Afghanistan

Anschläge auf Bundeswehr in Kabul

Seit Juni gab es mehrere Angriffe auf die Bundeswehr

Seit Juni gab es mehrere Angriffe auf die Bundeswehr

10. Juli 2006 Auf das Feldlager der Isaf-Truppen in der afghanischen Hauptstadt Kabul ist am Sonntag abend abermals ein Anschlag verübt worden. Wie der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Thomas Raabe, am Montag in Berlin mitteilte, wurden drei Panzerfaustgranaten auf Camp Warehouse abgefeuert. Verletzt worden sei niemand.

Zwei der drei Granaten schlugen laut Raabe in Container ein, eine weitere sei in eine Tankstelle außerhalb des Isaf-Lagers gerast. Außerdem sei mit Handfeuerwaffen auf einen Wachturm geschossen worden. Die Truppen hätten das Feuer erwidert. Raabe sagte, der Angriff sei ein weiterer Beweis, daß die Lage in Afghanistan im Moment sehr angespannt sei.

Schutz für Soldaten wird erhöht

In Afghanistan gab es seit Juni mehrere Angriffe auf die Bundeswehr, bei der auch Soldaten verletzt wurden. Die Bundeswehr hat im Juni im Rahmen der Isaf-Mission die Verantwortung für den gesamten Norden Afghanistans übernommen und die meisten ihrer Truppen von Kabul nach Masar-i-Sharif verlegt.

Verteidigungsminister Franz Josef Jung führte die Angriffe auf den Beschluß der Nato zurück, die ISAF-Mission auf ganz Afghanistan auszuweiten. Es könne auch nicht gänzlich ausgeschlossen werden, daß es Verlagerungen terroristischer Aktivitäten aus dem Irak nach Afghanistan gebe. „Ich habe deshalb angeordnet, daß wir den Schutz für unsere Soldaten erhöhen“, sagte er. Daher fahre die Bundeswehr jetzt nur noch mit geschützten Fahrzeugen. Außerdem werde die Aufklärung verstärkt, um Angriffen effektiver entgegentreten zu können. Jung wies auch darauf hin, daß Selbstverteidigung der Soldaten durch das Mandat gedeckt sei. „Aber auch unsere Soldaten wissen sich zu wehren, wenn sie angegriffen werden.“

Großbritannien will unterdessen weitere Soldaten nach Afghanistan schicken. Nach Zeitungsberichten vom Montag sollen die Einheiten von derzeit rund 4000 Mann um mehrere hundert Mann aufgestockt werden. Außerdem sollen zur Unterstützung der Truppe zusätzliche Hubschrauber in die Krisenprovinz Helmand im Süden des Landes verlegt werden. Seit Beginn des Afghanistan-Einsatzes sind im Kampf gegen die radikalen Taliban-Milizen sechs britische Soldaten ums Leben gekommen. Premierminister Tony Blair sprach am Montag von einer „gefährlichen“ Aufgabe, die im Süden des Landes zu bewältigen sei.

Text: FAZ.NET mit dpa
Bildmaterial: picture-alliance/ dpa/dpaweb

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