Netzwirtschaft

Arcor und Hansenet wachsen schneller als United Internet

Kunden wollen Komplettpakete statt wiederverkaufte DSL-Anschlüsse

Kunden wollen Komplettpakete statt wiederverkaufte DSL-Anschlüsse

21. Mai 2007 Im Markt für schnelle DSL-Internetanschlüsse verschieben sich die Gewichte. Anbieter mit eigenen Netzen wie Arcor oder Hansenet wachsen zurzeit deutlich schneller als die Unternehmen wie United Internet oder Freenet, die ganz oder teilweise auf den Wiederverkauf (Resale) der DSL-Anschlüsse der Telekom setzen.

"Das DSL-Resale-Geschäft hat im ersten Quartal weiter an Dynamik verloren: Die Zahl der Resale-Anschlüsse stieg um 213.000 auf 3,4 Millionen", heißt es im jüngsten Quartalsbericht der Deutschen Telekom. Davon entfallen zwar 90.000 auf United Internet, aber dennoch war dies der geringste Zuwachs seit langem.

Niemand kehrt zurück

Dagegen hat Netzbetreiber Arcor, der Komplettanschlüsse aus Telefon und Internet aus einer Hand anbietet, im ersten Quartal allein etwa 240.000 DSL-Kunden gewonnen, wird in der Branche geschätzt. Den Grund für den Vorteil der Netzbetreiber kennt der United-Internet-Vorstandsvorsitzende Ralph Dommermuth genau: "Wer schon einmal bei Arcor oder Hansenet war, kehrt nicht mehr zur Telekom zurück. Deshalb verlieren wir in diesem Segment Monat für Monat Marktanteile", sagt Dommermuth.

Sein Unternehmen gewinnt nur DSL-Kunden, die erstmals eine schnelle Internetverbindung buchen. Um die Wachstumsbremse zu lösen, verhandelt Dommermuth mit Netzbetreibern wie der Deutschen Telekom und Telefónica, um vom Sommer an ebenfalls Komplettanschlüsse anzubieten.

Text: ht./F.A.Z., 21.05.2007, Nr. 116 / Seite 21
Bildmaterial: AP

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