Dylan gibt den Leuten das Gefühl, dass sie bei ihm - wenn man sich zeitlich, emotional und "wach" auf sein Musik einlässt, diese in ihrer Einzigartikeit erkannt und erfühlt wird. Es gibt keinen anderen Musiker, der wie Dylan klingt (wenn auch viele in seiner "Tradition" stehen). Bei vielen anderen Gruppen hat man das Gefühl: das hat man schon gehört!
Dylans Songs sind einfach und doch verschwirbelt, manches ist langweilig aber vieles grandios. Grandios weil es songs sind, die manchmal poppig, rockig, jazzig, folkig und manchmal alles zusammen sind.Ich kann nicht immer Dylan hören und mit ihm auf musikalische Entdeckungsreisen gehen, aber wenn, dann empfinde ich es immer als aufregend und immer wieder "neuartig".
Zunächst einmal seien ihm diese Laudatien zum 65. gegönnt. Gleichzeitig sei aber angemerkt, dass er nicht der einzig denkende Musik ist. Genrewechsel und die Erwartungen des Publikums nicht Erfüllen (anstatt des heute üblichen "Runterspielens des aktuellen Albums") haben wir des öfteren erlebt. Frank Zappa (nicht Dylan) ist wohl der Ur-Types des autonomen Musikers.
Anstatt also Dylan als letzten lebenden Dinosaurier zu feiern, rate ich an, unabhängige Kunst zu fördern und dieser mit Offenheit zu begegnen. Schließlich bleibt doch zu hoffen, dass er NICHT der letzte seiner Art ist. Wenn auf einem Konzert unsere Erwartungen nicht erfüllt werden, kann dies schließlich auch an den Erwartungen selbst liegen...
P.S.: Happy birthday, Bob!
Es ist diese endlos schöne Musik....