
Wenn jemand "nur" DSL 2000 bekommen kann ist das kein echter Nachteil mehr, was die berufliche Nutzung des Internets betrifft. Denn damit geht alles flott, was man so braucht: E-Mail, Zugriff auf Datenbanken und Server über VPN, VOIP, Viedokonferenzen und so weiter. Mit noch mehr Geschwindigkeit kann man dann noch Kinofilme übers Internet sehen und sowas, aber das ist für die Nutzung des Internets für Beruf und Bildung nicht relevant. Da sollten lieber erstmal die Gebiete ausgebaut werden die noch gar kein DSL haben oder mit 368 k.

Lieber Herr Dörre, da kann ich Ihnen nur zustimmen. Das Ganze ist ein einziger Skandal. Wir wohnen seit vielen Jahren in Dortmund, der Stadtteil nennt sich Innenstadt (wenn auch am Rande derselben). Und dort ist es laut Telekom nicht möglich, eine schnellere Verbindung als DSL 2000 zu erhalten. Dortmund ist die siebtgrößte Stadt Deutschlands, das Ruhrgebiet der größte Ballungsraum in diesem Lande. Und hier ist es in Teilen der Innenstadt nicht möglich, einen richtigen Breitbandzugang zu erhalten. Wir weisen die Telekom auch bereits seit Jahren auf diesen Mangel hin, verbessert hat sich leider gar nichts.

kann mich den Kommentaren nur anschließen. Wir kämpften 2007 monatelang vergeblich, ein kleines Baugebiet mitten im Ort, ans DSL-Netz, hier der Kabel Deutschland, zu bringen. Die Leitung verläuft am Eingang der neuen Strasse, doch hat sich das Unternehmen geweigert es anzuschliessen, trotz Bereitschaft von Gemeinde bzw. künftiger Grundbesitzer die Erschließung zu zahlen. Bei hohen Kosten für Erschließung (wg. Autobahnnähe) wird Telefon, Wasser/Abwasser und Strom gelegt (von der Kommune) und Breitbandanschluss bleibt aussen vor (ist dann Privatwirtschaft) - unfassbar, die Politik ist hier schwach. Es wurde alles versucht, waren auf lächerlichen Treffen vom Wirtschaftministerium Rheinland-Pfalz zum Thema. Es wurde klar welch rückständige Köpfe die Politik beherrschen. Es gibt Verkehrsministerien für kaputte Strassen (Telekomunikation ist im Wirtschaftsminsterium angesiedelt - was für ein altes Denken) wir bräuchten eher Infrastrukturministerien - bin seitdem äußerst skeptisch Infrastruktur zu privatisieren. Breitbandversorgung sollte heute genauso elementar sein wie ein Telefonanschluss. Daran hängt auch die Bildungs-, Umwelt- und Familienpolitik und über die Rückkopplung wieder die Wirtschaft. Aber dazu muss man "vernetzt" denken..

Es existieren in den "alten" Ländern zum Teil noch millionenfach Vorkriegs-Telefonkabel oder Kabel, die für eine geringe Teilnehmerzahl unmittelbar nach dem Krieg verlegt wurden, wobei das Material in der Regel Vorkriegsqualität hat. Diese Leitungen der Telekom sind vornehmlich in den dichtbesiedelten Zonen des Ruhrgebiets vorhanden, liegen bereits seit 50 Jahren und mehr in der Erde und sind durch Erosion und Feuchtigkeit so niederohmig geworden, daß analoge Anschlüsse nicht mehr funktionieren und gerade einmal DSL 2000 möglich ist, wenn überhaupt. Es handelt sich um eine Zahl von mehreren Millionen Anschlüssen, die von der Telekom nie gewartet wurden. Die Verteilerkästen, deren alte Gummidichtungen schon 1960 nicht mehr vorhanden waren, lassen durch ihre Undichtigkeit zu, daß Luftfeuchtigkeit und Witterungseinflüsse unmittelbar auf die Verschaltung einwirken. So ergeben sich zu niedrige Leitungs-Isolationswiderstände von rund 2...3 x 10^5 Ohm. Der Isolationswiderstand muß aber für DSL bei rund 10^8 Ohm liegen. Es gibt Kunden von Arcor/Vodafone, die bereits seit Jahren darauf hinweisen. Die Standard-Antwort der Telekom, von der die letzte Meile gemietet werden muß, lautet jedoch: "Wenn Sie telefonieren können, dann reicht das."

Ist Ihnen eigentlich bewusst, wie die Lage wirklich aussieht? Ihre Zahlen sind lächerlich, weil sie nichts mit der Realität zu tun haben! Wir wohnen 55 km von Stadtmitte Frankfurt, sicher nicht was Sie mit "ländlichen Gebieten" meinen. Alles was die Telekom bieten will ist ein Anschluss, den sie DSL nennt, aber kaum 350 KB schafft (download) und das noch relative selten. Upload ist nur ISDN-Geschwindigkeit. Ich bin davon überzeugt, dass viele DSL-Kunden dasselbe Problem haben. Damit kann man nicht vernünftig arbeiten, aber vielleicht können wir ja dann in ländliche Gebiete umziehen. Die Telekom hat mir ohnehin mitgeteilt, ich hätte sie eben erst fragen müssen, ehe wir hierher zogen. Absolut beschämend!

Elektrizität und fließend Wasser im Haus ? Das waren früher (zwischen 1900-1950) mal die Anforderungen. Heutztage gehört zu diesen Grundbedürfnissen definitiv DSL. In Estland und der Schweiz gibt es dieses Grundrecht. In Deutschland haben hier viele versagt. Wie kann dieses Land zur Weltspitze gehören wenn Länder wie Korea, Singapore oder Japan (mobile Zugänge) meilenweit voraus sind ? Haben die Schüler nicht einen Anspruch auf Chancengleichheit. So langsam begreifen viele Gemeinden daß Baugrundstücke ohne Breitbandzugang unverkäuflich werden.