Steinmeier: “Mit Russland reden“

Nach Putins Kritik

Berlin kritisiert geplante Raketenabwehr der Amerikaner

Außenminister Steinmeier und Verteidigungsminister Jung haben die von den Vereinigten Staaten in der Tschechischen Republik und Polen geplante Raketenabwehr kritisiert. Die Pläne Washingtons sind auch in Warschau und Prag umstritten.

Lesermeinungen zum Beitrag

22. Februar 2007 22:54

ami go home

Alex Kohl (alexkohl)

permanenten kriegstreibern, wie den us-amerikanern, kann man eine solche aufgabe in europa nicht guten gewissens überlassen.

der einzige sinn dieser ansich sinnlosen massnahme besteht darin, europa noch abhaengiger von us-amerikanischen entscheidungen zu machen.

welcher vernunftbegabte mensch kann allen ernstes einer us-amerikanischen fuehrung vertrauen, welche mutmasslich fuer voelkerrechtswidrige angriffskriege, damit verbundenen 100.000fachen massenmord an zivilisten z. b. im irak, kriegsverbrechen und v. a. m., verantwortlich ist?

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20. Februar 2007 23:32

Finnlandisierung Europas oder wie die EU in die Zange genommen wird

thomas schulz (peanutbutter)

Begünstigt durch die Thorheiten der Bush Regierung, der Uneinigkeit und Schwäche der EU und der Abhängigkeit von lebenswichtiger russischer Energie, ist Russland auf dem besten Weg, selbst den ehrgeizigen Nachkriegsplan von Stalin bez. Deutschlands und Neutralität, zu übertreffen, indem es der EU durch die Blume andeutet, dass es seine Resourcen als Waffe einsetzen wird, falls die EU nicht nach seiner Pfeife tanzt. Es ist höchste Eisenbahn, erwachsen zu werden und mit dieser nationalen Kleinstaaterei aufzuhören. Regionale Eigenheiten, nationale Interessen und Basisdemokratie in allen Ehren, damit wird man aber von den Global Players wie USA, Russland, China oder Indien nicht ernst genommen. Solange sich das nicht ändert, bleibt der EU nur das Herumeiern zwischen dem militärischen Schutz der USA und der Abhängigkeit von Energie aus Russland (das als Partnerschaft zu bezeichnen, ist ja wohl ein ein schlechter Scherz).

Ich bekomme einen Lachkrampf, wenn Landesfürsten in Deutschland verlangen, in der EU mitzubestimmen. Das wäre dasselbe als würde ein Oberbürgermeister einen Stuhl am Kabinettstisch in Berlin fordern. Californien alleine würde mit seiner Wirtschaftkraft Deutschland in die Tasche stecken.

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19. Februar 2007 17:04

Herr Menzel, danke fuer die Belehrung!

hartmut stroth (hartmut_stroth)

Es geht nicht zuletzt um die psychologische Wirkung.

Hartmut Stroth

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19. Februar 2007 17:03

Im Gleichklang mit Andrzej Lepper

Christian Erb (schukow)

Wer im Gleichklang mit Herrn Lepper spricht kann wohl kaum für ernst genommen werden. Putin scheint leider inzwischen einen sehr grossen Einfluss auf unseren Ausminister gewonnen zu haben. Schade, Frau Merkel müste wissen dass hier Russsland wieder das große Spiel der Einflussphären spielt und bei so einfach gestrikten Politikern wohl auch gewinnen wird!

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19. Februar 2007 15:01

Noch nicht kapiert

Thomas Wenzel (Coloneltw)

Wenn die USA einen "glaubhaften" Weg gefunden haben, die Pattstellung zwischen den Mächten zu beenden, nämlich Atmomwaffen!=Gefahr, dann können sie ungeachtet dessen was die anderen sagen weiter auf Eroberungspolitik setzen. Bush weiss noch ein lanmd kann er nicht angreifen ohne Sanktionen befürchten zu müssen.
Darum geht es hier. Er kann nicht ohne Russland und China arbeiten aber er kann es versuchen. Das die "neue" große EU sich dabei streitet ist ein kleines Nebenbrot.
Bush hat Nichts anderes vor außer, Russland und China ignorieren zu können und Ihre Atomraketen nicht fürchten zu müssen.
Er hat nur eins nicht kapiert. Das schlimmst was man einem Erstschlagland antun kann ist NICHT zurückzuschießen. Man braucht kein Abwehprogramm sondern ein Abrüstungsprogramm!!!

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19. Februar 2007 14:15

@michael menzel: "Prävention" ist heute Krieg

jörg sutter (jsutter)

Da es ja auch nur noch "Präventivkriege" gibt, also Kriege mit der Begründung, Krieg verhindern oder sich "verteidigen" zu wollen, sind diese Abwehren faktisch Kriegserklärungen. Das gilt auch für das Star-Wars Programm und natürlich für die Überfälle auf den Libanon, den Irak und Afghanistan.

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19. Februar 2007 13:23

Anti-Raketen Raketen sind keine Pershing's

Michael Menzel (Galenos)


Man hat den Eindruck, daß kindische Vorstellungen über Raketen-Abwehrsysteme vorherrschen, mithin die Kommentatoren hier keine Ahnung haben, worüber sie sprechen bzw. schreiben.

"Die Raketenabwehr ist ein Bestandteil der strategischen Verteidigungskräfte. Sie beinhaltet einen Komplex an Kräften und Mitteln zur Abwehr von ballistischen Raketen und deren Gefechtsköpfen....Ein ABM-System dient zur Abwehr strategischer ballistischer Raketen oder ihrer Elemente in einer Flugbahn, das gegenwärtig besteht aus:
(A) ABM-Abfangraketen; dies sind Abfangraketen, die für eine Rolle im Rahmen des ABM konstituiert und disloziert worden sind, oder Raketen eines Typs, der auf ABM-Eigenschaften getestet worden ist.
(B) ABM-Abschußvorrichtungen, die für den Start von ABM-Abfangraketen konstruiert und disloziert worden sind, und
(C) ABM-Radareinrichtungen; dies sind Radareinrichtungen, die für eine Rolle im Rahmen des ABM konstituiert und disloziert worden sind, oder Einrichtungen, die auf ABM-Eigenschaften getestet worden sind."

Ergo: Man kann mit Anti-Raketen nichts zerstören als - Raketen, die bereits abgefeuert sind! Es sei denn, man schießt Tausende davon auf eine Kleinstadt. Wer, außer einem Angreifer, muß also ABM's ablehnen?

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19. Februar 2007 08:38

Recht so!

hartmut stroth (hartmut_stroth)

Das hätte ich Steinmeier nicht zugetraut und wäre ohne Rückendeckung durch Merkel sicher nicht moeglich gewesen: Bushs paranoiden Kampf gegen die Achse des Bösen, zu der er wohl inzwischen auch Russland zählt (auch wenn das Raketenabwehrsystem angeblich vor dem Iran schützen soll - lächerlich!), zu kritisieren.
Es ist nicht nur klug, sich von Bush zu distanzieren, denn gute Beziehungen mit Putin sind im deutschen (Energie-)Interesse; es ist auch klug und fair, denn bei der Wiedervereinigung und später bei der Ostexpansion der Nato hatte sich der Westen dazu verpflichtet, nichts zu unternehmen, was die Sicherheitsinteressen Russlands zuwiderläuft. Natuerlich muss Putin die geplante Raketenstationierung als gegen sich gerichtet und daher als Bedrohung empfinden!
Der amerikanische Praesident scheint sich in seinem poilitisch-militärischem Amoklauf von nichts und niemandem stoppen zu lassen - mir wird angst und bange, wenn ich bedenke, dass er noch zwei Jahre im Amt ist.
Hartmut Stroth

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19. Februar 2007 07:45

US-Raketenabwehr - was wollen die USA wirklich?

Reinhard Scholz (buddyr1)

Danke an Außenminister Steinmeier für die geäußerte Kritik.

Die Bedrohung durch Nordkorea oder den Iran scheint auch für den Nichtwaffenexperten als wenig glaubwürdig!

Eher entsteht der Eindruck, dass die USA versuchen, einen Keil in ein Europa mit einheitlichem Willen zu treiben.

Derzeit erscheint ein kritisches Europa eher als Hindernis für US-Interessen - längerfristig werden die USA froh sein können, wenn sie einen starken Verbündeten an ihrer Seite haben.

R. S.

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19. Februar 2007 05:32

Amis Go Home

Joachim Noob (jnoob)

Es wird Zeit, dass den Amis mal jemand Paroli bietet und diesen Kriegstreibern zeigt, dass ein einiges Europa durchhaus in der Lage ist, eigenverantwortliche (und vom Grossen Bruder und Halbgott aus Uebersee losgeloeste) Entscheidungen zu treffen. Das, was waehrend der Bush-Demagogie in den vergangenen sechs Jahren auf der Weltbuehne vonstatten gegangen ist, straft zukunftsweisende Bemuehungen um eine friedliche Beseitigung von Konflikten allerorts Luegen. Es wird Zeit, dass Europa aufhoert, die Marionette eines nach Absolutismus strebenden Staates zu sein (sofern dieser Staat das nicht schon laengst geworden ist und die uebrige Welt mit offenem Mund dieses Schauspiel begafft hat). Es wird hoechste Zeit!

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19. Februar 2007 01:08

Raketenabwehr

Peter Schönau (PeterSchoenau)

Es ist nicht verwunderlich, daß die Deutschen auch in diesem Fall die ersten "Bedenkenträger" sind. Schließlich wären sie der Bestrafung durch Zar Putin I als erste ausgesetzt, und zwar dort, wo sie am ehesten verletzlich sind: In der Energiepolitik.
Kein(e) Kanzler(in) kann sich einen Winter ohne russisches Erdgas leisten, vor allen Dingen nicht in einem Jahr, in dem Wahlen anstehen - und es stehen immer irgendwelche Wahlen an.
Da muß man transatlantische Bedenken hintan stellen.
Außerdem ist man doch genug im westlichen Bündnis engagiert: In der Nachhut in Afghanistan, an der Front der Ja-Aber-Befürworter von Sanktionen gegen den Iran, im Kampf gegen den Terror, solange er woanders stattfindet.
Und was wollen die Amerikaner eigentlich? Was kann man von einer Bundeswehr, die nur bedingt einsatztauglich ist, mehr erwarten? Und da sind schließlich auch die finanziellen Zwänge. Rüstungsausgaben sind unpopulär, wenn auch nicht so unpopulär wie der Tod deutscher Soldaten in (sogenannten) Friedenszeiten und obendrein für eine (un)gerechte Sache. Laut sagen darf man das natürlich nicht. So sehr darf man den Verbündeten, der immer noch der einzig funktionierende Schutzschild der (west)deutschen Demokratie ist, nicht verprellen.

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19. Februar 2007 00:04

Die Angst geht um, Kalter Krieg droht, Quatsch!

Michael Menzel (Galenos)

Ja, ja, "Berlin" kritisiert wieder mal die Amerikaner. Der antiamerikanische Schröderismus hat schon die gesamte Regierung durchseucht. Die Unionsparteien sind ohnehin nur noch schwankende Gestalten und profillose Ja-Sager zu sozialistischer Ideologie.

Was Putin da auf der Sicherheitskonferenz von sich gegeben hat ist nicht rational nachzuvollziehen. Der "kalte Krieg" steckt dieser Generation wohl noch so in den Knochen, daß sie ohne diesen Ungeist nicht sein können.

Es ist absurd anzunehmen, die USA würden die geographisch plausible Raketenüberwachung des Nahen Ostens jenseits und südwärts Russlands gegen Russland richten. Wovor haben die Russen denn Angst? Die haben doch nicht vor, Raketen gegen den Westen oder sonstwohin zu schicken? Die sollen statt dessen verlässlich Gas und Öl gegen sehr gutes Geld liefern.

Ein unfreundlicher Akt ist allerdings, daß sie "Knallfrösche" nach Iran liefern.

Am besten wäre es, ein paar Russen würden in ein europäisches amerikanisches Überwachungszentrum integriert und dann wüßten sie, daß sie keine Gegner (zu fürchten) haben. Arbeitet doch zusammen gegen Terror unterstützende Staaten!

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