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Rekordhalbjahr für United Internet

Rückenwind für United Internet

Rückenwind für United Internet

11. August 2006 Der Internetdienstleister United Internet kann sich über einen rasanten Anstieg seiner Kundenzahlen freuen: Im zweiten Quartal 2006 konnte der Betreiber von GMX, 1&1 und Web.de 490.000 neue Kunden gewinnen. Darunter waren etwa 100.000 neue DSL-Kunden.

Mit seinem rasanten Wachstumstempo hat United Internet erneut alle Erwartungen übertroffen. Der Gewinn vor Steuern sei im zweiten Quartal 2006 im Vergleich zum Vorjahresquartal um 148 Prozent auf 50,1 Millionen Euro gestiegen, teilte das Unternehmen in Montabaur mit. Experten hatten im Durchschnitt einen Anstieg auf 42 Millionen Euro erwartet.

Das Jahresziel ist fast erreicht

Der Umsatz legte um 75,5 Prozent auf 311,5 Millionen Euro zu. „Wir sind mit dem Geschäftsverlauf sehr zufrieden“, sagte United-Internet-Chef Ralph Dommermuth. Er ist zudem mit einem Anteil von rund 35 Prozent größter Einzelaktionär des Unternehmens.

Insgesamt hat United Internet inzwischen 5,87 Millionen Kunden. Damit ist Dommermuth seinem Jahresziel, die Zahl zahlender Kunden über die Marke von sechs Millionen zu hieven, schon nach sechs Monaten sehr nahe gekommen. Die Zahl der DSL-Neukunden blieb etwas hinter den Erwartungen zurück. Im Vorquartal war sie schon einmal um 100.000 gestiegen. United Internet ist nach dem Marktführer T-Online die Nummer zwei auf dem deutschen DSL-Markt.

„Wir müssen nicht ständig Sonderaktionen machen“

Das Unternehmen konzentrierte sich zuletzt auf die Vermarktung von Anschlüssen mit bis zu 16 Megabit pro Sekunde und investierte im zweiten Quartal weniger massiv in die DSL-Werbung, weil diese nach Dommermuths Ansicht wegen der Fußball-Weltmeisterschaft ins Leere gelaufen wäre. Bis zum Jahresende 2006 will Dommermuth rund 500.000 DSL-Kunden gewinnen, gut 200.000 weniger als im Vorjahr.

„Wir stehen nicht auf einem Bein“, betonte Dommermuth. Daher müsse United Internet im DSL-Geschäft nicht jeden Schritt der Konkurrenz mitgehen. „Wir müssen nicht ständig Sonderaktionen machen, um Neukunden zu gewinnen.“ Dennoch kündigte er für das zweite Halbjahr eine Offensive an: „Wir stecken nochmal richtig Geld in Marketing und Produkte.“

Mehr als 50 Prozent Wachstum erwartet

An der Börse kletterte der Aktienkurs zeitweilig um 6,5 Prozent auf 9,83 Euro. Beim Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) verzeichnete United Internet im zweiten Quartal ein Plus von 152,4 Prozent auf 63,6 Millionen Euro.

Für das Gesamtjahr erwartet das Unternehmen nun einen Umsatz von 1,26 Milliarden Euro statt bisher 1,2 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von fast 60 Prozent zum Vorjahresumsatz von rund 800 Millionen Euro. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) solle um etwa 80 Prozent auf 230 Millionen Euro steigen. Im gleichen Umfang soll auch das Vorsteuerergebnis zulegen und am Jahresende bei rund 180 Millionen Euro liegen. Bislang war Firmenchef Ralph Dommermuth bei Umsatz, Ebitda und Vorsteuerergebnis von jeweils rund 50-prozentigen Zuwächsen ausgegangen.

Web.de und Fasthosts stärken Position

United Internet hatte Ende 2005 die Übernahme des Portalgeschäfts des Karlsruher Anbieters Web.de abgeschlossen. Im Mai stärkte das Unternehmen zudem seine Position im britischen Webhosting-Markt mit dem 90 Millionen Euro teuren Kauf von Fasthosts, einem der größten Anbieter auf der Insel in diesem Geschäft. Unter Webhosting ist die Unterbringung von Webseiten auf dem Webserver eines Providers zu verstehen.

Text: FAZ.NET mit Material von DPA und Reuters
Bildmaterial: dpa

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