Google will also den Wettbewerb verschärfen. Daher ist auch nicht verwunderlich, dass Google den Quellcode offenlegt. So erreicht man Entwickler, die freiwillig ihre Arbeitskraft einbringen. Und andere Open-Source-Projekte wie Mozilla, das den Firefox-Browser entwickelt, dürfen Funktionen aus Chrome übernehmen und für die Verbreitung der Technologie sorgen.

Text: dpa
Bildmaterial: REUTERS

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