Besuch in Teheran

Assad und Ahmadineschad einig an der „Front“ gegen Amerika

Ahmadineschad und Assad:„Wichtigster Staatsbesuch”

Ahmadineschad und Assad:„Wichtigster Staatsbesuch”

18. Februar 2007 Der syrische Präsident Assad hat seinen Besuch in Teheran als einen seiner „wichtigsten Staatsbesuche“ überhaupt bezeichnet. In einem gemeinsamen Kommunique forderten er und der iranische Staatspräsident Ahmadineschad, dass sich die amerikanische Armee für die Schaffung von Frieden und Stabilität aus dem Irak zurückziehen und dass der Nahe Osten eine atomwaffenfreie Zone werden solle.

Dazu forderten beide die nukleare Entwaffnung Israels. Jegliche Diskriminierung bei der zivilen Nutzung der Atomtechnologie wiesen sie als „inakzeptabel“ zurück. Ahmadineschad und Assad begrüßten die jüngste Verständigung zwischen den beiden rivalisierenden Fraktionen der Palästinenser, Fatah und Hamas.

„Verschwörungen der Vereinigten Staaten und Israels“

Ahmadineschad bezeichnete den zweitägigen Besuch Assads als sehr fruchtbar für die Vertiefung der bilateralen Beziehungen. Assad versicherte seinem Gastgeber, beide bildeten eine geschlossene Front gegen die Vereinigten Staaten. Iran und Syrien träten allen Versuchen Washingtons, diese Front zu schwächen, entschieden entgegen, sagte Assad.

Revolutionsführer Chamenei äußerte nach einem Treffen mit Assad, Iran und Syrien hätten eine besondere Aufgabe, sich den „Verschwörungen“ der Vereinigten Staaten und Israels entgegenzustellen und zu verhindern, dass ein Keil in die islamische Welt getrieben werde. Chamenei sagte Washington voraus, der Verlierer in der Region zu sein, zumal Präsident Bush auch in seiner Partei die Unterstützung für seine Irak-Politik verloren habe.

Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten als letzte Karte Washingtons?

Assad traf ferner mit dem früheren Staatspräsidenten Rafsandschani und dem iranischen Atomunterhändler Laridschani zusammen. Zuletzt hatte er Iran im August 2005 fünf Tage nach dem Amtsantritt von Ahmadineschads als Staatspräsident besucht. Diesmal hatten die beiden bereits nach ihrer ersten Unterredung am Samstag versichert, zur Abwehr der amerikanisch-israelischen Pläne für den Nahen Osten zusammenzuarbeiten. Sie warnten vor fortgesetzten Feindseligkeiten zwischen Sunniten und Schiiten.

Die Anstachelung des Konflikts zwischen Sunniten und Schiiten sei die letzte Karte, die Washington in der Region spiele, sagte Assad nach seinem Treffen mit Rafsandschani. Am Wochenende berichtete die halboffizielle Nachrichtenagentur Fars, der Sprengstoff, der am vergangenen Mittwoch in der Stadt Zahedan bei einem Anschlag auf einen Bus der Revolutionsgarde verwendet worden war, stamme aus den Vereinigten Staaten.

Muqtada al Sadr in Iran?

Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Mohammad-Ali Hosseini, dementierte am Sonntag, dass sich der irakische Schiitenführer Muqtada al Sadr in Iran aufhalte.

Solche Behauptungen entbehrten jeder Grundlage und seien Teil der psychologischen Kriegsführung Washingtons gegen Iran, sagt Hosseini. Iran werde Forderungen des Weltsicherheitsrats, seine Urananreicherung einzustellen, nicht akzeptieren, sagte Hosseini weiter. Er sehe indes die Chance für die Wiederaufnahme von Verhandlungen.

Iran sei bereit, über eine Begrenzung der Anreicherung auf 4 Prozent zu verhandeln, sagte Hosseini. Für eine Atombombe wäre innerhalb des gleichen Prozesses eine Anreicherung auf 90 Prozent erforderlich. Am heutigen Montag beginnen die Revolutionsgarden ihr drittes Manöver in vier Wochen. Diesmal sind Bodeneinheiten in 16 iranischen Provinzen und 20 Elitebrigaden beteiligt.

Text: her.; F.A.Z.

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