14. November 2007 Der pakistanische Präsident Pervez Musharraf hat am Mittwoch seinen Rücktritt als Armeechef bis Ende des Monats in Aussicht gestellt. Er wolle seine nächste Amtszeit als Zivilperson antreten, sagte Musharraf in Rawalpindi.
Zuvor hatte er noch in einem Interview mit dem britischen Sender Sky News Forderungen nach seinem Rücktritt zurückgewiesen. Er sagte: Ich werde an dem Tag zurücktreten, an dem keine Unruhe mehr in Pakistan herrscht. Ich bin kein Diktator, ich will eine Demokratie.
Die pakistanische Polizei hat unterdessen einen weiteren populären Gegner von Musharraf festgenommen. Der frühere Kricket-Star und Chef der Partei Tehrik-i- Insaf (Bewegung für Gerechtigkeit) Imran Khan sei am Mittwoch bei einer Studentendemonstration in Lahore von Beamten in zivil abgeführt worden, berichteten Augenzeugen.
Geh, Musharraf, geh
Mehr als 400 Studenten hätten dabei Geh, Musharraf, geh skandiert. Khan war untergetaucht, nachdem Musharraf am 3. November den Ausnahmezustand verhängt hatte. Im ostpakistanischen Lahore wagte er sich bei der Demonstration erstmals wieder an die Öffentlichkeit. Aus seinem Versteck heraus hatte er Studenten aufgerufen, sich gegen die Militärdiktatur von General Musharraf zu erheben. Auch mehrere hundert Rechtsanwälte, Journalisten und Anhänger der Opposition demonstrierten am Mittwoch an verschiedenen Orten gegen Musharraf.
Mit Ablauf der fünfjährigen Legislaturperiode soll an diesem Donnerstag das Parlament in Islamabad aufgelöst werden. Am Tag darauf soll unter Musharraf eine Übergangsregierung eingesetzt werden, die die Geschäfte bis zu den Wahlen führt. Die Wahlen werden nach Angaben des Präsidenten vor dem 9. Januar stattfinden. Die Überlegungen für die Ernennung eines Übergangs-Premierministers sind im Gange, sagte Informationsminister Mohammed Ali Durrani am Mittwoch.
Der amerikanische Vizeaußenminister John Negroponte will Ende der Woche nach Pakistan reisen, um auf eine Beendigung des Ausnahmezustands und auf baldige Wahlen zu dringen. Das sagte Außenamtssprecher Tom Casey in Washington. Das Militär teilte mit, im nordwestpakistanischen Swat-Tal hätten die Streitkräfte 16 Anhänger eines radikalen Predigers getötet.
Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AFP