Oh, Gott! Der Erzbischof von York, John Sentamu, bei der Bischöfinnendebatte

Großbritannien

Frauen dürfen Bischöfe werden

Derbe Niederlage für die Traditionalisten der anglikanischen Kirche: Künftig dürfen Frauen Bischöfe werden. Alle Drohungen der Hardliner, sich abzuspalten, fruchteten nicht: 450 Jahre nach ihrer Gründung bekommt die britische Kirche damit eine neue Identität. Von Johannes Leithäuser, London

Lesermeinungen zum Beitrag

09. Juli 2008 11:03

Wer war da machthungrig?

Henry Krause (henrykrause1)

Den Grund für die selbstherrliche Abspaltung der Kirche in England darin zu sehen, daß die katholische Kirche zu "macht- und glaubensorthodox" gewesen sei, ist nicht nur angesichts der Verbrechen, auf denen die Gründung dieser Staatskirche fußt, ein Unding. Auch moralisch ist es fragwürdig, vom Scheidungsverbot Jesu, das selbstverständlich für alle Christen gilt und keine katholische Speziallehre ist, einen König auszunehmen.

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08. Juli 2008 20:27

Die Einsegnung und das Ende

Hans Reinhard Seeliger (HRSeeliger)

"Eingesegnet" werden Leichen (in manchen evangelischen Kirchen ist dies auch der Ausdruck für die Konfirmation) - aber bei Bischöfen und Bischöfinnen geht es um eine sakamentale Weihe, was theologisch einen gewaltigen Unterschied zur "Einsegnung" darstellt.

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08. Juli 2008 14:18

Die Anpassung an den Zeitgeist ...

Peter Zentner (Caterwaul)

... hat noch keiner christlichen Konfession gutgetan. Eine über 4000 (Altes Testament) oder fast 2000 Jahre (NT) bewährte Geschäftsgrundlage aufzugeben ist übel beratener Unfug. Womit nichts gegen weibliche Bischöfe gesagt sei, viel aber gegen die willfährige Akzeptanz biblischer Todsünden im Kielwasser eines wetterwendischen Zeitsgeists. Woran die Anglikaner gerade zerbrechen. Gerade in unserer schnellebigen Zeit erwarten die Menschen von der Kirche Kontinuität, Spiritualität, serene Gelassenheit und "eine feste Burg", die nicht unter jedem Furz des täglichen Jahrmarkts ins Wanken gerät. Aber gerade der protestantische Klerus meint ja, man müsse die Türen der Gotteshäuser so weit aufstoßen, dass alle bunten, bizarren und hedonistischen Nichtgläubigen hereinkommen können. Die Erfahrung dieser Anything-goes-Mentalität ist indes eine schmerzliche: Die Nichtgläubigen kommen nicht herein, aber die Gläubigen gehen hinaus. Die Katholiken verhalten sich weitaus ausgeschlafener; auch sie hatten einen zeitgeistigen Schlenker namens II. Vaticanum — dank Benedikt XVI. und seinem Vorgänger einfühlsam zur quantité négligable herabgestuft. Es lohnt sich, der reinen Lehre treu zu bleiben; sie hat sich schlicht bewährt.

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08. Juli 2008 14:10

Das Dilemma einer Staatskirche

Marvin Parsons (mapar)

Diese Kirche wurde aus Machtkalkül von der Oberklasse gegründet, die Scheidung Heinrich des VIII. war eher Anlaß als Grund. Vielmehr war die römisch-katholische Kirche dem expansiven Merkantilismus im Weg. In keinem katholischen Land gab es solche Auswüchse des Frühkapitalismus wie in Großbritannien, die Kirche wurde ein Instrument der Obrigkeit zur Disziplinierung der Arbeiter. Auch jetzt hängt man sein Fähnchen in den Wind. Doch das führt mitnichten zu mehr Akzeptanz oder Zulauf. Die katholische Kirche wird gehaßt, Zeitgeist- und Staatskirchen werden verachtet. Die schon beachtliche Zahl der Briten, die zur römisch-katholischen Kirche übergetreten sind, wird noch wachsen. Alle Häme und Polemik gegenüber "Traditionalisten" und "Hardliner", wie in diesem Artikel, wird nichts daran ändern. Tradition ist auf der Insel kein Schimpfwort.

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08. Juli 2008 12:32

Einigkeit versus Partikularinteressen

Karsten Krug (kkrug)

ist das alte Spiel bei dem alle Beteiligten die Verlierer sind. Die katholische Kirche ist der lachende Dritte. Es gibt auch weitere Lachende, die sagen werden, das dies auch ein weiteres Zeichen ist, das der Westen zugrunde geht.

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