Lennon-Akte freigegeben

„Absurde Sicherheitsargumente“

Wollte keinen Buchladen für die britische Linke finanzieren: John Lennon

Wollte keinen Buchladen für die britische Linke finanzieren: John Lennon

21. Dezember 2006 Die amerikanische Bundespolizei FBI hat nun auch die letzten zehn Seiten ihrer Akte über den Exbeatle John Lennon freigegeben. Sie enthalten neue Details über Lennons Beziehungen zu Linken und Antikriegsgruppen in London Anfang der siebziger Jahre. Nichts deute aber daraufhin, daß Lennon als Gefahr betrachtet worden sei, erklärte der Historiker Jon Wiener, der fünfundzwanzig Jahre um die Freigabe der Akte gekämpft hatte, in einem Beitrag auf der Homepage der „Los Angeles Times“.

Das FBI hatte die Herausgabe der Unterlagen verweigert, weil die vertraulichen Information von einer ausländischen Regierung stammten. Ihre Freigabe könne zu diplomatischen, politischen und wirtschaftlichen Sanktionen gegen die Vereinigten Staaten führen. Zu den neuen Dokumenten gehört ein Überwachungsbericht, wonach damals zwei prominente britische Linke auf Lennon zugegangen sind, damit er einen Buchladen und Leseraum finanziere, was der Musiker allerdings nicht tat.

Übertriebene Sicherheitsmaßnahme

„Ich bezweifele, daß die Regierung von Tony Blair wegen der Veröffentlichung dieser Dokumente einen militärischen Vergeltungsschlag gegen die Vereinigten Staaten führt“, erklärte Wiener. „Heute sehen wir, daß die Sicherheitsargumente, die das FBI fünfundzwanzig Jahre vorbrachte, von Anfang an absurd waren.“

Wiener beantragte die Unterlagen erstmals 1981, als er begann, ein Buch über Lennon zu schreiben. Einige Dokumente bekam er auch, andere wurden unter Hinweis auf die mögliche Gefährdung der nationalen Sicherheit zurückgehalten. Im Jahr 2004 entschied ein Bundesgericht, das auch die letzten Seiten freigegeben werden müssen.

Text: FAZ.NET mit Material von AP
Bildmaterial: AP, CINETEXT

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