Irak

Tod für Saddam? Grundsätzlich nein

Von Georg Paul Hefty

Saddam nach dem Urteil: “Lang lebe die glorreiche Nation“

Saddam nach dem Urteil: "Lang lebe die glorreiche Nation"

Ein Gericht hat gegen den früheren irakischen Diktator Saddam Hussein die höchstmögliche Strafe verhängt. Dafür gibt es nach all den gerichtlichen und vorausgegangenen Tatsachenschilderungen über das jahrzehntelange Geschehen im Irak eine Rechtfertigung. Keine Rechtfertigung aber gibt es nach gemeinsamer europäischer Auffassung dafür, daß die Höchststrafe in einem Staat die Todesstrafe ist.

Seit gut zwei Jahrzehnten haben alle europäischen Institutionen alles darangesetzt, daß die Todesstrafe aus grundsätzlichen Bedenken heraus abgeschafft wird. Soweit ihr Einfluß reichte, haben sie ihren fundamentalen Beschluß durchgesetzt. Daß damit rechtskräftig verurteilte Großverbrecher vor dem Todesurteil oder – je nach dem Zeitpunkt ihres Verfahrens – vor der Hinrichtung bewahrt wurden, hat die europäischen Institutionen nicht verstört oder gar von ihrem Grundsatz abgebracht.

Ein unschädlich gemachter, also inhaftierter Verbrecher „verdient“ nach europäischer Überzeugung nicht mehr den Tod. Also gibt es aus europäischer Sicht auch keinen Grund, den gestrigen Tag als einen „guten Tag für das irakische Volk“ zu bezeichnen. Dessen Problem ist es doch gerade, daß Menschenleben geringgeachtet werden.

Text: F.A.Z.
Bildmaterial: AFP

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Human Rights Watch

Menschenrechtler über Saddam-Prozeß: „Grundlegend unfair“

Sadam Hussein bei der Urteilsverkündung

Nur zwei internationale Organisationen durften den Prozeß gegen den ehemaligen irakischen Machthaber Saddam Hussein im Gerichtssaal beobachten. Die eine, Human Rights Watch, erhebt schwere Vorwürfe gegen das Sondertribunal.

Saddam Hussein

„Ein krimineller Diktator“

Auf der Anklagebank: Saddam Hussein

Zwei Tage nach dem Todesurteil muß sich Saddam Hussein abermals vor Gericht verantworten. Diesmal geht es um den Giftgasanschlag auf Kurden 1988 im Nordirak.

Irak

Saddam weiter vor Gericht

Der frühere irakische Machthaber Saddam Hussein hat zwei Tage nach seiner Verurteilung zum Tode versöhnliche Töne angeschlagen. Alle Iraker sollten sich versöhnen und sich die Hände reichen, sagte er vor Gericht.

Saddam Hussein

Höchststrafe nach kurzem Prozeß

Verfluchte das Gericht mit dem Ausruf „Fahrt zur Hölle”

Saddam Hussein wurde von einem irakischen Gericht zum Tode verurteilt, das unter Amerikas Aufsicht gebildet wurde, mit der Priorität, möglichst schnell ein Urteil zu fällen. Die Verteidigung wurde eingeschränkt, kritisieren Menschenrechtler. Ein Urteil mit schalem Nachgeschmack.

„Siegerjustiz“?

Jubel und Empörung über Todesurteil gegen Saddam

Vor allem die Schiiten feiern

Das Todesurteil für Iraks früheren Diktator Saddam Hussein hat in Europa vor allem grundsätzliche Kritik ausgelöst, in den Vereinigten Staaten dagegen vorbehaltlose Zustimmung erfahren. Im Irak jubeln die Schiiten, während Sunniten mit Rache drohen.

Irak

Geteilte Reaktionen auf Saddams Verurteilung

Die Vereinigten Staaten, Großbritannien und die irakische Regierung äußerten sich positiv über die Verurteilung des irakischen Ex-Machthabers Saddam Hussein. Kritik kam von der Europäischen Union, Menschrechtlern und der amerikanischen Regierungsopposition. Auch Bundeskanzlerin Merkel äußerte sich zurückhaltend.

Irak

Todesurteil gegen Saddam Hussein

Saddam Hussein soll gehängt werden

Ein irakisches Gericht hat den früheren Präsidenten Saddam Hussein wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zum Tode durch den Strick verurteilt. Er sei für ein Massaker an 148 Schiiten verantwortlich. Die Vereinigten Staaten und Großbritannien unterstützten das Urteil, die Iraker reagierten unterschiedlich.