Putins Justiz

„Chodorkowskij war nicht der letzte“

Zu neun Jahren Straflager verurteilt

Zu neun Jahren Straflager verurteilt

06. Juni 2005 Ein russischer Staatsanwalt hat nach der Verurteilung des ehemaligen Yukos-Chefs Michail Chodorkowskij weitere Prozesse gegen Wirtschaftsbosse des Landes in Aussicht gestellt.

„Wir haben noch mehr Akten auf Lager“, sagte der stellvertretende Generalstaatsanwalt Wladimir Kolesnikow in der Nacht zum Montag dem Fernsehsender NTW. Der Fall Chodorkowskij werde nicht der letzte gewesen sein.
Der vor gut anderthalb Jahren verhaftete Chodorkowskij war in der vergangenen Woche wegen Betruges und Steuerhinterziehung zu neun Jahren Haft verurteilt worden. Der einst von ihm geführte Ölkonzern Yukos wurde zerschlagen. Der Kernbereich von Yukos, Yugansk, wurde vom staatlichen Ölkonzern Rosneft übernommen und damit praktisch wieder verstaatlicht.

Chordorkowskij wurde Putin gefährlich

Das Vorgehen der russischen Behörden löste im Westen Kritik aus und schreckte Investoren ab. Beobachter bewerteten den Prozeß als politisch motiviert. Chodorkowskij, einst einer der reichsten Männer Rußlands, hatte Ambitionen auf das Amt von Präsident Wladimir Putin erkennen lassen.

Putin hat angekündigt, die politisch ambitionierten Oligarchen zu zügeln, die ihre immensen Vermögen im Wirtschaftschaos der ersten Jahre nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion angehäuft haben. Am Samstag kritisierte er den Chef des staatlichen Strom-Konzerns RAO UES, Anatoli Tschubais, öffentlich für einen Stromausfall im Gebiet von Moskau am 25. Mai. Tschubais ist die treibende Kraft hinter der liberalen Oppositionspartei SPS.

Text: FAZ.NET mit Material von Reuters
Bildmaterial: dpa/dpaweb

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