Der am Montag verhaftete mutmaßliche Kriegsverbrecher Karadzic wird nach Angaben von serbischen Behörden wahrscheinlich Anfang nächster Woche an das UN-Tribunal in Den Haag ausgeliefert. Der frühere serbische Ministerpräsident Kostunica kritisierte derweil die Festnahme Karadzics. Von Michael Martens, Belgrad
Der italienische Senat hat das umstrittene Immunitätsgesetz verabschiedet. Es sieht vor, dass Justizverfahren gegen die vier ranghöchsten Staatsvertreter ausgesetzt werden, solange sie im Amt sind. Ein Korruptionsprozess gegen Ministerpräsident Berlusconi muss somit ruhen.
Der irakische Ministerpräsident Nuri al-Maliki hat die deutsche Wirtschaft am Mittwoch aufgefordert, zu Investitionen in den Irak zurückzukehren. Dass ein wirtschaftlicher Aufschwung ein Schlüssel zur Stabilisierung und Befriedung im Irak ist, zeigt das Beispiel der früheren Hochburg des Aufstands. Heute ist dort Arbeitslosigkeit der ärgste Feind der Bewohner.
Spezial Ausschreitungen in der serbischen Hauptstadt: Am Abend nach der Verhaftung Karadzic protestierten Anhänger des mutmaßlichen Kriegsverbrechers gewaltsam in Belgrads Fußgängerzone. Angesichts anhaltender nationalistischer Strömungen warnen Politiker vor einer zu raschen Aufnahme Serbiens in die Union.
Es gelte, ein neues Kapitel in den Beziehungen zueinander aufzuschlagen, sagte die Kanzlerin nach ihrem Gespräch mit dem irakischen Ministerpräsidenten Maliki in Berlin. Der Irak als rohstoffreiches Land und Deutschland mit großer industrieller Erfahrung könnten voneinander profitieren. Von Stephan Löwenstein, Berlin
Nicolas Sarkozy hat der französischen Verfassung einen kräftigen Modernisierungsschub gegeben. Seine Reform, der die beiden Kammern des Parlaments zustimmten, verkürzt die Amtszeit des Präsidenten, gibt ihm ein Rederecht im Parlament und stärkt dessen Kontrollrechte. Von Michaela Wiegel, Paris
Ob der Vorsitzende des Nationalen Rats für die Zusammenarbeit mit dem Haager Tribunal schon etwas von der bevorstehenden Verhaftung Karadžics wusste, werden wir vielleicht bald erfahren. Für Ljajic, derzeit serbischer Minister für Arbeit und Soziales ist die Festnahme ein politischer und persönlicher Triumph. Von Michael Martens
Nach jahrelanger Flucht ist der wegen Kriegsverbrechen angeklagte ehemalige bosnische Serbenführer Radovan Karadzic gefasst worden. Er hatte unter falscher Identität in Belgrad gelebt. Karadzic werde schon bald an das UN-Tribunal überstellt, heißt es in Belgrad.
Die Vereinigten Staaten setzen sich nach Informationen der F.A.Z. weiterhin dafür ein, die Ukraine und Georgien rasch näher an die Nato heranzuführen. Der maßgeblich von Deutschland beförderte Beschluss, diesen Ländern eine Partnerschaft zu verweigern, könnte Spannungen vergrößern. Von Nikolas Busse, Brüssel
Die EU-Außenminister haben sich auf eine Ausweitung der Sanktionen gegen die Regierung des zimbabwischen Präsidenten Mugabe verständigt. Weitere Personen würden mit einem Einreiseverbot belegt, zudem werden erstmals Vermögen von Firmen eingefroren und Geschäftsverbindungen verboten.
Schwerer Schlag gegen die Eta: Bei einem groß angelegten Einsatz gegen die baskische Terrororganisation hat die spanische Polizei in Bilbao acht mutmaßliche Terroristen und Komplizen festgenommen. Eine besonders aktive und gefährliche Zelle der Eta sei zerschlagen worden.
Von der kosmopolitischen Szene Sarajevos fühlte sich Radovan Karadzic nie anerkannt. Erst der Aufstieg des ländlichen Montenegriners zum viel gefragten Verhandlungsführer in Genf und New York während des Bosnien-Krieges befriedigte seinen Geltungsdrang. Ein Porträt. Von Michael Martens, Belgrad
Außenminister Steinmeier hat sich im Kaukasus und in Moskau für eine Lösung des Konflikts um die abtrünnige georgische Region Abchasien bemüht Mit einem Friedensplan soll Bewegung in den Konflikt kommen. Doch Deutschland könne sich in diesem großen Spiel als Vermittler übernehmen. Von Oliver Hoischen
Jahrelang war Karadzic untergetaucht. Immer wieder gab es Berichte, dass er seine Verfolger an der Nase herumführte. Im Juli 2005 überraschte seine Frau die Öffentlichkeit mit dem Appell an ihren Mann, sich zu stellen - um der Familie Willen.