Suchanfragen

iTunes vor iPhone und iPod

Von Holger Schmidt

Google hat rund 90 Prozent Marktanteil

Google hat rund 90 Prozent Marktanteil

10. Dezember 2007 Google ist ein Seismograph für Stimmungen und Trends. Wer gesucht wird, ist gefragt, muss aber nicht unbedingt auch wichtig sein, wie die Liste der meistgesuchten Menschen zeigt. Die führt der Rapper Bushido in Googles „Zeitgeist“ an, vor Paris Hilton und der Band Monrose. Tickets für Auftritte des Komödianten Mario Barth waren in diesem Jahr gefragter als Eintrittskarten für die Fußball-Europameisterschaft, und „Deutschland sucht den Superstar“ suchten mehr Leute als „Sturm der Liebe“.

Die Zeitgeistlisten sind zwar nicht repräsentativ für die Bevölkerung, aber Google hat rund 90 Prozent Marktanteil unter den 40 Millionen deutschen Internetnutzern, die immer noch eher jung, formal eher hoch gebildet und vergleichsweise gut verdienend sind. Genauer als die einfache Liste ist das Programm „Google Trends“. Es zeigt, wie oft und in welchen Städten ein Suchbegriff eingegeben wurde. Mit diesem Programm lässt sich das Auf und Ab der Aufmerksamkeit für ein Thema sehr schnell ablesen.

Das freut den japanischen Konzern Sony

Über mangelnde Aufmerksamkeit kann sich vor allem ein Unternehmen nicht beklagen. Apples Produkte liegen in der Kategorie der technischen Produkte in Deutschland gleich dreimal vorn: iTunes (der Musikladen) vor iPhone (dem Handy) und iPod (dem digitalen Musikspieler). Erst danach folgen die Begriffe Handy und Playstation.

Das freut den japanischen Konzern Sony, der aber in den Verkaufsstatistiken klar hinter den Konkurrenten Nintendo zurückgefallen ist. In Amerika ist die Aufmerksamkeit für Apple noch weit größer. Dort ist iPhone sogar der meistgesuchte Begriff des gesamten Jahres über alle Kategorien hinweg gewesen.

6 Millionen Menschen bei SchülerVZ und StudiVZ

Aufsteiger des Jahres, deren Suchanfragen besonders stark zugelegt haben, sind in Deutschland die Online-Netzwerke. Besonders freuen darf sich der Holtzbrinck-Verlag: Seine beiden Gemeinschaften SchülerVZ und StudiVZ führen die Liste an. Mehr als 6 Millionen Menschen haben sich inzwischen dort registriert; der Großteil davon in diesem Jahr.

Schon an dritter Stelle folgen die Lokalisten, ein soziales Netzwerk aus München. Die Knuddels, eine Gemeinschaft zum Chatten, haben es immerhin auf Rang 2 der meistgesuchten Netzwerke gebracht, knapp vor Weltmarktführer Myspace, aber klar vor Xing und der amerikanischen Gemeinschaft Facebook, die zur Zeit eigentlich die Schlagzeilen in den Medien beherrscht.

Text: F.A.Z., 10.12.2007, Nr. 287 / Seite 19
Bildmaterial: F.A.Z., picture-alliance/ dpa

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