17. Juli 2008 Die fünf von Israel freigelassen libanesischen Häftlinge sind in der Hauptstadt Beirut mit einem offiziellen Empfang begrüßt worden. Eure Rückkehr ist ein neuer Sieg, sagte Libanons Staatschef Michel Suleiman am Mittwochabend bei der Ankunft der Freigelassenen am Beiruter Flughafen. Ich sage zu Samir Kuntar und seinen vier Mitkämpfern, dass sie stolz sein können auf ihr Land, ihre Armee und ihren Widerstand. An der Zeremonie nahmen auch Regierungschef Fuad Siniora und weitere ranghohe libanesische Politiker teil.
Anschließend traten die fünf Freigelassenen gemeinsam mit Hizbullah-Chef Hassan Nasrallah in einem südlichen Vorort von Beirut auf. Dieses Volk wird niemals besiegt werden, rief Nasrallah und umarmte die freigelassenen Häftlinge vor den Augen tausender jubelnder Anhänger.
Olmert bei Trauerfeier
In einem vom Bundesnachrichtendienst eingefädelten Gefangenenaustausch hatte die radikalislamische Hizbullah am Mittwoch die sterblichen Überreste der entführten Soldaten Ehud Goldwasser und Eldad Regev an Israel übergeben. Bis zuletzt hatten einige gehofft, Regev und Goldwasser seien noch am Leben. Im Gegenzug nahm die Schiitenmiliz den verurteilten Mörder Kuntar und vier Kämpfer aus dem Libanon-Krieg 2006 im Empfang.
Israels Ministerpräsident Ehud Olmert nahm auf einem Militärstützpunkt in der Nähe der Stadt Naharija im Norden des Landes an einer Trauerfeier für Goldwasser und Regev teil. Die aufgebahrten Särge der beiden Soldaten waren in den israelischen Nationalfarben blau und weiß geschmückt. An der Zeremonie nahmen auch Verteidigungsminister Ehud Barak, ranghohe Armeeangehörige und die Familien der beiden Toten teil. Am Donnerstag sollten die Soldaten mit militärischen Ehren beigesetzt werden.
Olmert kritisierte die Freudenfeiern im Nachbarland. Wehe einer Nation, die die Freilassung eines menschlichen Tieres feiert, das den Kopf eines vier Jahre alten Mädchen zerschmettert hat, hieß es in einer Erklärung des Ministerpräsidenten. Er bezog sich dabei auf die Freilassung von Kuntar, der für den Tod von fünf Israelis, darunter zwei kleinen Mädchen im Alter von vier und zwei Jahren verantwortlich ist. Kuntar hatte rund 30 Jahre Haft in Israel verbüßt.
Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AFP, dpa, reuters
