18. April 2006 Angesichts eines möglichen Militärschlags der Vereinigten Staaten gegen sein Land hat der iranische Präsident Mahmud Ahmadineschad auf die Entschlossenheit der iranischen Streitkräfte hingewiesen. Zugleich betonte er am Tag der Armee am Dienstag in Iran, sein Land stelle keine Bedrohung für irgendeinen Staat dar, werde aber entschieden gegen Feinde vorgehen.
Iran ist ein Verfechter des regionalen und globalen Friedens, aber die iranischen Streitkräfte sind gleichzeitig bereit, sich für ihr Land zu opfern, sagte Ahmadineschad. Die Soldaten würden entschlossen auf jede Aggression der Feinde reagieren. Hintergrund sind anscheinend Berichte über einen möglichen Militärschlag der Vereinigten Staaten gegen iranische Atomanlagen.
Keine Bedrohung für irgendeinen Staat
Iran stellt keine Bedrohung für irgendeinen Staat dar, aber falls das Land herausgefordert würde, würde es den Feinden die Hände abschlagen und sie dazu bringen, daß sie ihre Aggression bereuen, sagte Ahmadineschad. Die Armee seines Landes sei eine der stärksten der Welt - wegen ihres Gottvertrauens und ihres islamischen Glaubens.
Zum Auftakt neuer Gespräche über das iranische Atomprogramm in Moskau zeichnete sich am Dienstag abend keine gemeinsame Position der Staatengemeinschaft ab. Während sich der amerikanische Präsident George W. Bush alle Optionen offenhielt und auch einen Militäreinsatz nicht ausschloß, bekräftigte Rußland seine Forderung nach einer diplomatischen Lösung. Wir sind überzeugt, daß weder Sanktionen noch Gewalt zur Lösung des Problems führen, sagte ein Sprecher des russischen Außenministeriums. In Moskau traten die Vertreter der fünf Vetomächte des UN-Sicherheitsrates und Deutschlands zusammen.
Vor dem Gespräch hatte auch der Generalsekretär der Arabischen Liga, Amr Mussa, zum Dialog aufgerufen, warnte jedoch dafür, die Länder des Nahen und Mittleren Ostens mit zweierlei Maß zu messen. Mussa dürfte dies mit Blick auf Israel geäußert haben, das als inoffizielle Atommacht gilt.
Iran hatte vergangene Woche verkündet, erstmals Uran angereichert zu haben. Das Land hat damit den Aufruf zahlreicher Länder und internationaler Organisationen zur Aussetzung seines Atomprogramms ignoriert. Es steht im Verdacht, die Technik für Atomwaffen nutzen zu wollen. Teheran hat das stets zurückgewiesen und darauf bestanden, daß die Urananreicherung nur dem Zweck der Energiegewinnung diene.
(Siehe auch: Atomstreit mit Iran treibt Ölpreis in die Höhe)
Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AP, REUTERS