Der prominente chinesische Bürgerrechtler Liu Xiaobo ist wegen Subversion zu elf Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte einen Aufruf für mehr Demokratie und Meinungsfreiheit verbreitet. Die drakonische Strafe ist eine eiskalte Warnung an alle Kritiker des kommunistischen Systems.
Punkt für Obama: Der amerikanische Senat hat der Gesundheitsreform zugestimmt, dem wichtigsten innenpolitischen Vorhaben seiner Amtszeit. Die Demokraten sprachen von einem historischen Durchbruch. Der Text muss allerdings noch mit dem Repräsentantenhaus abgestimmt werden.
Als er ins Amt kam, galt er vielen als Messias, und entsprechend überirdisch waren die Erwartungen an ihn. Doch nach seinem ersten Jahr als Präsident sind viele Amerikaner von Barack Obama enttäuscht - weil er viele selbstgesteckte Ziele verfehlte und nicht nur bei Guantánamo Fristen setzte, die er dann nicht einhalten konnte. Von Matthias Rüb, Washington
Das Oberste Gericht Russlands hat überraschend den Haftbefehl gegen den Ölmanager Platon Lebedew, einen früheren Partner von Kremlkritiker Michail Chodorkowski, für unrechtmäßig erklärt. Eine Freilassung ist mit dem Urteil nicht verbunden. Lebedew und Chodorkowski sitzen wegen Wirtschaftsverbrechen in Haft. Von Michael Ludwig, Moskau
In China wird dem prominenten Bürgerrechtler Liu Xiaobo der Prozess gemacht. Dem Mitte fünfzig Jahre alten Schriftsteller und Philosophen drohen bis zu 15 Jahre Gefängnis. Mit dem Manifest Charta 08, das er mitverfasst hatte, habe er die Staatsgewalt untergraben. Von Till Fähnders, Peking
Der amerikanische Präsident hat Howard Schmidt als nationalen Koordinator für Internet-Sicherheit nominiert. Den Kampf gegen Cyber Crime bezeichnet Obama als zentrale Aufgabe der nationalen Sicherheitspolitik. Auch seine Regierung sieht sich Hackerangriffen ausgesetzt. Von Matthias Rüb, Washington
Der Anführer der katholischen Sinn Fein hat sich offenbart: Sein Vater - Gerry Adams senior - hat seine Kinder missbraucht, Bruder Liam tat es ihm gleich und ist auf der Flucht vor der Polizei. Diese Familientragödie hat auch eine Wirkung auf den schwierigen nordirischen Friedensprozess. Von Johannes Leithäuser, London
Es ist ein kleiner Triumph im Widerstand gegen einen Staatsapparat, der mit immer größerer Härte Kritik zum Verstummen bringen will: Der Künstlerin Parastou Forouhar ist wieder einmal gelungen, in Teheran ihren 1998 vom iranischen Geheimdienst ermordeten Eltern zu gedenken. Von Christiane Hoffmann
In China sind die Hypothekenzinsen deutlich niedriger als die Preissteigerung von Immobilien. Deshalb wird heftig spekuliert - mit den Mitteln aus dem Konjunkturpaket. Die Regierung will den Wohnraum bezahlbar halten, darf den Aufschwung am Bau aber nicht abwürgen. Von Christian Geinitz, Peking
Japan, die Wirtschaftsgroßmacht des 20. Jahrhunderts, ist von einer depressiven Stimmung gepackt, die selbst für die entsprechend ausgewiesenen Deutschen düster scheint. Angebracht ist hier wie dort mehr Selbstbewusstsein und weniger Zukunftsskepsis. Von Klaus-Dieter Frankenberger
Generalmayor Anthony Cucolo bangt um seine Truppe, weil immer mehr Soldatinnen während ihres Einsatzes im Irak schwanger werden und dann nach Hause geschickt werden. Zur Abschreckung will er daher Schwangerschaft unter Strafe stellen.
Obamas Gesundheitsreform hat im Senat eine erste Abstimmung erfolgreich passiert - doch dieser Erfolg ist das Ergebnis harter Arbeit. Erst nachdem wesentliche Bestandteile der Reform aus dem Entwurf entfernt und den Skeptikern viel Geld für die Heimat zugesprochen wurden, fand Obama die nötige Mehrheit. Von Matthias Rüb, Washington
Die Versuche, gegen israelische Politiker während eines Aufenthalts in England Haftbefehle wegen des Vorwurfs begangener Kriegsverbrechen zu erwirken, werden von der Hamas gesteuert. Die israelische Oppositionsführerin Zipi Livni hatte zuletzt eine geplante Reise nach London abgesagt.
Polen atmet auf: Drei Tage nach dem spektakulären Raub der Inschrift am Eingang des Konzentrationslagers Auschwitz hat die Polizei die mutmaßlichen Täter samt ihrer Beute gefasst. Die Diebe sind laut Polizei keine Rechtsextremisten, sondern Berufsverbrecher. Von Konrad Schuller, Warschau