
war erfrischend & sehrwohl eine Empfehlung an die EU von der blinden Nibelungentreue zur USA Abstand zu nehmen. Klar hat er aber auch die Hybris der "Globalen NATO", dem Transmedium der USA, aufgezeigt, die Vision des weltweiten Demokratie-Exports durch die NATO voranzutreiben. Demokratie mit Gewalt zu erreichen gebiert Chaos. Jede Besetzung eines Landes, unter welchen vorgeschobenen Gruenden auch immer, ist eine Schmach fuer die Bevoelkerung & wird mit legetimen Widerstand jeglicher Art beantwortet, auch die Aufbauhilfe unter milit. Bewachung. Die Einlassung der Bundeskanzlerin, vernetzte Sicherheit, geschlossenes Vorgehen etc. wird die Kriese nicht bewaeltigen. Putin aber weiss auch, das das Auseinanderbrechen des kommunistischen Ostblocks >nicht der von amerikanischen Boden aus veruebte Anschlag auf US-Buerger< die entscheidende weltgeschichtliche Zaesur, an deren Folgen die Welt immer noch laboriert, markiert. Da das Ergebnis nicht so fuer die USA ausgefallen ist, sofort die absolute HYPERMACHT zu sein, wurde die NATO exzessiv erweitert & in Eurasien (Polen,Tschechei u.a.) sollen nun Atomraketensysteme stationiert werden. Das Putin dies Vorgehen der USA anprangert, hat mit einer neuen bipolaren Konfrontation nichts gemein.

Nicht Putins Rede hat mich erschreckt. Ich habe nichts anderes von ihm erwartet. Erschreckt haben mich jene Leserbeiträge hier, die sie auf Grund ihres Antiamerikanismus begrüßen und denen jede Schwächung der USA lieb ist. Irgendwelche konstruktiven Vorstellungen über die künftige Weltordnung bzw. die innere Ordnung der Staaten konnte ich den Beiträgen nicht entnehmen.
Welche Konzeption des Zusammenlebens hat Russland der Welt zu bieten? Demokratie, Rechtsstaat, Menschenrechte?
Warum wollen bzw. wollten die ehemaligen Ostblock- sowie viele der ehemaligen GUS-Staaten den Anschluss an den Westen? Eben weil Russland nicht als Machtausübung und Unterdrückung zu bieten hat. Die russischen Staatsmänner sollten mal darüber nachdenken, warum ihr Land im eigenen Vorfeld so unbeliebt ist und Freunde höchstens bei den Regierungen zweifelhafter Staaten wie Iran findet.
Die russische Politik ist in jeder Hinsicht destruktiv. Deutschland sollte sich so schnell wie möglich aus der energiepolitischen Abhängigkeit von diesem Land lösen.

Putin ist mit Sicherheit kein lupenreiner Demokrat. Aber er ist Realist und weiß, dass auch Rußland die USA brauchen könnten. Derzeit entwickeln sich einige schwierige politische Großwetterlagen (Nordkorea/Irak und Afganistan/Iran/Ex-Sovietstaaten etc) am südlichen weichen Bauch Rußlands nicht wirklich positiv. Von einem erstarkenden China ganz zu schweigen.
Beide Länder werden daher zukünftig öfters Zweckbündnisse eingehen müssen.
Putin will aber nicht die Rolle des Juniorpartners spielen. Und seien wir ehrlich: Wie würde sich Mr Bush verhalten, wenn Mexiko auf die Idee käme, Raketenbasen an der Grenze zur USA zu errichten? Die Reaktion wäre sicher sehr hart.
Wo sitzt mein Unbehagen? Nicht bei den USA, die sind und bleiben unser Partner Nr. 1. Sondern bei Mr Bush, der beratungsresistent sowie starrsinnig ist und das Recht permanent beugt. Dem viele zutrauen, auch noch den Iran anzugreifen. Kriege zu beginnen ist letztlich einfach; diese aber zu beenden geht nur über viele menschliche Tragödien.
Und für uns Deutsche gibt es keinen Königsweg. Rußland liegt nunmal vor unserer Haustür. Fest steht: Die Karten werden derzeit neu gemischt.

... aber es wurde Zeit, den - nach dem Zusammenbruch des ehem. Ostblocks - weltweit selbstherrlich agierenden US-Amerikanern endlich die rote Karte und damit ihre Grenzen aufzuzeigen.
Entlarvend auch die nur polemische und in keiner Weise inhaltlich auf die Kritik Putins eingehende Reaktion des amerikanischen Verteidungsministers - so ganz nach dem Motto: Putin steht nicht das Recht auf Kritik zu und wir lassen uns nicht reinreden !
Und Frau Merkel betet - wenn auch mit Schwerpunktthema Nahost - bloß das amerikanische Credo nach.
Hoffentlich ist bald Schluß mit diesem Theater !

Putins Versuch, den Kalten Krieg wieder anzuheizen, ist aus seiner Sicht verständlich, nur ist seine Sicht die des einstigen Chefs der Sowjet-Geheimpolizei. Seit damals hat sich einiges gewandelt. Auch Angela Merkel vergaß diesen Wandel, wenn sie von Russland, NATO und EU sprach, als ob es China und Indien, die beiden größten Atommächte der Welt, gar nicht gäbe. Russland, Europa und die USA sind nicht mehr allein auf der Welt von morgen.

Alle, die hier im Forum - und das nicht nur bei diesem Artikel - ebenso vorhersehbar wie permanent ihren anti-amerikanischen Ressentiments freien Lauf lassen und die durch die Amerikaner verletzten westlichen Werte beklagen, sollten sich mal kurz vergegenwärtigen, dass es um Menschenrechte und Demokratie in Putins Russland aller nicht zu verleugnenden US-Verfehlungen zum Trotz objektiv deutlich schlechter bestellt ist, als in dem Zerrbild, was Sie von den USA haben. Es ist daher ein schlechter Witz, nun ausgerechnet Herrn Putin für seine "ehrlichen Worte" zu loben.
Dass die ständigen Ausfälle und Hetzreden gegen die Amerikaner hier in Deutschland legal sind, verdanken wir - welche Ironie - dem Einfluss der Amerikaner. In den USA selbst können Sie natürlich Vergleichbares schreiben und lesen, wie es ja auch tagtäglich in kritischen Medien und im Internet geschieht. Versuchen Sie dagegen mal in dieser Form oder überhaupt Kritik an den Machthabern in Russland, Kuba oder im Iran zu üben. Oder als NGO in Putins Russland zu agieren. Danach können wir gerne über Herrn Putins Qualitäten und die "bösen Amis" reden.

Putin ist ein Autokrat, der Mütterchen Rußland wieder den ihr (nach seiner Meinung) gebührenden Platz in der Weltordnung verschaffen will. Das ist sein Ziel, das Wohl des einzelnen Russen liegt ihm auf dem Weg dahin nur soweit am Herzen als es sein Image pflegt.
Seine rhetorischen Drohgebärden verbergen jedoch die Tatsache, daß Rußland den USA auf absehbare Zeit weder wirtschaftlich noch militärisch Paroli bieten können wird.
Das wird Putin nicht daran hindern, seine Agenda mit einer Politik der Nadelstiche und der Konterkarierung westlicher Politik voranzutreiben.
Mich wundert, daß eine Reihe Leserbeiträge zu diesem Thema, sowohl in der FAZ als auch in der WELT und in der ZEIT, nur den Zweck zu verfolgen scheinen, derzeit wohlfeilen unreflektierten und primitiven Antiamerikanismus zu fördern.

Ob Russland sich nun bedroht fühlt oder nur das US-Raketenabwehrsystem zum Anlass nimmt, die eigene Macht zu testen, sei dahingestellt. Bezeichnend sind allerdings die Reaktionen auf Putins Rede.
Zwar ist die "gelenkte Demokratie" Russlands nicht weit entfernt von einer Diktatur und völlig unberechenbar; auch das paradoxe Verhalten Moskaus gegenüber Teheran gibt zu denken. Dennoch halten sich die "großen" NATO-Staaten mit Kritik zurück. Im Falle der USA sind die Gründe wohl unterschiedlich: die Sorge, gegenüber Russland ungewollt zu weit gegangen zu sein, die Rückschläge im Irak und in Afghanistan, der anstehende Wahlkampf ... Auch auf der anderen Seite der Welt steht eben nicht alles zum Besten.
Über die deutschen Versuche, vermittelnd einzugreifen, darf man getrost den Mantel des Schweigens breiten. Wer überall vermitteln will, ohne selbst Position zu beziehen oder gar deren Konsequenzen zu tragen, sollte sich nicht wundern, wenn ihn niemand mehr ernst nimmt. Vielleicht laufen Staaten wie Tschechien mit ihrer kritikwürdigen, aber entschlossenen Linie Deutschland irgendwann den Rang ab.

Rußland hat damit klar gemacht, daß es seine eigenen, von Washington abweichenden, Kurs verfolgt.
Das ist auch an die asiatischen Staaten eine wichtige Nachricht, vor allem an China.
Die Schärfte ist scheinbar notwendig geworden, da die USA diplomatischere Töne nicht versteht.

Und das wird auch für die USA gut sein.Aber die Amerikaner werden sich daran gewöhnen müssen und ihre Rolle danach wahrnehmen.Sie haben ja gedacht:nach dem Zerfall des kommunistischen Blocks werden die USA in alle Ewigkeit die Welt allein beherrschen können,ja müssen...

Eigentlich ist es ja gar nicht soo übel - das das Amerika des G.W.Bush einen starken Gegenpart hat - das birgt für Gleichgewicht. NUR: Europa ist es leider nicht. Sondern die mafiöse, nicht-demokratische Gas-Republik Russland. Schade.Es ist Europa bisher auch nicht gelungen, Russland in seine Grenzen zu weisen - im wörtlichen Sinne - bzw. in europäische Strukturen einzubinden. Selber spielt Europa leider die Rolle des Faktotums - dabei wäre die Rolle des Hofnarren die bessere: Zwischen den Herrschenden stehen und mit drastischen aber klugen Worten - mit beissendem Humor/Spott die Wahrheit zu sagen.
So bleibt was Fakt ist. Zwar kein (neuer) kalter Krieg - aber machtpolitischer kalter Kaffee. Wie gehabt.

Lieber Herr Kohler,
Ihr Kommentar ist ein Worst Case-Szenario, bei dem man annehmen muß, daß Sie bei Nosytradamus in die Schule gegasngen sind.
Dessen Prophezeiungen allerdings bisher auch nicht eingetroffen sind.
Leider ist er außerdem ein Beispiel für den geistigen Defätismus einer gewissen "Elite", deren Kompaß schon vor langer Zeit durch einen Brummkreisel ersetzt wurde.

Das Wladimir Wladimirowitsch Putin für die breite Leserschaft als Populist in einer allzu beruhigenden Schublade landet ist verwerflich.
Der politische Landschaftsgarten hat sich geändert, doch die Machtinteressen sind geblieben. Nach dem Zerfall des Warschauer Paktes hat der Westen die Neuausrichtung Russlands als Kapitulation missverstanden. Allzu betört von der augenscheinlichen Weltmachtstellung, hat sich die USA zusammen mit der Nato in allen Krisenherden dieser Welt derart verausgabt, das die wirtschaftliche und politische Renaissance Russlands schlichtweg verschlafen wurde. Schauen wir doch einmal über den großen Teich - Irakdesaster, Unzufriedenheit und eine neue ökonomische Schieflage. Und Europa? Keine richtige Verfassung, kein ernstzunehmendes Mandat für Krisenreaktionen und ständiges Ärmeltrumpf im Energiemachtpoker. Und Deutschland verharrt in der vermeintlichen Vermittlerrolle, unsere Merkelin macht ein hängendes Gesicht zum bösen Spiel: Unser Ex übrigens ist ein Siegertyp und verkehrt nur mit seinesgleichen - hat noch jemand Zweifel an Russlands wirtschafts-politischem Vormarsch. Übrigens, Putin will nicht Krisenmanager werden, sondern Weltmanager - das hat er von der Pike auf gelernt, Herr Kohler!

Es ist immer wieder verblüffend, wie der Westen auf die Reden Putins reagiert. Ist es der Mangel an Selbstkritik oder die immer noch tief sitzende Arroganz gegenüber allen osteuropäischen Staaten, oder doch die tiefe Verneigung genenüber dem Souverän USA, die zu solchen Meinungen verleiten? Fakt ist, dass die Amerikaner auf dieser Welt treiben was sie wollen und nur Frankreich von den westlichen Ländern traut sich manchmal dagegen zu halten. Die Anzahl der Toten im Irak wird in den wenigen Kriegsjahren die Anzahl der Toten durch die komplette Husain-Regierung übersteigen. Nur wenige interessiert das (Ein Opfer ist ein Opfer, gleich ob durch einen Anschlag oder duchr eine "dumme" USA-Politik). Überall auf der Welt mischen sich die Amerikaner ein, angeblich um "Demokratien zu unterstützen". Die wahren Gründe liegen doch auf der Hand. Ich denke das sind die letzten verzweifelten Versuche der USA, die Welt in Schach zu halten, bevor sich Ländern wie China, Indien und auch Russland stark genug fühlen, solchen Einflussen, ja gar Einmischungen, der US-Amerikanern paroli zu bieten. Dann erst haben wir eine multipolare Welt mit einem Recht für alle Länder, eine eigene Meinung zu haben. Dann erst haben wir Demokratie!!!
Bravo Putin!!!