
Sonny Rollins hat viel zum modernen Jazz beigetragen und verdient deshalb unsere Anerkennung. Dennoch sollte man trotz aller Ehrfurcht vor dem großen Namen auf dem Teppich bleiben und das Konzert vom Donnerstag ehrlich beurteilen: Die Stücke verliefen sehr gleichförmig und liessen die Dynamik, die man vom Hard Bop kennt, gänzlich vermissen; die Enden der Stücke klappten nie so recht; bei einem weiteren Stück klappte der Anfang nicht, sodass die Band nochmal beginnen musste (und selbst dann lief es nicht rund); ein Calypso wurde so einfallslos und brav gespielt, dass man sich auf einem Altennachmittag wähnte; die im Artikel zitierten Melodiefetzen verbanden sich nie zu einem großen melodischen Bogen (etwas, das Rollins nachweislich virtuos beherrscht). Insgesamt hatten meine beiden Begleiter und ich - allesamt reichlich jazzerfahren - den Eindruck, bei einer Jam Session zuzuhören. Dies kann zugegebenermassen sehr interessant sein. Wenn ich allerdings 80 Euro Eintritt bezahle, erwarte ich ein Konzert, dem man anmerkt, dass professionell geprobt wurde.

Begeisterung bricht sich im Text Bahn. Da will keiner wegen Kleinigkeiten mäkeln. Yeah! Music is the best!