21. Juli 2006 AMD
Die Advanced Micro Devices (AMD), der zweitgrößte Computerchiphersteller der Welt, hat im zweiten Quartal einen starken Gewinnanstieg verbucht. Der Umsatz stagnierte jedoch. Das Unternehmen befindet sich mit dem Branchenführer Intel in heftigen Preiskämpfen. Dies hatte die Intel-Geschäftsergebnisse negativ beeinflußt.
Der AMD-Gewinn erhöhte sich im April-Juni-Abschnitt auf 88,8 Millionen Dollar (70,4 Millionen Euro) oder 18 Cent je Aktie gegenüber 11,3 Millionen Dollar oder drei Cent je Aktie in der entsprechenden Vorjahreszeit. Der Quartalsumsatz betrug 1,21 (Vorjahresvergleichszeit: 1,26) Milliarden Dollar, teilte AMD mit Sitz in Sunnyvale im amerikanische Bundesstaat Kalifornien am Donnerstag nach Börsenschluß mit.
Der Halbjahresumsatz war mit 2,5 Milliarden Dollar ebenfalls unverändert. AMD verdiente in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 273,3 Millionen Dollar oder 55 Cent je Aktie gegenüber einem Verlust von 6,1 Millionen Dollar oder zwei Cent je Aktie im ersten Halbjahr 2005. AMD erwartet in der zweiten Jahreshälfte eine saisonal starke Nachfrage und im dritten Quartal einen höheren Umsatz als im zweiten.
Microsoft
Der weltgrößte Software-Konzern Microsoft hat seine Prognosen für das laufende Geschäftsjahr überraschend angehoben. Grund dafür seien über den Erwartungen liegende Auftragseingänge für kommende Produkte, teilte der amerikanische Konzern am Donnerstag nach Börsenschluß in den Vereinigten Staaten mit.
Im abgelaufenen vierten Quartal wies der Konzern zwar einen Gewinnrückgang um fast ein Viertel auf 2,8 Milliarden Dollar aus und begründete dies unter anderem mit Kosten für seine Spielekonsole Xbox 360. Die Microsoft-Aktien stiegen aber nachbörslich um sechs Prozent. Das Unternehmen legte zudem ein umfassendes Programm zum Rückkauf eigener Aktien auf.
Für das laufende Fiskaljahr hob Microsoft seine Prognose für den Gewinn je Aktie auf 1,43 bis 1,47 Dollar je Aktie an. Bislang hatte der Konzern 1,36 bis 1,41 Dollar vorhergesagt.
Im April hatte Microsoft die Investoren überrascht, als es Pläne zur Investition von zusätzlichen 2,6 Milliarden Dollar in seine Web-Geschäfte und andere neue Bereiche bekannt gemacht hatte. Am Finanzmarkt war daraufhin der Optimismus gedämpft worden, neue Produkte und eine Änderung der Online-Strategie könnten in diesem Geschäftsjahr Früchte tragen.
Für das abgelaufene vierte Quartal (per 30. Juni) wies der Konzern einen Nettogewinn auf 2,83 Milliarden Dollar oder 28 Cent je Aktie aus - nach 3,7 Milliarden Dollar im Vorjahr. In der Vorjahreszahl war aber ein großer positiver Einmalposten enthalten. Der Umsatz im abgelaufenen Vierteljahr zog um 16 Prozent auf 11,8 Milliarden Dollar an. Als Grund für die schwächere Gewinn-Entwicklung nannte Microsoft neben Kosten für die Produktion der Spielekonsole auch erhöhte Investitionen ins Internet-Geschäft. Analysten hatten im Schnitt einen Gewinn von 30 Cent je Aktie und 11,6 Milliarden Dollar Umsatz erwartet.
Ende Juni hatte Microsoft mitgeteilt, Geschäftskunden könnten das Softwareprogramm Office 2007 wohl erst Ende 2006 statt wie ursprünglich geplant bereits im Herbst erhalten. Office besteht unter anderem aus der Textverarbeitung Word, der Tabellenkalkulation Excel und dem Präsentationsprogramm Powerpoint. Auch die in erster Linie für Privatkunden geplanten Versionen von Windows Vista werden erst Anfang 2007 und damit später als avisiert auf den Markt kommen. Der Vista-Start wird deshalb das für die gesamte PC-Branche wichtige Weihnachtsgeschäft verpassen. Das seit langem erwartete Windows Vista ist der Nachfolger des aktuellen Betriebssystems Windows XP, das Microsoft vor fast fünf Jahren auf den Markt gebracht hatte.
Microsoft steht in Europa auch wegen eines Streits mit der EU-Kommission in den Schlagzeilen. Erst vor wenigen Tagen hatte die Kommission Microsoft mit einem Zwangsgeld von 280,5 Millionen Euro dafür bestraft, daß es mehr als zwei Jahre alte Auflagen nicht befolgt habe. Microsoft soll anderen Software- Herstellern keine vollständigen Informationen geliefert haben, um ihre Serverprogramme problemlos mit Betriebssystemen von Microsoft zu verknüpfen. Die neue Strafe wurde zusätzlich zu der Buße von knapp 500 Millionen Euro verhängt, die die Kommission schon 2004 mit der Begründung beschlossen hatte, Microsoft mißbrauche seine marktbeherrschende Stellung.
Der amerikanische Internetkonzern Google hat im abgelaufenen Quartal seinen Gewinn mehr als verdoppelt. Damit trotzte der Suchmaschinenbetreiber dem eher schwächeren Trend seiner Rivalen Yahoo und Ebay. Die Erwartungen der Finanzmärkte übertraf Google dabei einmal mehr nicht nur beim Gewinn, sondern auch mit einem Umsatzanstieg um 77 Prozent auf knapp 2,5 Milliarden Dollar. Google ist mit beeindruckender Geschwindigkeit in einem saisonbedingt schwächeren Quartal gewachsen, erklärte Firmenchef Eric Schmidt am Donnerstag nach Börsenschluß in den Vereinigten Staaten. Die Google-Aktie verlor nachbörslich dennoch zwei Prozent auf 379 Dollar.
Unter den vier größten Firmen in der Branche - Ebay, Google, Yahoo, und Microsoft - nimmt die Konkurrenz zu, während das Wachstum zurückgeht. Die größten Internet-Firmen stehen daher unter Konsolidierungsdruck.
Der Reingewinn bei Google stieg im zweiten Quartal um 110 Prozent auf 721 Millionen Dollar oder 2,33 Dollar je Aktie. Analysten hatten im Schnitt 1,95 Dollar je Aktie erwartet. Ohne Sonderposten stieg der Erlös auf 2,49 Dollar je Aktie und lag damit ebenfalls über den Erwartungen, die auf dieser Basis 2,22 Dollar betragen hatten.
Google hat seit seinem Börsengang 2004 regelmäßig die Analystenerwartungen mit ungewöhnlich hohen Wachstumsraten übertroffen und den Aktien so zu einem Höhenflug verholfen. Ende 2005 führte ein schwaches Google-Geschäft in Großbritannien allerdings erstmals zu einem enttäuschenden Quartalsergebnis und löste damit Katerstimmung an den Märkten aus. Im Frühjahr 2006 hatte der Konzern zudem vor allmählich nachlassendem Wachstum gewarnt.
Erst am Mittwoch hatte das führende Internet-Auktionshaus Ebay einen Gewinnrückgang um mehr als zehn Prozent auf 250 Millionen Dollar bekannt gegeben. Der Konzern nährte zudem mit der Bestätigung eines vorsichtigen Ausblicks Sorgen vor einer Verlangsamung seines Wachstums. Am Dienstag hatte der Umsatzausblick von Yahoo die Finanzmärkte geschockt und die Technologiebörse Nasdaq belastet. Ebay und Yahoo hatten Ende Mai angekündigt, künftig bei Werbung und Handel im Internet umfassend zusammenarbeiten zu wollen. Die Allianz soll die Stellung beider Firmen gegen Google stärken.
Ende Mai hatten Google und der Computer-Hersteller Dell angekündigt, künftig zusammenzuarbeiten. Marktführer Dell will dabei Rechner mit Software von Google ausstatten. Damit könnte an der dominanten Position von Microsoft auf dem Software-Markt gekratzt werden. Zudem hatten Dell und Google weitere Vereinbarungen in Aussicht gestellt.
Text: FAZ.NET mit Material der Agenturen
Bildmaterial: picture-alliance/ dpa
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