Vereinigte Staaten

Rumsfeld: „Könnten weiteren Krieg führen“

Rumsfeld: Unbedingt einsatzbereit

Rumsfeld: Unbedingt einsatzbereit

29. August 2006 Die Vereinigten Staaten sind nach den Worten von Verteidigungsminister Donald Rumsfeld trotz ihres Engagements im Irak und in Afghanistan in der Lage, auf neue militärische Bedrohungen angemessen zu reagieren. Mit Blick auf den Atomstreit mit Iran sagte Rumsfeld am Montag auf dem Militärstützpunkt Fallon im amerikanischen Bundesstaat Nevada, andere Länder sollten nicht den Fehler machen anzunehmen, daß Washington wegen der Stationierung von 136.000 Soldaten im Irak nicht mehr handlungsfähig seien.

„Wir sind in der Lage, andere Probleme anzugehen, wenn diese auftauchen“, sagte Rumsfeld. Dies habe das Militär etwa beim Libanon-Krieg gezeigt, als es 15.000 Menschen aus dem Land in Sicherheit gebracht habe.

Kritik an Einsatzfähigkeit

Die Einschätzung vieler Experten, wonach die amerikanische Armee wegen der Beanspruchung durch die Einsätze im Irak und in Afghanistan derzeit keinen weiteren Krieg führen könnte, sei „nicht korrekt“, sagte Rumsfeld weiter. Er verwies darauf, daß die Armee eine große aktive Streitmacht sowie eine große Zahl von Reservisten zur Verfügung habe.

Wegen des großen Bedarfs an Soldaten hatte das Pentagon zuletzt die Einsatzzeiten der Soldaten im Irak verlängert sowie verstärkt Reservisten zur Marineinfanterie einberufen. Neben den Soldaten im Irak sind derzeit etwa 20.000 amerikanische Soldaten in Afghanistan im Einsatz.

Drei Jahre nach Beginn des Irak-Kriegs ist in der Armee Kritik laut geworden, daß die Einsatzfähigkeit vieler Einheiten gelitten habe. So müssen die Streitkräfte Dutzende Milliarden Dollar für die Reparatur und den Ersatz von Ausrüstung aufwenden.

Rumsfeld würdigte zwar die diplomatischen Bemühungen im Atomstreit mit Iran. Zugleich warf er der Führung in Teheran aber abermals vor, Terrorgruppen wie die Hizbullah im Libanon zu unterstützen.

Frist bis Ende August

Der UN-Sicherheitsrat hatte dem Iran eine Frist bis zum 31. August zur Beendigung der Urananreicherung gesetzt. Die Vetomächte Frankreich, Großbritannien, Vereinigte Staaten, China und Rußland sowie Deutschland bieten Teheran wirtschaftliche Anreize wie Hilfe beim Bau von Kernkraftwerken und die Aufhebung bisher geltender Handelsbeschränkungen an.

Im Gegenzug soll Teheran die Urananreicherung aussetzen. Vor allem Washington bezichtigt Teheran, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung Atomwaffen herstellen zu wollen. Washington droht mit einseitigen Sanktionen, sollte Teheran nicht die umstrittene Urananreicherung aussetzen. (Siehe auch:

Rumsfeld: Terroristen mit Raketen bekämpfen

Am Montag hatte Rumsfeld Pläne zur Umrüstung von Langstreckenraketen zu einem möglichen Einsatz im globalen Krieg gegen den Terrorismus bekräftigt. Nach einem Treffen mit dem russischen Verteidigungsminister Iwanow in Fairbanks (Alaska) sagte Rumsfeld, die nuklearen Sprengköpfe der Raketen sollten durch konventionelle Sprengköpfe ersetzt werden.

Die von Unterseebooten abgeschossenen Interkontinentalraketen des Typs „Trident“ sollten zum Einsatz kommen, wenn die Vereinigten Staaten sowie verbündete und befreundete Staaten durch mögliche Angriffe mit Massenvernichtungswaffen bedroht seien. Washington hoffe auf eine Zusammenarbeit mit Moskau in der Frage, weil auch für Rußland der Einsatz solcher mit konventionellen Sprengköpfen bestückten Raketen im Krieg gegen Terroristen ein wichtiges Instrument werden könne.

Iwanow zeigte sich skeptisch über die Pläne und schlug statt dessen den Einsatz von Mittelstreckenraketen vor. Dem Argument, der Abschuß einer „Trident“-Rakete könne irrtümlich für einen Angriff mit atomaren Waffen gehalten werden, hielt Rumsfeld entgegen, die Vereinigten Staaten würden Rußland und andere Staaten über die Umrüstung der Langstreckenraketen „in völliger Transparenz“ informieren. Zudem könne „alle Welt“ spätestens 30 Minuten nach einem Einschlag wissen, daß die Rakete keinen Atomsprengkopf getragen habe.

Text: FAZ.NET mit Reuters/AFP/rüb.
Bildmaterial: AP

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