20. November 2007 Die 20 meist genutzten Nachrichtenportale im Internet werden in diesem Jahr voraussichtlich mehr als vier Milliarden Mal angeklickt. Das bedeutet nach einer Erhebung des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) ein Plus von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Statistik zufolge, die am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde, nutzt etwa jeder Fünfte das Nachrichtenangebot im Internet. Mit dieser Quote liegt Deutschland im internationalen Mittelfeld.
Im vergangenen Jahr lag die Zahl der Seitenaufrufe bei 3,2 Milliarden, im Jahr 2005 bei 2,7 Milliarden. Obwohl es keine Großereignisse wie Bundestagswahlen gab, legten Nachrichtenportale im bisherigen Jahresverlauf kräftig zu. Damit wird deutlich, dass sich das Internet endgültig neben Zeitung, TV und Radio als vierte Quelle für aktuelle Informationen etabliert hat, erklärte Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer.
Viele Portale beschränken sich auf einzelne Themen
Getragen wird der Boom nicht nur von umfassenden Nachrichtenseiten, zu denen auch FAZ.NET zählt. So finden sich in der Liste der 20 meist genutzten News-Portale auch Angebote, die sich auf einzelne Themen wie Sport oder Computer konzentrieren. Hinzu kommen Internetseiten von Regionalzeitungen, die in ihrem Erscheinungsgebiet so stark sind, dass es für eine Plazierung in den gesamtdeutschen Top 20 reicht.
Eines haben laut Bitkom all diese Portale gemein: Sie sind frei zugänglich. Ein Abonnement ist nicht erforderlich. Stattdessen finanzieren sich die Seiten in erster Linie über Werbung.
In Skandinavien wird mehr online gelesen
Während im vergangenen Jahr 19 Prozent der 16 bis 74 Jahre alten Nutzer in Deutschland Nachrichten im Internet lasen, waren es im EU-Durchschnitt 18 Prozent. Zu den Spitzenreitern zählen Finnland (46 Prozent) und Schweden (41 Prozent), zu den Schlusslichtern Irland mit acht und Rumänien mit 7 Prozent.
Unter Nachrichtenportalen versteht der Verband Angebote, die ausschließlich und tagesaktuell über Politik-, Wirtschafts-, Sport- oder Fachthemen berichten. Die Erhebung berücksichtigt laut den Angaben sämtliche Internet-Seiten, die sich von der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (IVW) prüfen lassen.
Text: AP
Bildmaterial: Bitkom
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