Walldorf

SAP-Mitarbeiter stimmen gegen Betriebsrat

Der Softwarekonzern SAP bleibt das größte deutsche Unternehmen ohne einen Betriebsrat: Die Mitarbeiter des Unternehmens erteilten dem Vorschlag der IG Metall eine klare Absage.

Lesermeinungen zum Beitrag

04. März 2006 17:22

Bleiben wir mal auf dem Teppich

Sascha Weber (Freidenker2)

Die Polarisierung in dieser Diskussion nervt. Es geht nicht darum, prinzipiell Betriebsräte abzuschaffen. Es geht darum, dass die IGM dabei ist, ein äusserst erfolgreiches Unternehmensmodell zu sabotieren. Vielen entgeht dabei, dass es bei SAP bereits Mitbestimmung gibt. Und zwar Mitbestimmung, die über die Rolle der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat hinausgeht.

Es gehört auch zur Unternehmenskultur der SAP, dass ein offener, konsensorientierter Dialog zwischen allen Mitarbeitern (unabhängig der Hierarchiestufe) über alle Dinge geführt wird, welche die Mitarbeiter direkt betreffen (nein, Sozialismus haben wir nicht bei SAP; unternehmerische Entscheidungen obliegen auch hier dem Management).

Und jetzt kommt die IGM und will mit allen Mitteln über das Konstrukt Betriebsrat in dieses Unternehmen hinein kommen.

Ich denke, die Gewerkschafts-seitigen Ausführungen sprechen für sich und zeigen deutlich, dass Welten zwischen SAP und IGM liegen..

Es geht hier nicht um uns, die Mitarbeiter von SAP, es geht um einen politischen Kampf, der auf unserem Rücken ausgetragen werden soll. Und das ist für weit mehr als 90% der SAP-Mitarbeiter nicht akzeptabel.

Ein SAP-Mitarbeiter

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04. März 2006 08:58

Betriebsräte wird es geben!!!

Hans-Peter Keul (HPK7)

Die Gewerkschaften und die Betriebsräte haben nicht
ausgediehnt.
Beide gehöhren zur Erfolgsgeschichte der Westdeutschen
Nachkriegswirtschaft.
Schließlich waren es die Betriebsräte, die nach dem Krieg
in den großen Fabriken der großen Konzerne die einfachste
Produktion mit der verbliebenen Belegschaft wieder in Gang
brachten, weil viele Arbeitgeber vor den Allierten auf der
Flucht waren.
Ebenso haben die Betriebsräte und die mit ihen zusammen-
arbeitendn Gewerkschaften mit dafür gesorgt, dass die
seltsamen Pläne wie der Morgentauplan (entindustriealisie-
rung Deutschlands! usw.) keine Realität wurden.
Dafür haben die Arbeiter in Salzgitter und anderswo ge-
streikt (damals übrigens mit Billigung der Arbeitgeber!).
Auch in den Wiederaufbaujahren waren später die Betriebs-
räte ein wichtiges Element der Sozialen Gerechtigkeit im
Betrieb und damit in der gesamten Gesellschaft.
Sie waren ein Bestandteil der sozialen Marktwirtschaft.
Wer denn da heute meint, weil in einem großen Wirtschaftsbereich ein Betriebsrat nicht gewählt wurde
sind die Betriebsräte und damit auch die Gewerkschaften
überholt und von Gestern, hat nicht verstanden was uns
in der Vergangenheit den sozialen Frieden so sicher ge-
macht hat.

HPK7

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04. März 2006 06:33

Schlimme Gewerkschaften

Hans-Lothar Fischer (HLFischer)

Aktion Bürgerzorn

Zwei Berichte in der FAZ vom 4. März 2006 machen einen wütend. Die Gewerkschaft ver.di treibt den Konflikt um eine geringfügige Erhöhung der Wochenarbeitszeit im öffentlichen Dienst auf die Spitze. Im Endeffekt geht es um das Geld des Bürgers und Steuerzahlers. Wenn man die Berge von Müll in den Städten sieht, fragt man sich, warum sich der Bürger das gefallen läßt. Die gesundheitlichen Risiken der Gewerkschaftsstrategie sind für jeden offensichtlich. In der Stuttgarter Stadtverwaltung mußte ein Betriebshof gewaltsam geöffnet werden, damit man überhaupt etwas gegen Schnee und Eis auf den Straßen tun konnte. In diesem Falle setzen die Gewerkschaften die Verkehrsteilnehmer erheblichen Risiken aus. Bei SAP erwägen Gewerkschaften allen Ernstes, gegen die eindeutige Entscheidung (90 %) der Belegschaft, keinen Betriebsrat zu schaffen, mit gerichtlichen Mitteln vorzugehen. Den Beschäftigten des DGB werden keine Mitbestimmungsrechte eingeräumt.
Allmählich wird es Zeit, daß der Bürger aufwacht und sich gegen diese Zumutungen der Gewerkschaften entschieden und wirkungsvoll zur Wehr setzt. Jetzt ist dafür ein besonders günstiger Zeitpunkt. Den Abfall auf den Straßen in den bestreikten Städten kann man einfach vor den prächtigen Gebäuden der Gewerkschaften abladen. Man könnte auch versuchen, die pompösen Eingangshallen der gleichen Gebäude als „temporäre Kitas“ nutzen.

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03. März 2006 16:59

Weiter so...

Karsten Mahler (rollibaer)

denn wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.

Die Gewerkschaften hasben ausgediehnt. Sie sind nicht in der Lage auf die Bedürfnisse der noch beschäftigten und vor allem auf die der nicht mehr in Lohn und Brot stehenden Menschen einzugehen. Der Arbeitskampf findet nur noch ihrer selbst Willen statt.

Das viele Unternehmen auf Grund der verherenden Forderungen der Gewerkschaften in die Pleite getrieben wurden, will natürlich nienam glauben. Aber es ist Fakt!

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03. März 2006 15:09

Glückwunsch?

Adalbert Jablonski (JayCON)

Muss die Gewerkschaft eine neue Schlappe hinnehmen!

Bei AEG in Nürnberg war der einzige Erfolg der Gewerkschaft, dass höhere Abfindungssummen bezahlt werden - sucht sie bei SAP einen neuen Kandidaten für Abfindungsvereinbarungen?

Betriebsrat bedeutet meines Erachtens aber nicht unbedingt, dass die Gewerkschaft ihren Einfluss bekommt - der Betriebsrat könnte auch aus Nichtorganisierten bestehen.

Dietmar Hopp drückt aus, was die Unternehmen tatsächlich denken:

Die Wirtschaftsform der Sozialen Marktwirtschaft (ja, die gibt es tatsächlich in Deutschland) und das Betriebsverfassungsgesetz (was, darüber gibt es tatsächlich ein Gesetz, das sogar Gültigkeit hat) haben für sie keine Bedeutung.

Allen, die hier applaudieren - eine Warnung:

Wer für sich in Anspruch nimmt, neben dem Gesetz (oder sogar darüber) zu stehen, verliert irgend wann die Bodenhaftung.

www.wirtschaftskontrolle.de

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03. März 2006 09:43

IG Metall ist Geschichte

Waldemar Erdmann (plakos)

Wann lernen die Gewerkschaften endlich dass auch Sie mit der Zeit gehen müssen, d.h. sich verändern müssen?
Wenn Gewerkschaften heute wie vor 50 Jahren auch schon auf Konflikte mit den Arbeitgebern nur mit Streiks antworten, und nicht fähig sind Dialoge zu führen, über Themen vernünftig zu diskutieren und dabei die eigenen Annahmen in Frage zu stellen, dann hat Ihr Untergang schon begonnen!

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03. März 2006 08:38

Betriebsrat abgelehnt

Dr. Karl-Heinz Schöter (khs)

Herzlichen Glückwunsch an die SAP Mitarbeiter, daß sie sich nicht von firmenfremden Funktionären fremdbestimmen lassen.

Dr. Karl-Heinz Schöter

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03. März 2006 08:17

Arbeitnehmer

Felix Reinicke (detlev.reinicke)

Respekt, eine reife Leistung !

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03. März 2006 07:25

gut gewählt

P. Efkemann (fliegepuk)

man kann die angestellten bei sap nur beglückwünschen, diesen schritt getan zu haben. grundsätzlich ist ein betriebsrat in einem unternehmen ja nicht schlecht, aber warum ein bestehendes und vor allem erfolgreiches system wie es bei sap vorhanden scheint (sofern man dies natürlich aus den artikeln hier entnehmen kann) ändern und einen gewerkschaftsunterstützten betriebsrat installieren? ein betriebsrat besteht zu sehr auf die gleichberechtigung der einzelnen mitarbeiter, was ja richtig ist, aber bei sap scheinen sich die mitarbeiter nich benachteiligt zu fühlen. das beispiel mit der stempeluhr ist zwar eigentlich mehr ein scherz gewesen, aber in solchen fällen wohl nicht zu abwegig.
einzig die aussage von herrn hopp, dass der standort walldorf in gefahr sei, find ich nicht in ordnung weil es wie eine drohung daherkommt....stimmt gegen den betriebsrat und ihr behaltet die firmenzentrale, wenn nicht gehts nach china...

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03. März 2006 06:55

Kein Wunder

Peter Milka (McDuff)

Kein wunder wenn Mitarbeiter die sehr gut bezahlt und ordentlich verhätschlt werden keinen Betriebsrat möchten. Es gibt Betriebe bei denen eine Gewerkschaftsinitiative mehr Sinn machen würde. Dort aber regiert die Angst vor der Entlassung.

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03. März 2006 00:27

Vorbildlich

Thomas Molch (ThomasMolch1)

Gratulation SAP!!!
Die Courage, offen eine Auseinandersetzung gegen die ideologischen Motive der IG Metall zu fuehren, ist bereits beachtenswert. Mitarbeiter im Unternehmen zu haben, deren Weitsicht und Weltoffenheit der IG Metall eine knallharte Absage erteilt hat, erfuellt mich bezueglich des Standortes Deutschland wieder ein wenig mit Hoffnung...

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02. März 2006 21:46

Abstimmung über Betriebsrat

Klaus Albrecht (albrekl)

Mich überrascht immer wieder, wie weit die Wahrnehmung der Gewerkschaften sich von der gefühlten Realität in den Betrieben entfernt hat.
Bei einer Abstimmung mit dem Ausgang von einer respektablen Minderheit zu sprechen anstatt sich mal selbstkritisch zu fragen, warum eigentlich 9 von 10 sich gegen eine gewerkschaftliche Einmischung in innerbetriebliche Belange aussprechen zeugt nur zu klar davon, wes Geistes Kind die Gewerkschaften sind.

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