Sechsländergespräche

Nordkorea kompromissbereit?

Nordkorea will prüfen, ob die Vereinigten Staaten ihre „feindliche Politik” aufgäben

Nordkorea will prüfen, ob die Vereinigten Staaten ihre „feindliche Politik” aufgäben

08. Februar 2007 Mit vorsichtigem Optimismus sind am Donnerstag in Peking die Sechsländergespräche über Nordkoreas Atomprogramm wiederaufgenommen worden. Nordkoreas Verhandlungsführer Kim Kye-gwan signalisierte erstmals die Bereitschaft seines Landes, über konkrete Schritte in Richtung der Einstellung des Nuklearprogramms zu verhandeln. An den Gesprächen nehmen neben Nord- und Südkorea China, Japan Russland und die Vereinigten Staaten teil.

Nordkorea werde prüfen, ob die Vereinigten Staaten ihre „feindliche Politik“ gegenüber Nordkorea aufgäben und sich in Richtung auf eine friedliche Koexistenz hinbewegten, sagte Kim Kye-gwan nach einem Bericht der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua. Wie aus diplomatischen Kreisen verlautete, ist Nordkorea zu ersten Schritten des Entgegenkommens im Gegenzug für Energielieferungen bereit.

Japan fordert Freilassung seiner Landsleute

Die Vereinigten Staaten sollen in Aussicht gestellt haben, Handelshindernisse abzubauen. Außerdem könne Nordkorea von der Liste der Staaten gestrichen werden, die Terroristen unterstützen. Der amerikanische Unterhändler Hill bestritt vor Beginn der Verhandlungen aber japanische Presseberichte, nach denen bei den Gesprächen nordkoreanischer und amerikanischer Regierungsvertreter im Januar in Berlin bereits ein Memorandum unterzeichnet worden sei. Es habe gute Gespräche gegeben, aber es sei nichts unterschrieben worden, sagte Hill.

Japan blieb bei seiner Haltung, dass es Hilfe an Nordkorea nur leisten werde, wenn Pjöngjang zur Zusammenarbeit bei der Frage der entführten Japaner bereit ist. In den siebziger und achtziger Jahren waren 13 Japaner nach Nordkorea verschleppt worden und wurden dort als Übersetzer und Spione eingesetzt, erst fünf von ihnen durften nach Japan zurückkehren.

Der chinesische Verhandlungsführer, der stellvertretende Außenminister Wu Dawei, nannte die amerikanisch-nordkoreanischen Gespräche in Berlin „produktiv“. Nordkorea hatte lange direkte Gespräche mit Washington gefordert, die amerikanische Regierung hatte dies aber bislang abgelehnt. Die Berliner Gespräche hätten eine Grundlage für die Neuaufnahme der Sechsergespräche in Peking gelegt, schrieb die Nachrichtenagentur Xinhua. Die letzte Runde der Sechsergespräche im Dezember in Peking hatte keine Ergebnisse erbracht. Bei der neuen Runde sollen jetzt auch einzelne Arbeitsgruppen konkrete Fragen behandeln.

Energie-und Wirtschaftshilfe für Nordkorea

Gastgeber China möchte erreichen, dass es bei dieser Verhandlungsrunde, die voraussichtlich mehrere Tage dauern wird, zur Verwirklichung der gemeinsamen Erklärung der sechs vom September 2005 kommt. Dazu wolle Peking an diesem Freitag ein Dokument vorlegen, hieß es aus der südkoreanischen Delegation. Damals hatte sich Nordkorea verpflichtet, sein Atomprogramm aufzugeben und dafür Zusagen für Energie-und Wirtschaftshilfe bekommen.

Kurz nach dieser Einigung hatten aber die Vereinigten Staaten Finanzsanktionenen gegen Nordkorea verhängt. Nordkorea hatte sich daraufhin von den Sechsergesprächen zurückgezogen, Raketentests und schließlich einen unterirdischen Atomtest ausgeführt. Die Vereinten Nationen verabschiedeten daraufhin mit Unterstützung Chinas eine Resolution, die unter anderem die Lieferung von militärischen und Luxusgütern an Nordkorea verbietet.

Text: P.K., F.A.Z.
Bildmaterial: dpa

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