13. Juni 2006 Bei zwei Anschlägen im Norden Afghanistans sind am Dienstag zwei deutsche Soldaten verletzt worden. Die beiden Bundeswehrangehörigen hätten zu einer Patrouille des Wiederaufbauteams in Feisabad gehört, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin. Es bestehe keine Lebensgefahr.
Außerdem sei durch den Sprengsatz ein Fahrzeug der Streife beschädigt worden. Bei einem Anschlag auf eine Patrouille des Wiederaufbauteams Kundus sei ebenfalls Schaden an einem Fahrzeug entstanden. Der Anschlag in Kundus habe sich am frühen Morgen ereignet. Der zweite Anschlag gegen Mittag. In beiden Fällen seien Sprengsätze explodiert. Es handele sich nicht um Selbstmordattentate. Die Bundeswehr ermittle nun zusammen mit den afghanischen Behörden. Die beiden verletzten Soldaten würden medizinisch behandelt. Weitere Einzelheiten nannte der Sprecher nicht.
Gewalt in Afghanistan nimmt zu
Die seit vier Jahren in Afghanistan engagierte Bundeswehr hatte erst Anfang des Monats das Kommando über die Isaf-Friedenstruppen im Norden des Landes übernommen. Die Bundesrepublik stellt rund 2.800 der 9.000 Isaf-Soldaten, deren Zahl in nächster Zeit auf 16.000 aufgestockt werden soll.
Zuletzt hatten die Gewalttätigkeiten in dem Land am Hindukusch stark zugenommen. Außenminister Frank-Walter Steinmeier hatte deshalb die Erwartung geäußert, daß sich die Lage nicht so rasch beruhigen werde.
Wieder ein Unfall mit amerikanischer Beteiligung
Der britische Verteidigungsminister Dan Browne sagte am Dienstag bei einem Truppenbesuch im Südwesten des Landes, es könne nicht vorhergesagt werden, wie lange britische Soldaten in Afghanistan bleiben müßten. Die Dauer ihres Einsatzes hänge auch davon ab, wie schnell die afghanischen Behörden die Lage in den Griff bekämen.
Gut zwei Wochen nach den heftigen anti-amerikanischen Protesten in Afghanistan ist es auch nahe Kabul wieder zu einem Zwischenfall gekommen. Ein Lastwagen des amerikanischen Militärs habe dort ein Motorrad gerammt, teilte die Polizei mit. Mindestens ein Mensch sei ums Leben gekommen.
Text: Reuters
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