09. April 2007 Nach der missglückten Generalprobe richtet die deutsche Mannschaft beim America's Cup den Blick nach vorn: Parallel zur Vorbereitung auf die in einer Woche beginnende Herausforderer-Runde laufen bereits die Planungen für eine Folgekampagne bei der 33. Cup-Auflage in drei Jahren.
"Wir haben so viel gelernt. Beim nächsten Mal kann es noch viel mehr Spaß machen", sagte Teamchef Michael Scheeren. Seine Enttäuschung konnte er nach der letzten Vorregatta vor Valencia allerdings auch nicht verbergen: "Dass wir Act 13 mit Platz zehn beendet haben, war sicher schade. Aber die Ergebnisse insgesamt haben gezeigt, dass da noch was geht, wenn wir gut segeln." Bei der Herausforderer-Runde will Team Germany den Anschluss ans Mittelfeld schaffen. "Natürlich hilft uns auch in Gesprächen mit Sponsoren jeder bessere Platz. Eine Fortsetzung des deutschen Cup-Engagements scheint nicht in Frage gestellt: "Wir haben unser Team im Anschluss an den Cup für die Schaurennen in Kiel und San Francisco gemeldet und zeigen doch damit schon, dass wir weitermachen wollen."
Müssen uns deutlich verstärken
Die Planungen für ein Antreten auch bei der 33. Cup-Auflage laufen parallel zur Premiere. "Dass wir beim nächsten Mal vieles besser machen und uns deutlich verstärken müssen, ist klar", sagte Scheeren, der als ehemaliger Finanzvorstand der United Internet AG seine Cup-Premiere als Teamchef erlebt. Für die mögliche zweite Herausforderung "müssen wir mindestens drei, vier sehr erfahrene America's-Cup-Köpfe dazuholen." Aktuell fehlt es der deutschen Mannschaft massiv an seglerischer Erfahrung, die sowohl im Einsatz auf dem Wasser als auch beim Optimierungsprozess der sensiblen High-Tech-Yachten gefordert ist.
Team Germany kommt mit 28 Seglern auf nur zwei Cup-Siege und 36 Jahre Cup-Erfahrung an Bord. Die Crew von Titelverteidiger Alinghi dagegen bringt es auf 206 Jahre Cup-Erfahrung und 36 Siege. Am Budget liegt es freilich nicht. Mit rund 50 Millionen Euro ist das Werbe-Projekt des Internet-Unternehmers Ralph Dommermuth solide aufgestellt, belegt Platz sieben unter allen zwölf Teams. Die deutsche Kampagne krankt auch an Zeitmangel. Erst als letzter Herausforderer hatte Team Germany am 29. April 2005 gemeldet. Da waren andere Mannschaften wie die finanziell wesentlich knapper ausgestatteten Projekte Shosholoza (Südafrika) und die Areva Challenge (Frankreich) schon ein Jahr und länger im Boot und profitieren heute von diesem Vorsprung.
Zum Start der Herausforderer-Runde von elf Mannschaften aus neun Ländern muss Jesper Banks Mannschaft mit der Germany I am 16. April erst gegen Mitfavorit BMW Oracle Racing und anschließend gegen das Team Shosholoza mit dem Hamburger Segelprofi Tim Kröger antreten.
Text: FAZ.NET mit Material von dpa
Bildmaterial: dpa
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